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06.07.2004 - STUDENTISCHES ENGAGEMENT

Student wirbt für Nutzung erneuerbarer Energien

Solarkocher in Berlin im Einsatz

Sylva Ullmann

 
 

Gerhard Penninger bei
der Demonstration

Gerhard Penninger interessiert sich für ökologische Belange. Neben seinem Studium in Wirtschaftsingenieurwesen mit der Vertiefung Umwelt an der Technischen Fachhochschule (TFH) und Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) Berlin startete er Anfang Juni ein Projekt, das von der Agentur "Zukunftsfähiges Berlin" gefördert wird: er stellt die Idee des solaren Kochens in Berlin vor und wirbt damit für erneuerbare Energien.

Sonntagvormittag am Brandenburger Tor: Unter den Linden wird das Umweltfest Berlin gefeiert. Mit dabei ist der Student Gerhard Penninger und sein Team. Vor dem Hotel Adlon wurde der  Solarkocher SK14 postiert. Die Sonne scheint und es dauert nicht lange bis der Eintopf auf dem Rost des silbern schillernden Parabolspiegels kocht. Kein Brennholz oder andere Brennmaterialien sind notwendig. Die glänzenden, gebogenen Innenflächenn des Kochers reflektieren die Sonnenstrahlen so, dass diese in einem Punkt zusammen laufen. An dieser Stelle wird der Kochtopf platziert, denn hier herrscht die höchste Temperatur. Alle 15 bis 20 Minuten muss das Gerät mit einem Durchmesser von 1,4 Metern neu auf die Sonne ausgerichtet werden. Nicht nur der Duft lässt die Passanten stehen bleiben. Manche sehen das Gerät schon statt des üblichen Grills in ihrem Garten stehen.

Gerhard Penninger geht es nicht nur um die Vorstellung einer interessanten Technologie. Er beschäftigt sich seit einigen Jahren mit Umweltproblemen im Zusammenhang zu den Energien, die wir nutzen. "Auch kommende Generationen sollen so leben können, wie wir." Dabei denkt er auch an Menschen in südlichen Ländern, denen es heute am Nötigsten mangelt. Die Öffentlichkeit darüber zu informieren, Bewusstsein zu schaffen und Alternativen aufzuzeigen, darin sieht er seine Aufgabe.

Vor zwei Jahren erfuhr Penninger vom solaren Kochen. Laut Welthungerhilfe sind rund Milliarden Menschen auf Brennholz und andere brennbare Materialien angewiesen, um kochen zu können. Brennholz – ein nachwachsender Rohstoff und gerade für die "Armen" kostenlose Energiequelle – wird immer rarer. Der natürliche Holznachwuchs kann dem Tempo der Abholzung nicht stand halten. In afrikanischen Ländern scheint an 300 Tagen des Jahres die Sonne – ideale Bedingungen für den Einsatz des Solarkochers.

Dies erkannte der rührige 28-Jährige, entwickelte ein Konzept, die Vorteile des solaren Kochens in Berlin bekannt zu machen. Das internationale Berlin ist für ihn der ideale Platz, um Multiplikatoren anzusprechen. Der Student bewarb sich mit seiner Projektidee bei der Agentur "Zukunftsfähiges Berlin" und kann nun mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie seine Idee umsetzen. Ursprünglich plante er, in diesem Sommer im Görlitzer Park und am Treptower Hafen gekochte, gegrillte oder gebackene Leckereien zu verkaufen. Dafür ist neben der Einhaltung einer Vielzahl von Auflagen ein überdachter Stand nötig - für den Solarkocher das Aus. Das Team hat schon eine Alternative: der Kocher eignet sich auch zum Schmelzen von Wachs. Am Stand ist bald das Ziehen von Kerzen zu sehen, auf dem Kocher zubereitete Speisen dienen "nur" der Pausenversorgung des Teams.

Der Verein "EG Solar e. V." aus Altötting stellte Penninger drei Kocher zur Verfügung und unterstützt seit 1992 den Aufbau von 35 Solarkocher-Werkstätten in "Ländern des Südens". Einheimische Arbeiter fertigen dort aus einheimischem Material die Gestelle für die Kochgeräte. Nur die Hochglanz-Aluminiumbleche werden aus Deutschland importiert. In einer breit angelegten Untersuchung der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Südafrika bescheinigten die beteiligten Großfamilien dem Solarkocher die größte Alltagstauglichkeit im Vergleich zu anderen ressourcen-sparenden Kochertypen.



Mehr im Internet:
EG Solar e.V.

 

 

 




Sylva Ullmann 

Mitbegründerin der Berliner
Agentur scienzz communication

 

 

 

 

 

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