Fußballspielende Hunde und gläserne Kuh,
Papiertragetaschen und Eidechsentöter
Die Freie Universität blickt zurück - und nach vorn
von Josef Tutsch
Gründungsfeier der Freien
Universität Berlin am 4.
Dezember 1948
Die Freie Universität Berlin wird demnächst 56 Jahre jung und ist bereits ausstellungswürdig: Bis zum 20 Februar 2005 zeigt sie im Henry-Ford-Bau einen Rückblick auf ihre Geschichte. Anlass ist dennoch ein runder Geburtstag. Gerade vor 50 Jahren hat die FU dieses zentrale Gebäude, das in der Hauptsache durch Spenden aus den USA finanziert wurde, bezogen. Für nächstes Jahr ist eine gründliche Renovierung oder vielmehr Restaurierung vorgesehen. "Der Fußboden im Obergeschoss ist gläsern-transparent gehalten“, hat Präsident Dieter Lenzen festgestellt, "damit das Licht durchscheinen kann. Irgendwann wurde alles undurchsichtig verklebt.“
Fürs erste empfängt den Besucher im Foyer ein großes "Mobile“: zwei Dutzend Köpfe von Hochschullehrern, Studenten und Ehrenbürgern: vom Gründungsrektor Friedrich Meinecke bis zum amtierenden Präsidenten, von Kofi Annan über Jutta Limbach bis Umberto Eco. Oder, wenn man den Eingang von der Garystraße her nimmt, etwas Standfesteres, nämlich eine gläserne Kuh – diese Universität in der Millionenstadt Berlin hat
Grundsteinlegung des Henry-Ford-Baus am 24.7.1952
einen veterinärmedizinischen Fachbereich. Dazwischen viele Bilder und eine Menge Text zu lesen, über den Hochschulsport und die Theaterwissenschaft, die Dahlemer Architektur und die Kindertagesstätte.
Historisch reicht die Ausstellung über das Gründungsjahr 1948 zurück. Pläne für ein "deutsches Oxford“ in Dahlem, auf halbem Weg zwischen den preußischen Residenz Berlin und Potsdam, gehen bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Dass gerade in diesen Gebäuden die Rassismus-Theoretiker des Dritten Reiches gearbeitet haben, wird auch nicht verschwiegen. Einen Schwerpunkt bildet die bewegte Vor- und Frühgeschichte dieser jungen Universität: die Drangsalierung demokratisch orientierter Studenten an der Universität in Berlin-Mitte, die damals von der sowjetischen Besatzungsbehörde zum marxistisch-leninistischen Schulungsinstitut umgeprägt wurde, und der mühsame Aufbau im amerikanischen Sektor – damals mussten die Studenten Briketts mitbringen, damit es im Hörsaal nicht eisig kalt blieb.
Manche der alten Photographien werden, wie der Kurator Wilfried Rogasch erklärt, hier zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. So gut wie unbekannt sind auch die Talare, die Rektor und Dekane sich irgendwann in den fünfziger Jahren umgelegt haben: im Vergleich mit dem, was man von deutschen "Traditionsuniversitäten“ kennt, reichlich bunt und grell, Neonfarben müssen damals gerade modern gewesen sein. Seine Amtskette, die seit ein paar Semestern wieder getragen wird, hat der Präsident übrigens nicht zur Verfügung gestellt. Wahrscheinlich hätte der schrumpfende Universitätshaushalt die Versicherungssumme für das gute Stück nicht aufbringen können.
Unter den Talaren ...
Dagegen werden die abgeschabten Anzüge aus den späten vierziger und die speckigen Parkas aus den siebziger Jahren, die den Wandel studentischer Mode demonstrieren, wohl kein Problem bereitet haben.
Studentenrevolte: Auch dieses Kapitel kommt natürlich nicht zu kurz. "Wir haben uns um eine sachliche Darstellung bemüht", sagt Rogasch, "und wir wollten nicht verschweigen, dass es nicht nur frischen Wind gegeben hat, sondern auch Gewalt.“ Nein, allzu viel Harmonisierung haben die Ausstellungsmacher dem guten halben Jahrhundert FU-Geschichte nicht angetan, jedenfalls dann nicht, wenn man die Bilder mit ein wenig Aufmerksamkeit betrachtet und sich auch vor ein wenig Textlektüre nicht scheut. Die Kampfutensilien jener Zeit nötigen dennoch ein Lächeln ab: Einkaufstragetaschen aus Papier. Wozu die gut waren? Bei den Demonstrationen gegen den Schah von Persien konnte man sie zur Vermummung über den Kopf ziehen.
Von den wissenschaftlichen Leistungen in den Jahren, die der Revolte folgten, ist weniger die Rede. Nun ja, gerade an der FU wurde damals Leistung gern mit Repression gleichgesetzt. Tempi passati, wie sich inzwischen bis in die breite Öffentlichkeit rundgesprochen hat, aber in solch einer Ausstellung ist wissenschaftliche Qualität nur schwer zu veranschaulichen. Immerhin ein paar Schlaglichter auf das breite Spektrum: ein Lügendetektor (den man gern einer praktischen Erprobung unterziehen würde ...), fußballspielende Hunde (kein Spielkram, wie sich versteht, sondern hochkomplexe Computertechnik, zu welchem Einsatz auch immer), eine Weltkarte, auf der zu sehen ist, wo überall Archäologieprofessoren und –studenten der FU Materielles oder Immaterielles zu Tage fördern, eine Statue aus der Abguss-Sammlung, die den Studenten antike Plastik originalgetreu vor Augen bringt, usw. usf.
