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12.02.2018 - KULTURGESCHICHTE

Weise Narren und rechte Toren

Von Aesop bis zu Duerrenmatts "Physikern"

Es war im November 1315. Herzog Leopold von Österreich rückte mit seinem Ritterheer zu einer Expedition gegen die Bauern von Schwyz aus. Mit ernsthaftem Widerstand rechnete Leopold nicht. Nur sein Hofnarr Hans Kuony von Stocken warnte: „Ihr wisst, wie Ihr nach Schwyz reinkommt, aber nicht, wie wieder raus.“ Der Narr behielt Recht: Die kampferprobten Schweizer Bauern brachten den stolzen Rittern eine empfindliche Niederlage bei. Die Confoederatio Helvetica heute sieht in der Schlacht von Morgarten eines ihrer Gründungsdaten. Doch auch eine der wichtigsten Institutionen der Schwäbisch-Alemannischen Fasnacht, das „Hohe Grobgünstige Narrengericht“ zu Stockach, leitet sich davon ab. > mehr

08.02.2018 - KARNEVAL

"Die Kirche erlaubt eine ehrliche Wolllustbarkeit"

Der Karneval im Streit der Weltanschauungen

Anfang 1983 fanden die Einwohner von Freiburg im Breisgau in ihren Briefkästen einen Handzettel der „Evangelischen Volks- und Schriftenmission“ Lemgo vor, überschrieben „Karneval – nein danke!“ Manchem Empfänger werden die Autoren damit aus dem Herzen gesprochen haben. Der Karneval bringt jedes Mal eine Spaltung der Gesellschaft mit sich: Kaum hat das neue Jahr begonnen, schunkelt sich die eine Hälfte in den Ausnahmezustand, während die andere Hälfte fassungslos zusieht oder auch lieber wegschauen möchte. Aber natürlich wollten die Autoren nicht nur ihren Widerwillen gegen die kollektiv verordnete Fröhlichkeit ausdrücken, sie machten zugleich einem jahrhundertealten theologischen Unbehagen an den Karnevalsbräuchen Luft. > mehr

04.02.2018 - KULTURGESCHICHTE

Als das Wissen zum Massenprodukt wurde

Vor 550 Jahren starb Johannes Gutenberg

Als sich im späten 15. Jahrhundert die neu erfundene Druckkunst über Europa verbreitete, war es nicht zuletzt die Kirche, die gern die Möglichkeit nutzte, Bibeln und Mess- und Gebetbücher nun nicht mehr von Mönchen einzeln abschreiben zu lassen. In manchen Klöstern, erzählte man sich, soll es allerdings üblich gewesen sein, bei jedem gedruckten Exemplar einzeln Korrektur zu lesen: Dass alle Bücher einer Ausgabe Wort für Wort und Buchstabe für Buchstabe denselben Text boten, habe man sich einfach nicht vorstellen können. Die Entwicklung von Computer und Internet in den letzten Jahrzehnten hat uns hinreichend vor Augen geführt, wie leicht auch wir heutzutage uns vor „Neuland“ geführt sehen – und wie schwer wir uns dann oft tun. > mehr

26.01.2018 - DEUTSCHE LITERATUR

Ein Virtuose der Verinnerlichung

Vor 150 Jahren starb Adalbert Stifter

„Drei starke Bände!“, stöhnte der Schriftstellerkollege Friedrich Hebbel, verfasst in einer „aufs Breite und Breiteste angelegten Beschreibungsnatur“. „Wir glauben nichts zu riskieren, wenn wir demjenigen, der beweisen kann, dass er sie ausgelesen hat, ohne als Kunstrichter dazu verpflichtet zu sein, die Krone von Polen versprechen.“ Stein des Anstoßes war Adalbert Stifters Roman „Der Nachsommer“. Viele Leser werden Hebbel zustimmen: Stifter gilt als der langweiligste, der altväterlichste unter allen Klassikern der deutschen Literatur. Es gab auch andere Stimmen. Friedrich Nietzsche sah „eine verklärte reine Herbstlichkeit im Genießen und im Reifwerdenlassen“; der „Nachsommer“ sei „im Grunde das einzige deutsche Buch nach Goethe, das für mich Zauber hat“. > mehr

16.01.2018 - FORENSIK

Wer war Theo der Pfeifenraucher?

