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Politik

08.03.2021 - CORONA

Ein Jahr Ausnahmezustand vom Ergebnis her betrachtet

Trotz Durchimpfung gelten in Altenheimen noch Masken- und Testpflicht fuer Angehoerige und Personal

Nathalie Parent

 
 

Liebe Leser und Leserinnen, wenn heute vor einem Jahr jemand gemutmaßt hätte, dass Kontakte und andere Selbstverständlichkeiten in der erlebten Weise begrenzt werden würden, man hätte ihn einen Spinner genannt.

Wohl niemand von uns konnte sich im Anfang März 2020 vorstellen, dass es in Deutschland so einfach möglich sein würde, ein Klima zu erzeugen, in dem Gehorsamkeit und Unterwerfung den guten Staatsbürger kennzeichnen, hingegen kritisches Hinterfragen als abwegig, ja staatsfeindlich hingestellt wird.

Kritisches Hinterfragen zeichnet unseren Verein sowie meine Person jedoch aus. Wo andere bemüht sind, als Rädchen im Getriebe des Gesundheitssystems zu funktionieren, fordern wir einen Richtungswechsel.

Denn das jetzige System belohnt die, die den Kranken kränker und den Pflegebedürftigen bedürftiger machen. Es setzt auf Massenabfertigung in Heimen, anstatt dafür zu sorgen, dass niemand ins Heim muss, der das nicht möchte.

Corona verstärkt bei einigen die menschliche Seite und bei anderen das Gegenteil.

Ich denke dabei vor allem an die Isolierung von Patienten/Bewohnern in den Krankenhäusern und Heimen. An die Überheblichkeit von Ärzten und Pflegekräften gegenüber besorgten Angehörigen, wenn diese sich telefonisch nach dem Befinden erkundigen, weil Besuche nicht erlaubt sind. Wie zum Beispiel an diesen Fall:

„Am Telefon kann ich Ihnen leider keine Auskunft geben. Rufen Sie später an, dann ist vielleicht Dr.X zu sprechen. - Am nächsten Morgen rieft tatsächlich dieser Dr. X an, um uns mitzuteilen, dass der Vater verstorben sei. Bis heute werfen wir uns vor, ihn nicht nach Hause geholt, sondern diesen herzlosen Menschen in der Klinik anvertraut zu haben, die nur noch Corona sehen und sich Corona-Verordnungen verpflichtet fühlen."

Wie die Verordnungen ausgelegt werden, liegt im Ermessen der Leitungskräfte und zeigt deren Rollenverständnis. So konnte ich in der eigenen Familie, kurz vor Weihnachten, das Gegenteil des oben berichteten erleben.

Eine Tante (86, diverse Erkrankungen, pflegebedürftig, PG3) wurde morgens von ihrer Tochter in bedrohlicher Lage gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Kaum war die Tochter wieder zu Hause, rief der behandelnde Arzt sie an, um ihr mitzuteilen, dass sich der Zustand der Mutter verschlechtert habe und sie wohl in den nächsten Stunden sterben werde. Da ihre Patientenverfügung in aussichtslosem Falle eine weitere Behandlung verbiete, werde man sie in ein Zimmer neben der Intensivstation bringen, wo sich die Familie ungestört von ihr verabschieden könne.

Tatsächlich schafften es alle fünf Kinder noch rechtzeitig bei der Mutter zu sein, bevor sie den letzten Atemzug tat. Und sie wurden auch danach nicht nach Hause geschickt, sondern durften sich die Zeit nehmen, die sie in dieser Situation brauchten. Für die Ärzte und Pflegekräfte der Abteilung dieses kleinen Krankenhauses (in der Eifel) war das offenbar eine Selbstverständlichkeit.

Nahezu alles wofür ich mich in den fast 50 Jahren meiner Pflegelaufbahn stark gemacht habe, verkehrt sich seit Corona geradezu ins Gegenteil.

In allen Kliniken und Krankenhäusern sind die Türen für Besucher verschlossen. Ausnahmen sind zwar erlaubt, setzen jedoch die Einsicht und Empathie der jeweiligen Ärzte und Pflegekräfte voraus, wie die oben genannten Beispiele zeigen. Der Kranke, ob Jung oder Alt, wird in der „Gesundheitsfabrik" abgeliefert, wie ein Auto in der Werkstatt. Wenn seine Operation geglückt und die seinem Fall beigemessene Behandlungszeit abgelaufen ist, kann er wieder abgeholt werden. Für Ärzte und Pflegekräfte hat das den Vorteil, dass sie ihr Programm durchziehen können, ohne von besorgten Angehörigen gestört oder von diesen kontrolliert zu werden. Alle Studien und Erkenntnisse, die den gesundheitsförderlichen Einfluss der Unterstützung durch Angehörige tausendfach belegen, werden ignoriert.

