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Wissenschaft

12.11.2020 -STATISTIK

Ein Spiel mit gezinkten Karten

Ein Blick in die Statistik: die Fallzahlen und der Lockdown

Jens Walter

 
 

Die Grafik zeigt den drastischen Unterschied zwischen roter Panikkurve und der blauen Realkurve, Quelle: Corona-Initiative Deutscher Mittelstand (CIDM), Stand 07.11.2020

In der sogenannten Corona-Krise wird auf Teufel komm raus getestet, werden die Getesteten zu Infizierten gemacht und ohne Rücksicht darauf, ob sie tatsächlich krank sind in der Statistik der Corona-Fallzahlen verrechnet. Jeden Tag bläht sich diese auf. Die sogenannte Fallzahl, die jeden Tag durch die TV-Mangel gefreht wird, also die Zahl der Infizierten bzw. der positiv Getesteten gilt bei der Bundesregierung als die Referenzgröße in der Corona-Krise. Sie wird benutzt, um die epidemische Lage zu erklären und die Maßnahmen bis hin zum Lockdown zu begründen. Wissenschaftlich gesehen ist sie dafür gar nicht geeignet. Sie ist ein Fake.

Das Problem kann man sich relativ schnell vor Augen führen: Testet man fünf Personen oder 50.000, wo wird man mehr positive Ergebnisse finden? Natürlich bei der größeren Anzahl von PCR-Testungen, denn bei Corona ist es nicht anders als beim Blumenpflücken - wer länger pfückt hat den größeren Strauß. Richtige wäre die Angabe, wieviele Prozent der Getesteten positiv sind (Positivquote). Auch die Angabe von Infizierten pro 100.000 (Menschen) ändert an dieser Tatsache nichts.

Ohne Kenntnis der Anzahl der Testungen lassen sich Deutschland nicht mit Frankreich, Köln nicht mit München und gestern nicht mit heute vergleichen. Eine höhere Anzahl von Testungen führt zu einer höheren Fallzahl. Damit kann sie nicht verwendet werden, um ein Risikogebiet auszuweisen oder Einschränkungen zu verhängen - je mehr in einer Region getestet wird, desto eher verwandelt sie sich in ein Risikogebiet.

Dennoch sind die Fallzahlen in den Medien omnipräsent. Sie werden in jeder Zeitung und jedem Fernsehsender täglich mehrfach dargestellt. Auch das RKI hat eigens ein Dashboard eingerichtet, wo sie nicht nur für die ganze Republik, sondern auch für einzelne Regionen dargestellt werden. Aber auf den Seiten des RKI finden sich interessanterweise auch andere Angaben -- allerdings etwas versteckter und nicht täglich aktualisiert.

Im Diagramm sind die Fallzahl (rot), die Anzahl der Testungen (gelb) und die Positivquote (blau) dargestellt. Es ist deutlich zu erkennen, dass den ganzen Sommer über die Positivquote stabil bei ca. 1% lag. Erst ab Anfang Oktober kommt es wieder zu einem Anstieg. Ab Mitte Juli nimmt jedoch die Fallzahl deutlich zu, ausgelöst durch einen massiven Anstieg der Testungen, aber nicht durch mehr Infektionen. Die Anzahl der Tests, von denen übrigens jeder ca. 100€ kostet, wurden dabei von ca. 400.000 bis auf sagenhafte über 1,5 Mio./Woche erhöht.

Dennoch hat sich bereits Anfang August RKI-Chef Wieler über die steigenden Fallzahlen besorgt geäußert. Seltsam, dass weder er noch Drosten noch Physikerin Merkel sich zu anerkannten Methoden der Statistik bekennen wollen.

Hintergrund:

Eine der Aufgaben des Robert-Koch-Institutes RKI ist die Beobachtung von Infektionserkrankungen. Davon sind viele, wie z.B. Hepatitis, meldepflichtig. Alle Ärzte und Krankenhäuser übermitteln also diese Fälle an das RKI, das dann alle in Deutschland vorkommenden Infektionen kennt und in einer Fallzahl erfasst. Lediglich Infektionen, die so milde verlaufen, dass kein Arztbesuch nötig war, bleiben hier außen vor. Bisher.

Genau dieses Prinzip wendet man nun auf die Covid-Tests an, ohne jedoch zu berücksichtigen, dass hierbei im Gegensatz zur Hepatitis vor allem gesunde Menschen in ständig wechselndem Umfang getestet werden. Statistisch gesehen handelt es sich hier um Stichproben, die anders zu behandeln sind. Über Erkrankungen und Todesfälle sagt das nichts aus.


Mehr im Internet:
RKI-Chef Lothar Wieler als wandelnde Kassandra
Fallzahlen und Inzidenz (Wikipedia)
Infektionsschutz
Quelle Grafik: Corona-Initiative Deutscher Mittelstand 07.11.2020

 

 

 

 

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