Gerichtsmedizin im Dienste der Archaeologie

An der linken Schläfe war eine schwere Verletzung festzustellen. Das Ergebnis eines Hiebs, meinte der Anthropologe Wilhelm Gieseler, als er den Schädel 1974 untersuchte. Es könnte eine gewaltsame Auseinandersetzung gegeben haben, mit tödlichen Folgen für das Opfer. Die zweite Verletzung, hinten an der Schädelbasis, brachte Gieseler auf eine noch viel spektakulärere Hypothese: Nach der Trennung vom Rumpf sei der Schädel geöffnet worden, um ihm das Gehirn zwecks Verzehr zu entnehmen. Diese Umstände veranlassten jedoch keinen Staatsanwalt, Anklage gegen Unbekannt zu erheben. Das Opfer hatte vor 250.000 oder 300.000 Jahren gelebt. > mehr

10.01.2018 - IDEENGESCHICHTE

Kaempfende Schreiber und schreibende Kaempfer

Die Marxisten der ersten Stunde - Geschichte einer Faszination

„Mich reut die Stunde, die nicht Harnisch trug! Mich reut der Tag, der keine Wunden schlug! Mich reut – ich streu‘ mir Asche auf das Haupt – dass ich nicht fester noch an Sieg geglaubt!“ Der Schweizer Dichter C. F. Meyers legte diese pathetischen Zeilen 1872 dem Humanisten Ulrich von Hutten in den Mund. Das Versepos „Huttens letzte Tage“ wurde eine der Lieblingslektüren von Rosa Luxemburg. In einem Brief an eine Freundin überlegte sie, ob es nicht sinnvoll sei, ein Zitat daraus auf ihren Grabstein setzen zu lassen. Luxemburg, schreibt die Historikerin Christina Morina von der Universität Amsterdam in ihrer Studie über die „Erfindung des Marxismus“, identifizierte sich ein Leben lang mit Ulrich von Hutten. > mehr

04.01.2018 - BRAUCHTUM

Sternsinger, Wallfahrer und Bohnenkoenige

Braeuche rund um das Dreikoenigsfest

Es war eines der beliebtesten Motive in der holländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts. Inmitten einer fröhlichen Tafelrunde sitzt ein würdiger Herr mit Krone auf dem Haupt, er hebt gerade sein Glas zum Mund, die Menschen um ihn herum lassen ihn hochleben. Offenbar nicht zum ersten Mal, zum Beispiel auf einem Gemälde von Jakob Jordaens, das um 1650 entstand, sieht man, wie unten links bereits jemand betrunken zu Boden gesunken ist. Früher wurde dieser Brauch in vielen Ländern Europas am Vorabend des Dreikönigsfestes geübt. In Frankreich besteht er noch heute. Entweder durch Wahl oder durch das Los bestimmt die Festgesellschaft einen „König“. Der Brauch ist seit dem 13. Jahrhundert belegt. Es war naheliegend, diesen Brauch am Dreikönigsfest auszuüben. > mehr

30.12.2017 - GESCHICHTE

Papst Silvester: Das richtige Todesdatum ...

... und die spektakulaerste Faelschung der Weltgeschichte

„Der kaiserliche Herrscher, Caesar Flavius Constantinus“, „der treue, sanftmütige, größte, wohltätige, der fromme, erfolgreiche Sieger und Triumphator“, „der für immer kaiserlich Erhabene …“. Usw. usf., Kaiser Konstantin brauchte ziemlich lange, bis er zur Sache kam. Nachdem er all seine Titel aufgezählt hatte, erzählte er zunächst, wie der Bischof von Rom ihn vom Aussatz geheilt und dadurch zum christlichen Glauben bekehrt hatte. Zum Dank wollte er seinen Retter mit allen Würden und Ehren ausstatten, die ihm zur Verfügung standen, und schließlich und vor allem: Er habe sich entschlossen, diesem Priester, „unserem Vater Silvester“, die Stadt Rom und ganz Italien und die „Gebiete des Westens“ zu übergeben – ihm, „dem Papst aller“, und seinen „priesterlichen Nachfolgern“. > mehr

