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19.05.2013 - MUSIKGESCHICHTE
Richard Wagner und die Deutschen - zum 200. Geburtstag
Fast 78 Jahre und kein bisschen weise ... Fünf Tage lang saß Winifred Wagner dem jungen Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg gegenüber und redete und redete ... Vor allem über ihre Freundschaft mit „Wolf“ alias Adolf Hitler. „Wenn Hitler heute hier zur Tür hereinkäme, ich wäre genauso fröhlich und so glücklich, ihn hier zu sehen und zu haben, als wie immer.“ Winifed beteuerte, sie sei ihr Leben lang völlig unpolitisch gewesen. „Ich bin im Stande, den Hitler, den ich kenne, vollkommen zu trennen von dem, was man heutzutage ihm alles zur Last legt.“ Bayreuth und die Politik ... Oder auch: Richard Wagner und die Deutschen ... Pünktlich zum 200. Geburtstag des Komponisten am 22. Mai hat der Historiker Sven Oliver Müller vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin einen Abriss dieser Beziehungsgeschichte heraus gebracht. > mehr
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01.05.2013 - LITERATURGESCHICHTE
Zweieinhalbtausend Jahre Theologie der Märkte
Eine riesige Glocke senkt sich über die Stadt Springfield und eine Stimme von oben verkündet, in einer Stunde werde die Welt untergehen; man solle sich gut überlegen, was in der verbleibenden Frist zu tun sei. Panisch rennen die Leute aus der Bar in die benachbarte Kirche – und die Gottesdienstbesucher aus der Kirche in die Bar. Der „Simpsons“-Kinofilm von 2007 brachte die ökonomische Erwartungstheorie, die vor einem halben Jahrtausend der italienische Dominikanergelehrte Thomas Cajetan entwickelt hat, auf die Leinwand: Wenn Güter knapp zu werden drohen, dann setzt ein Run ein. Ist es bloß ein Simpsons-Gag, dass mit Erlösungshoffnungen für das Jenseits nach denselben Kriterien „gehandelt“ wird wie mit Gütern unserer irdischen Ökonomie? Keineswegs, antwortet der Mannheimer Germanist und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch in seinem neuen Buch über die „Theologie der Märkte“. > mehr
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23.04.2013 - PHILOSOPHIE
Michel Foucaults erste Vorlesung am Collège de France ist als Buch erschienen
„Man müsste die Geschichte der Denksysteme unternehmen“, begründete der französische Philosoph Michel Foucault 1969 seine Kandidatur für einen Lehrstuhl am Collège de France. Foucault wurde gewählt; von 1970 bis zu seinem Tod 1984 stellte er dort seine aktuellen Forschungsprojekte vor. Von den meisten Vorlesungszyklen liegen Mitschnitte auf Cassettenrecorder vor. Nicht so aus dem Wintersemester 1970/71, Foucaults ersten Veranstaltungen am Collège. So hat es nach dem Tod des Dozenten noch fast drei Jahrzehnte gedauert, bis auf Grund der vorläufigen Manuskripte so etwas wie ein „Text“ dieser ersten Vorlesungsreihe erstellt werden konnte. > mehr
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13.04.2013 - KULTURWISSENSCHAFTEN
Kultur, Kulturphilosophie, Kulturwissenschaften - die Welt des freigestellten Menschen
Was ist das eigentlich – „Kultur“? Und was sind „Kulturwissenschaften“? Seit etwa zwei oder drei Jahrzehnten vollzieht sich in jenem Spektrum, das man früher „Geisteswissenschaften“ nannte, eine stille Revolution. 1956 noch hatte der englische Physiker C. P. Snow das Gegeneinander der „two cultures“ beklagt, der schöngeistigen Geisteswissenschaftler und Literaten einerseits, der Naturwissenschaftler und Techniker andererseits. 1985 dann stellte der Berliner Soziologe Wolf Lepenies fest, es habe sich inzwischen doch längst eine dritte wissenschaftliche „Kultur“ etabliert, die der Sozialwissenschaften. Inzwischen ist das Schlagwort „Kulturwissenschaften“ in aller Munde; viele mitteleuropäische Universitäten haben bereits Institute und Studiengänge mit diesem Titel eingerichtet. Ein Fach – oder vielmehr eine ganze Fächergruppe – im Wandel. Zusammen mit mehr als einem halben Hundert Kollegen hat der Philosoph Ralf Konersmann von der Universität Kiel jetzt ein „Handbuch der Kulturphilosophie“ vorgelegt. Und eine Forschergruppe um das Kulturwissenschaftliche Institut Essen hat einen Sammelband über „Schlüsselwerke der Kulturwissenschaften“ herausgebracht.
