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21.02.2005 - MEDIZINTECHNIK

Eine Narbe wollte ich unbedingt vermeiden

Schilddrüsenoperation - durch neue Methode bleibt der Hals unversehrt

helios

 
 

Stumapatientin mit Dr. Eckhard Bärlehner
Bilder: Oberländer

Der Patientin Heike R. aus Mecklenburg-Vorpommern sieht man nicht an, dass sie eine Operation an der Schilddrüse hinter sich hat. Ihr Hals ist völlig unversehrt - eine Narbe wollte sie unbedingt vermeiden. Dr. Eckhard Bärlehner, Chefarzt der Chirurgischen Klinik des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, der sich seit 15 Jahren ganz der minimalinvasiven Chirurgie ("Schlüssellochchirurgie") widmet,, setzte eine neue OP-Methode ein, die bisher nur ein Chirurg in Japan anwendet.

Über zwei kleine Schnitte von fünf Millimetern am Rand der Brustwarzen verschaffte sich der Berliner Chirurg einen Zugang und schob feine OP-Instrumente sowie eine Mini-Videokamera unter der Haut bis zur Schilddrüse vor. Einen dritten Zugang verschaffte sich Dr. Bärlehner unter der rechten Achselhöhle.

Die nur fünf Millimeter kleine Videokamera erfüllt eine wichtige Funk-tion. Sie überträgt ein 12- bis 15-fach vergrößertes Bild auf einen Monitor. Auf diese Weise erhält der Chirurg, der die Instrumente von außen bedient und operiert, ein sehr übersichtliches Ope-rationsfeld. Und durch eine besonderes Sicherungssystem, das die Bucher Chirurgen ein-setzen, werden die sensiblen Stimmbandnerven vor Ver-letzungen geschützt.

Gut vier Stunden dauerte der Eingriff, nach vier Tagen konnte die Patientin wieder entlassen werden. Die kleinen Narben an der Brustwarze sind zwei Wochen nach dem Eingriff kaum noch zu erkennen.

Die Patientin war seit zehn Jahren mit Schilddrüsenbeschwerden in ärztlicher Behandlung und ließ ihre Werte regelmäßig durch ihren Hausarzt kontrollieren. Als sich die Laborwerte in den vergangenen Monaten drastisch verschlechterten und die vergrößerte Schilddrüse große Schluckbeschwerden bereitete, riet ihr Hausarzt zur Entfernung der "kalten Knoten". Lange Zeit wusste sie nicht, dass die Überfunktion der Schilddrüse für ihre Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Nervosität verantwortlich war.

Dr. Bärlehner gilt als einer der führenden "Schlüssellochchirurgen" in Deutschland. Er führt selbst große Eingriffe an Magen, Darm, Gallenblase, Leisten- oder Bauchwandhernie, Milz- und Nebennie-ren minimalinvasiv durch. Entzündliche Darmerkrankungen (Divertikulitis) und funktionelle Störungen am Enddarm (Prolaps) beseitigt er durch schonende OP-Verfahren wie große Krebsgeschwüre. Als einer der ersten Operateure in Deutschland führte der Berliner Chirurg vor knapp zwei Jahren die minimalinvasive Schilddrüsenoperation ein. Die Bucher Operateure kommen mit einem zwei Zentimeter kleinen Schnitt am Hals aus, der schnell verheilt.

Die Schilddrüse steuert viele Vorgänge im Körper. Sie hält die Hormonproduktion im Gleichgewicht, steuert und überwacht praktisch alle physiologischen Prozesse wie Wachstum, Verdauung, Atmung oder das Herz-Kreislaufsystem. Erkrankungen und Störungen der Schilddrüse haben häufig gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit oder das Wohlbefinden. Eine Unterfunktion führt zur Müdigkeit, Depressionen bis zur Unfruchtbarkeit, steigenden Cholesterinwerten. Bei einer Überfunktion wird der Körper mit Hormonen überschwemmt. Die Folgen sind: motorische Unruhe, Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Gewichtsverlust. Häufigste Ursache für eine Überfunktion ist Jodmangel.

In Deutschland haben 15 Millionen Menschen Probleme mit der Schilddrüse. Wenn Medikamente nicht mehr helfen, müssen die Probleme operativ beseitigt werden. In Deutschland werden jährlich 100.000 Schilddrüsenoperationen durchgeführt, vier Fünftel der Betroffenen sind Frauen.

 

Mehr im Internet:  
HELIOS Klinikum Berlin-Buch

 

 

 

 

 

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