28.12.2017 - ZOOLOGIE

Leben im Energiesparmodus

Der Winterschlaf - wenn der koerpereigene Thermostat heruntergedreht wird

Science-fiction-Filme wie Ridley Scotts „Alien“ haben es vorgemacht: Dass die Entfernungen im Weltraum sich nach vielen Lichtjahren bemessen, stellt die Menschheit nicht vor unüberwindliche Schwierigkeiten. Auch innerhalb der begrenzten Lebenszeit, die uns gegeben ist, sind Reisen zu den Sternen möglich – wenn man nämlich die Astronauten in einen Kälteschlaf versetzt. Dann würden sie viel langsamer altern. Inzwischen soll bei der NASA überlegt werden, ob sich dergleichen nicht tatsächlich bei Reisen zum Mars einsetzen ließe. Voller Neid blicken wir da zum Beispiel auf die Fledermäuse. > mehr

24.12.2017 - BRAUCHTUM

Kloepfelnaechte, Weihnachtsmaerkte und Perchtenlaeufe

Weihnachtsbraeuche abseits von Baum, Krippe und Nikolaus

In manchen Gegenden Süddeutschlands und des Alpenraums, zum Beispiel im Berchtesgadener Land, ziehen die Kinder auch heute noch an den letzten drei Donnerstagen vor Weihnachten des Abends von Tür zu Tür und bitten um Leckerbissen. Ein „Heischebrauch“, wie die Ethnologen das nennen, man kennt dergleichen auch vom Dreikönigsfest oder neuerdings von „Halloween“. Ein wenig Umverteilung von materiellen Gütern, angeknüpft an Feste im Jahreskreislauf. Erste Belege für diese „Klöpfelnächte“ stammen aus dem 16. Jahrhundert. Nur ein Beispiel für jene alten Bräuche, die gegenüber Adventskranz und Weihnachtsbaum, Weihnachtskrippe und Weihnachtsmann in den Hintergrund getreten und heute beinahe ausgestorben sind. > mehr

19.12.2017 - THEATER

"Kinder, heute abend wollen wir vergnuegt sein"

Das weihnachtliche Theater seit dem 18. Jahrhundert

Schreckliche Dinge wusste 1784 die „Berlinische Monatsschrift“ aus dem Ort Zellerfelde, heute Clausthal-Zellerfeld, zu berichten. Bei der Weihnachtsmesse dort sei es üblich, die Sänger „als Engel angekleidet“ auftreten zu lassen, „in weißen Hemden mit grünem Bande.“ Der gelehrte Redakteur fühlte sich an die heidnischen Bräuche der Antike erinnert, er überschrieb seinen Text „Christliche Bacchanalien in der Christnacht“. In dem Harzort hatte sich ein Brauch aus dem Mittelalter erhalten, der in Städten wie Berlin ganz und gar ausgestorben war, nämlich den Gottesdienst in der Christnacht mit einem musikalischen Spiel zu begehen. Der Beitrag der „Monatsschrift“, berichtet die Münchner Theaterwissenschaftlerin Laura Schmidt in ihrer Studie zum „Weihnachtlichen Theater“, rief eine lebhafte Debatte über das Fortleben „heidnischer Greuel“ im Christentum hervor. > mehr

16.12.2017 - DEUTSCHE LITERATUR

"Repraesentativ fuer die deutsche Nachkriegsliteratur"

Vor 100 Jahren wurde Heinrich Boell geboren

Auch so kann man in die Literaturgeschichte eingehen, wenigstens als Randnotiz. „Ich fordere die ganze Bevölkerung auf“, sagte der spätere Bundespräsident Karl Carstens im Oktober 1974, „sich von der Terrortätigkeit zu distanzieren, insbesondere dem Dichter Heinrich Böll, der noch vor wenigen Monaten unter dem Pseudonym Katharina Blüm [!] ein Buch geschrieben hat, das eine Rechtfertigung von Gewalt dargestellt.“ Nun, dass Politiker sich zu Büchern äußern, die sie nicht gelesen haben, ist vielleicht nicht so ungewöhnlich. Offenbar hatte Carstens nicht einmal das Titelblatt von Heinrich Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ zur Kenntnis genommen. > mehr

13.12.2017 - TOURISMUS

"In der Geschichte geht nichts verloren"

Deutschlandreisen - von Caesars Feldzug am Rhein bis zu "Germany in one week"

