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01.04.2021 - IMPFREGIME

Tricky-dicky: Einfach den Namen gewechselt

Impfstoff von Astra Zeneca heisst jetzt Vaxzevria

Klaus Oberzig

 
 

Bild: scienzz.de

"Der Name des Vakzins wurde am 25. März 2021 auf Vaxzevria geändert". Mit dieser Information wartet seit Kurzem die Website der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zum Impfstoff von Astra Zeneca auf. Auch in anderen aktuellen Meldungen zu Astra Zeneca werde bereits der Name "Vaxzevria (ehemals Covid-19-Impfung Astra Zeneca)" verwendet. Selbst das Etikett sowie die Verpackung seien geändert worden, berichtet die Schwedische Agentur für Gesundheitsprodukte Läkemedelsverket. Eine offizielle Stellungnahme seitens des Herstellers liegt dazu nicht vor.

Nachdem in vielen EU-Ländern, darunter Deutschland, im März die Impfungen mit Astra Zeneca aufgrund von Meldungen über Thrombosen (Blutgerinsel) im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung ausgesetzt worden waren, geriet das Vakzin im Wettbewerb der Pharmafirmen gnadenlos ins Hintertreffen. Über 40 Prozent, so eine nicht bestätigte Meldung, würden den Impfstoff ablehnen. Die Verunsicherung sei bei vielen zu groß. Wer diese Verunsicherten seien, bzw. um welche „Marktteilnehmer" - Politiker, Lobbyisten, Ärzte, Pharmavertreter - es sich dabei handle, bleibt unklar. Die Bürger können damit nicht gemeint sein, denen ist die Entscheidungsfreiheit längst genommen. Die Umbenennung zielt aber ganz offenbar auf sie. Als Objekte der Impfung soll der Name für sie einfach verschwinden - und damit ihre Ängste. Eine klassische Verschleierung der Probleme, mit wohlwollender Duldung der Behörden.

Schon vor dieser Camouflage war der Impfstoff wieder freigegeben und verabreicht worden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte die Sicherheit des Vakzins bekräftigt, auch die Ständige Impfkommission in Deutschland hatte sich für eine weiteren Einsatz des Mittels ausgesprochen. In Deutschland sind bisher 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca bekannt, wie das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag berichtete. Bis zum 29. März waren dem Institut 31 Fälle gemeldet worden, in 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet. In neun Fällen sei der Ausgang tödlich gewesen, wie das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut in Langen berichtete.

Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut PEI alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt. Laut Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts wurden bis einschließlich Montag 2,7 Millionen Erstdosen und 767 Zweitdosen von Astra Zeneca verimpft.

Dazu passen Meldungen aus Berlin und München, wo man vorerst die unter 60-Jährigen nicht mehr mit Astra Zeneca, pardon, mit Vaxzevria, impfen werde. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) verwies am Dienstag auf „neue Daten zu Nebenwirkungen". Gilt der Tod inzwischen in dieser Welt der potemkinschen Pharmadörfer als Nebenwirkung? Die Entscheidung sei eine „Vorsichtsmaßnahme", beruhigt die Senatorin. Entsprechende Termine in Impfzentren werden ihr zufolge erst einmal abgesagt.

Auch die Hauptstadt-Kliniken Charité und Vivantes stoppten bis auf Weiteres die Impfungen mit Verweis auf Fälle von Hirnvenenthrombosen. Die Aussetzung der Impfungen gilt für Frauen unter 55 Jahren. Das betreffe vor allem die eigene Belegschaft. Die Charité habe bisher rund 16.000 Erst- und Zweitimpfungen an ihr Personal verabreicht. "Davon entfiel der größte Teil auf AstraZeneca", sagte Charité-Sprecherin Manuela Zingl. "Dieser Schritt ist aus Sicht der Charité notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind."

Auch im Bundesland Nordrhein-Westfalen sprachen sich die Leiter von fünf der sechs Uni-Kliniken für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit AstraZeneca aus. Das Risiko von weiteren Todesfällen aufgrund von Thrombosen in den Hirnvenen sei zu hoch, heißt es in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister. Auch auf internationaler Ebene wird vorerst auf Astra Zeneca für unter 55-Jährige verzichtet. So gab Kanada am Montag bekannt, dass man vorerst aus Sicherheitsgründen auf den Einsatz dieses Impfstoffs verzichten werde. Gleichgültig wie der Name lautet.


Mehr im Internet:
Offizielle Mitteilung der EMA über die Namensänderung auf Vaxzevria

 

 

 

 

 

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