Bestatterin Verena Leibersberger, Februar 2021

Auch in einem Großteil der Heimen setzten die Corona-Verordnungen nicht nur den gesunden Menschenverstand, sondern auch jede Menschlichkeit außer Kraft. Obwohl die meisten Heimbewohner:innen inzwischen durchgeimpft sind, traut offenbar niemand dieser Impfung über den Weg. Nach wie vor gelten dort Maskenpflicht und Testpflicht für Angehörige und Personal. Selbst für geimpftes Personal. Die Besuche sind begrenzt und von Heim zu Heim verschieden.

Gerade vorhin wollte eine Angehörige wissen, ob sie es hinnehmen müsse, dass das Heim ihrer Mutter aus organisatorischen Gründen zwei besuchsfreie Tage vorsieht. Ihre halbseits gelähmte Mutter, die selbst ihr Bett und Zimmer nicht verlassen kann, befinde sich seit März 2020 in Quarantäne. 13 Wochen war sie vollständig isoliert, Telefonate auch nicht möglich.

Und nun, nachdem alle geimpft sind und auf Lockerungen hofften, wurden die Maßnahmen wieder verstärkt.
Die meisten Tote im Zusammenhang mit Corona gab es in den Heimen (je nach Region 50-80 Prozent). Nach den Impfungen häuften sich dort die Ausbrüche und Todesfälle.

Mehr dazu im Beitrag: Impfexperiment: Wie viele Tote sind ethisch vertretbar?

Inzwischen liegen weitere Daten zur Sterblichkeit nach den Impfungen. Nach einer hier veröffentlichten Recherche von Fallzahlen, die auf den RKI Seiten zu finden sind (wenn man weiß wie), stieg die Corona-Fallsterblichkeit nach den Impfungen in fast allen Landkreisen dramatisch.

Und wo wir schon einmal beim Sterben sind, und damit bei der Begründung für den seit einem Jahr von der Regierung und von den Medien hochgehalten Ausnahmezustand, möchte ich einer Bestatterin das letzte Wort in meinem Bericht geben. Diese Frau zeigt nicht nur ganz viel Herz, sondern auch den Mut über die erlebte Herzlosigkeit der Corona-Verordnungen zu sprechen.

In den ersten 7 Minuten dieses Interviews geht es um die Frage der Überlastung von Krematorien und danach wird es richtig emotional. Unbedingt sehenswert, bis zum Schluss.

All diese Erfahrungen lassen unsere Volksvertreter und die Regierung kalt.


Leider erfährt ein Großteil der Bevölkerung von diesen Bildern in den Nachrichten und Zeitungen nichts. Sie hören und lesen immer nur von neuen Infizierten und Intensivstationen, die sich auf die dritte Welle einstellen - weshalb immer noch keine Entwarnung gegeben werden könne.

Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Mitgefühl mit Menschen, die durch staatliche Verfügungen geschädigt wurden, wollen sie die Pandemie in die Länge ziehen, bis alle „geimpft" sind.

Wer mag, kann hier lesen, wie der Journalist Reitschuster die jüngsten Corona-Lockerungen sieht (Corona-Gipfel: Zumutung für jeden mündigen Bürger). Immerhin sinken jetzt die Zustimmungswerte in der Bevölkerung und damit das einzige, was Parteien und Politiker umstimmen kann.

Die Kanzlerin verkündet, dass die Pandemie erst zu Ende ist, wenn alle geimpft sind. Vermutlich jedoch wird sie dann zu Ende sein, wenn die Regierung abgewählt wurde und alle die sich für das Durchimpfen stark machen, ebenfalls.

Die Krise ist noch nicht vorbei. Wir sollten zusammenstehen und uns nicht auseinanderdividieren lassen. Wir sollten Verständnis haben für Menschen, die nicht unsere Meinung teilen. Denn Meinungsfreiheit und Vielfalt sind die Säulen eines lebendigen, friedlichen Miteinanders.

Im Vertrauen auf das Gute in jedem Menschen und auf Gott, verbleibe ich
mit den besten Wünschen

Adelheid von Stösser
Pflegeethik Initiative

 

 

 

 

 

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