Die Deutschen seien „den Elefanten vergleichbar“, notierte der französische Philosoph Charles de Montesquieu in seinem Tagebuch, während er 1728/30 die Territorien des Heiligen Römischen Reiches bereiste. Warum den Elefanten? „Die Deutschen sind gute Leute […] Zunächst wirken sie schrecklich, doch sobald man sie gestreichelt hat und ihnen schmeichelt, werden sie sanftmütig.“ Montesquieu, der fast zwanzig Jahre später sein großes Werk über den „Geist der Gesetze“ veröffentlichte, interessierte sich für die politischen Strukturen, die er in den Ländern seiner Reise vorfand – aber eben auch für die Soziologie und Psychologie der Bevölkerung. > mehr

10.12.2017 - RELIGIONSGESCHICHTE

Auf der Suche nach dem Zusammenhang zwischen Historie und Glauben

Ein Jesus-Handbuch bilanziert den Stand der Forschung

Jesus und die Politik, Jesus im Lichte der Qumran-Texte, Jesus aus der Sicht der modernen Archäologie, die apokryphen Evangelien über Jesus, Jesus und die Frauen … Auf dem Büchermarkt und in den Fernsehmagazinen ist die Gestalt des Jesus von Nazareth allgegenwärtig. Inwieweit das, was dort unter dem Stichwort „Jesus“ angeboten wird, mit historischer Erkenntnis zu tun hat oder mehr mit den aktuellen Moden unserer Gegenwartskultur, ist eine andere Frage. Die beiden Theologen Jens Schröter und Christine Jacobi von der Berliner Humboldt-Universität haben jetzt ein umfangreiches Handbuch herausgebracht, das den aktuellen Stand der Forschung zum „historischen Jesus“ zusammenfasst. > mehr

05.12.2017 - IDEENGESCHICHTE

Die Sehnsucht nach den reinsten Quellen

Vor 300 Jahren wurde Johann Joachim Winckelmann geboren

Das Verdammungsurteil hat Egon Friedell 1927 in seiner „Kulturgeschichte der Neuzeit“ gesprochen: Johann Joachim Winckelmann sei „Ausgangspunkt einer der verhängnisvollsten Verirrungen des deutschen Geistes" gewesen. Friedell lieferte auch gleich eine psychologische Erklärung für diesen „Irrweg“. Die Kulturepoche des Klassizismus, die Winckelmann begründete, sei auf dessen erotische Vorlieben zurückzuführen: „Das homosexuelle Auge sieht vorwiegend Kontur, Plastik, ist ohne Empfindung für rein malerische Eindrücke." Nun ja, ob die großen Linien der Geschichte derart einfach auf Individuelles zu reduzieren sind, darf man bezweifeln. Dass Winckelmann, der am 9. Dezember 1717, vor 300 Jahren, als Sohn eines Schuhmachers in Stendal in der Altmark geboren wurde, sowohl die Kulturepoche des Klassizismus als auch die Wissenschaft der Kunstgeschichte begründen würde, war ihm jedenfalls nicht in die Wiege gelegt. > mehr

02.12.2017 - LITERATURGESCHICHTE

"Zugang zu Sachverhalten, die geistig Gesunden verschlossen sind"

Der Wahnsinn in Literatur und Kuensten

„Hörst du nicht das Wiehern der Rosse“, fragt Don Quijote seinen Knappen, „das Blasen der Trompeten, das Rollen der Trommeln?“ „Ich höre nichts anderes“, antwortet Sancho, „als vielfaches Blöken von Schafen und Hammeln.“ Doch Don Quijote lässt sich nicht beirren. Er gibt seinem Pferd die Sporen, stürmt mit eingelegtem Speer auf die Schafherde los und richtet ein Blutbad an. Kein Zweifel, Don Quijote ist ein Narr, ein Verrückter, ein Wahnsinniger. Ist es ein Widerspruch, dass dieser Narr immer wieder auch Anzeichen einer höheren Vernunft erkennen lässt? > mehr

27.11.2017 - ENGLISCHE LITERATUR

Die Welt zu aergern - und zu unterhalten

Vor 350 Jahren wurde Jonathan Swift geboren, der Autor von "Gullivers Reisen"