Altes Matrikelbuch der FU
Bei dieser Statue handelt es sich übrigens um einen "Apollon Sauroktonos“, eine Darstellung des rettenden Gottes, der dabei ist, zwar nicht einem Drachen, aber doch einer Eidechse den Ga-raus zu machen. Eine diskrete Anspielung auf die Existenz-ängste, die die FU in den letzten Jahren gelegentlich geplagt haben? Präsident und Kurator wollten sich jeden Seitenblick auf die Konkurrenz in der Stadt, die Humboldt-Universität mit ihrer fast viermal so langen Geschichte, versagen. Wie die FU ihre Zukunft konzipiert, wird dennoch deutlich: Die wissenschaftlichen Highlights sollen eben nicht nur große Leistungen der Vergangenheit widerspiegeln, sondern auch auf zukünftige "Exzellenz“ vorausweisen. Während die HU bestrebt ist, weiterhin das breite Spektrum der Wissenschaften so gut wie irgend möglich abzudecken, will die Freie Universität auf einigen ausgewählten Feldern ("Clustern“, wie das neumodisch heißt) zur internationalen Spitze vorstoßen.
First Solar und Vestas enttäuschen mit Q1-Zahlen. Die RENIXX-Schwergewichte First Solar und Vestas haben die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2011 vorgelegt und dabei die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen können. Beide Aktien geben im frühen Handel nach und ziehen den RENIXX unter die Marke von 520 Punkten.
Fukushima 1: Arbeiter wagen sich in Reaktorgebäude 1. Erstmals seit der Zerstörung am 11. März 2011 haben nun Arbeiter des Betreibers Tepco das Gebäude von Reaktorblock 1 betreten. Sie sollen Filtersysteme einbauen um die radioaktiv verseuchte Luft im Gebäude zu reinigen. Sie dürfen sich jedoch nur jeweils 10 Minuten im Gebäude aufhalten. Drei Gruppen sollen sich mit dem Einbau abwechseln.
Q-Cells Vorstandsmitglied Rauter hat sein Amt auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Aufsichtsrat der Q-Cells hat dem in seiner Sitzung am 4. Mai entsprochen. Gerhard Rauter (53) war seit Oktober 2007 als Chief Operation Officer (COO) für Q-Cells tätig und zuletzt für Produktion und Technologie verantwortlich.
Weltmarktführer: BELECTRIC er- richtet 2010 über 300 MW PV-Leistung und installierte damit weltweit mehr PV-Leistung als jedes andere Unternehmen. Das geht aus einer Analyse des Marktforschungsinstitut IMS Research hervor. In 2011 will das Unternehmen aus dem bayerischen Kolitzheim bis zu 60 Prozent des jährlichen Auftragsvolumens im Ausland realisieren.
Neue Hinweise für eine Virus- Beteiligung bei Prostatakrebs glauben US-Forscher gefunden zu haben. Sie haben das Virus XMRV bei fast jedem dritten untersuchten Prostata-Krebspatienten gefunden. Sollte das Virus der Auslöser sein, könnte man eine Impfung entwickeln wie gegen Gebärmutterhalskrebs.
Im Dschungel von Papua-Neugui- nea entdeckten Wissenschaftler vom Smithsonian Nationalen Museum für Naturkunde in Washington ein Nagetier, das die Größe eines Dackels erreicht. Die Riesenratte misst gut 80 Zentimeter und wird anderthalb Kilogramm schwer.
Der Schwanz, den Geckos auf der Flucht vor Verfolgern abwerfen, kann noch bis zu einer halben Stunde lang tanzende Bewegungen vollführen und den Feind auf diese Weise ablenken, so Zoologen der Clemson University in South Carolina.
Auf Kuba wurden die fossilen Reste eines riesigen Krokodils gefunden, das vor 20 Millionen Jahren gelebt haben soll. Das zehn Meter lange Skelett wurde in der Provinz Sancti Spiritus entdeckt.
In einem erloschenen Vulkan auf der Osterinsel entdeckten Forscher der Universität von Manchester einen Steinbruch. Aus dieser Quelle könnten auch die roten Hüte stammen, die viele der legendären Riesenfiguren tragen, vermuten die Wissenschaftler.
Der deutsche Bundestag hat alle im Zweiten Weltkrieg gegen "Kriegsverräter" ausgesprochenen Urteile mit den Stimmen aller Fraktionen aufgehoben. Die Anlässe für diese Urteile reichten von politischem Widerstand und der Hilfe für verfolgte Juden über kritische Äußerungen über Krieg und Nazis bis hin zu Schwarzmarktgeschäften.
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03.08.2009 - MATHEMATIK Mit am Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin
"Mathematik zählt, weil...du damit fast alles erklären kannst, vielleicht sogar deine gute Note in Sport", meint Mathematik-Professor Matthias Ludwig, Autor des Buches "Mathematik und Sport" und Mathemacher des Monats August der Deutschen Mathematiker Vereinigung. > mehr
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17.07.2009 - ANTHROPOLOGIE
EVIDENCE how do we know what we know?
"Evidence" ist eine Web- Ausstellung des Museums Exploratorium in San Francisco. Anhand einer Fallstudie wird erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Hierbei steht die Arbeit des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie zur Erforschung der menschlichen Ursprünge im Mittelpunkt. > mehr