Abenteuerlicher hat wahrscheinlich selten ein Manuskript seinen Verleger erreicht. An einem Augustabend des Jahres 1726 fuhr eine Droschke in London am Haus von Benjamin Motte vorbei. Eine Hand reckte sich aus dem Fenster und warf ein Paket vor die Haustür. Dann verschwand die Droschke wieder im Dunkel. Zwei Monate später kam eines der meistgelesenen Bücher der Weltliteratur auf den Markt, betitelt „Reisen in verschiedene ferne Länder der Erde“. Als Verfasser war „Lemuel Gulliver“ angegeben, „erst Wundarzt, später Kapitän mehrerer Schiffe“. Der Autor, Jonathan Swift, würde am 30. November seinen 350. Geburtstag feiern. > mehr

22.11.2017 - FILM

Sehnsucht nach einem heilen Familienleben - und nach einer "landesmuetterlichen" Politik

Ein Jahrhundert Filmkunst rund um Kaiserin Sissi

Was macht ein „typisch“ deutsches Weihnachtsfest aus, nicht in der angeblich „guten, alten Zeit“, sondern in unserer Gegenwart? In vielen Familien behauptet natürlich weiterhin der geschmückte Weihnachtsbaum sein Recht, oft mit der Krippe darunter, mit dem Absingen von Weihnachtsliedern und dem Verzehren des zu Weihnachten passenden Gebäcks. Aber in unserer von Massenmedien geprägten Welt ziemlich oft wohl auch das Anschauen von TV-Programmen, die zu Weihnachten seit Jahrzehnten irgendwie dazugehören. Da kommt am Heiligen Abend, wie es sich versteht, Loriots „Familie Hoppenstedt“. Und an den folgenden Feiertagen, alle Jahre wieder, Romy Schneider als Kaiserin Sissi, 312 Minuten lang. > mehr

17.11.2017 - KARTOGRAPHIE

Atlantis und das Paradies, die Insel des hl. Brendan und das Reich des Priesterkoenigs

Irrtuemer und Luegen auf Landkarten

Vielleicht war es ja wirklich die CIA. Im späten 20. Jahrhundert stritten sich Mexiko und die USA um die Ölförderrechte im Golf von Mexiko. Da war jede kleine Insel, wie winzig auch immer, geeignet, einen Anspruch auf Hoheit über die umliegende Wasserfläche zu begründen. So verzeichnete der offizielle Atlas der Mexikanischen Republik von 1921 etwa 200 Kilometer nordwestlich der Halbinsel Yucatán eine unbewohnte Insel mit Namen „Bermeja“ oder „Vermeja“. Im Jahr 1997 schickte die mexikanische Regierung ein Schiff aus, um die genaue Lage dieser Insel festzustellen. Gefunden wurde – nichts, außer eben Wasser. 2000 musste Mexiko einen Teilungsvertrag mit den Vereinigten Staaten unterschreiben, in dem die Insel nicht berücksichtigt war. Aber man gab die Hoffnung noch nicht auf. 2009 suchten Forscher der Universität Mexiko erneut mit Schiff und Flugzeug den Golf ab. Die Insel blieb verschwunden. > mehr

14.11.2017 - KUNST- UND LITERATURGESCHICHTE

"Der Jugend erste Bluete"

Das Motiv der Entjungferung in Kunst und Literatur

Ein blondes Mädchen, vielleicht 15 oder 16 Jahre alt, beugt sich weinend über sein totes Vögelchen. Mit Myrtenzweigen geschmückt, liegt der kleine Liebling wie aufgebahrt auf der Oberseite eines hölzernen Käfigs. „Welch reizende Elegie“, begeisterte sich der Schriftsteller Denis de Diderot 1765 in seiner Kritik dieses Gemäldes von Jean-Baptiste Greuze, das gerade im Pariser „Salon“ ausgestellt war. „Bald ertappt man [der Betrachter] sich dabei, wie man mit dieser Kleinen plaudert und sie tröstet.“ Man dürfe allerdings nicht glauben, schrieb Diderot einige Sätze später, „dieses kleine Mädchen beweine nur seinen Kanarienvogel“. Doch mit keinem Wort sagte der Kritiker, worum es seiner Meinung nach wirklich ging, er begnügte sich mit Andeutungen. „Nun ja, ich verstehe“, sagte er in einem fiktiven Dialog mit dem Mädchen, „er liebte Sie, er schwor es Ihnen […] Er litt so sehr. Wie kann man denn leiden sehen, was man liebt?“ > mehr



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