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25.03.2013 - KULTURGESCHICHTE
Der Ursprung der modernen Trauer- und Begräbnisriten
Zum Begräbnis immer dieselben Kirchenchoräle, mit Orgelbegleitung? Die Zeiten scheinen vorbei zu sein. Vor zwei Jahren veröffentlichte die Hamburger „Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge“ eine Liste der beliebtesten Trauerhits. Auf Platz 1 landete „Time to Say Goodbye“ von Sarah Brightman, auf 2 „Geboren um zu leben“ von der Band Unheilig. Auch „My way“ von Frank Sinatra und „Highway to Hell“ von AC/DC schafften es unter die Top Ten. Ein unüberhörbares Anzeichen, dass sich in der Bestattungskultur gerade in den letzten zwei oder drei Jahrzehnten einiges geändert hat. Rainer Sörries, Kunsthistoriker an der Universität Erlangen und Direktor des Museums für Sepulkral- (oder Begräbnis-)kultur in Kassel, und die Kulturwissenschaftlerin Barbara Happe von der Universität Jena sind der Entwicklung der Trauer- und Beisetzungsriten jetzt in zwei Neuveröffentlichungen nachgegangen.
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21.03.2013 - RELIGION HEUTE
Die Verbreitung alternativer Spiritualitäten in der religiösen Szene der Gegenwart
Nachdem Jürgen Klinsmann im Juli 2008 als Trainer von Bayern München verpflichtet worden war, ließ er auf dem Trainingsgelände vier Buddhastatuen aufstellen, die dem Spiel seiner Mannschaft einen „gewissen Energiefluss“ verleihen sollten. Viel geholfen hat es anscheinend nicht; bereits im April 2009 war es mit Klinsmanns Engagement in München wieder vorbei. - Ein „gewisser Energiefluss“ ... „Spiritualität“ nennt man so etwas mit einem der Modewörter unserer Zeit – die Annahme, dass es jenseits von Materialismus und Rationalität noch etwas „Anderes“ gibt, das unserem Leben Orientierung geben kann, ohne dass dieser „Glauben“ nach Art der christlichen Kirchen irgendwie zu organisieren wäre; statt dessen nehmen die „Gläubigen“ gern Anleihen etwa bei den Religionen des Fernen Ostens. Der Düsseldorfer Religionssoziologe Pascal Siegers hat diese „alternativen Spiritualitäten“ jetzt einer empirischen Untersuchung unterzogen. > mehr
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11.03.2013 - GESCHICHTE
"Falsche Könige" - eine Geschichte der politischen Hochstapelei
„Man wählt, um ein Schiff zu steuern, nicht denjenigen unter den Reisenden aus, der dem vornehmsten Geschlecht entstammt." Sehr plausibel, was der französische Schriftsteller Blaise Pascal da vor mehr als dreieinhalb Jahrhunderten formuliert hat. Viele, wahrscheinlich die meisten Gesellschaften seit dem alten Ägypten haben es anders gehalten. Politisches „Charisma“ wurde als eine Art Familienerbe angesehen. Dem Vater folgte der Sohn, meistens der erstgeborene, auf den Thron; manchmal kam auch eine Tochter zum Zug oder sonst ein Angehöriger. Einleuchtend, dass Familienwirren oder gar das Aussterben einer Dynastie immer wieder zu politischen Krisen führen mussten. Und ebenso, dass in solchen Situationen immer wieder „falsche“ Prinzen und Könige auftraten, Personen also, die von sich behaupteten, sie seien durch die aktuellen Inhaber der Macht um ihr Erbe, ihren Anspruch auf Krone und Thron, gebracht worden. Der Bonner Historiker Gerhard Menzel hat jetzt eine umfangreiche Studie zur Geschichte der politischen Hochstapelei vorgelegt.
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26.02.2013 - GARTENKUNST
Der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz und der Garten von Hannover-Herrenhausen
Es muss ein Kulturkampf gewesen sein, beinahe, so möchte man im Rückblick glauben, eine Vorbereitung der Revolution mit kulturellen Mitteln. „Eine fürstliche Laune hat all das erfunden, und eine fürstliche Sklaverei und Abhängigkeit vom Hof hält es am Leben“, schrieb um 1710 der englische Moralphilosoph Earl of Shaftesbury. Sein Verdammungsurteil galt dem Barockgarten mit seinen streng geometrischen Achsen – Paradebeispiel: der Schlosspark von Versailles. Der Französische Garten als Symbol der Unterdrückung unter dem Ancien régime, der Englische, scheinbar natürlich gewachsene Landschaftsgarten, der im frühen 18. Jahrhundert in Shaftesburys Heimatland zum Alternativmodell wurde, als Symbol der Freiheit? Von der historischen Realität wird diese schlichte Entgegensetzung nicht gedeckt, stellt der Kunsthistoriker Horst Bredekamp von der Berliner Humboldt-Universität jetzt in seiner neu erschienenen Studie zur Geschichte der Gartenkunst fest. Bredekamp hat die Gartenanlagen in Hannover-Herrenhausen, die von der Welfenfamilie um 1700 vor ihrem Residenzschloss angelegt wurden, unter die Lupe genommen. > mehr
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16.02.2013 - GESCHICHTE
Die Medici - Mannheim präsentiert die Menschen hinter Machtspiel und Kunstförderung
Im April 1578 stürzte Johanna von Österreich, die Gemahlin Großherzog Francescos I. de’ Medici, während ihrer achten Schwangerschaft unglücklich. Es kam zu einem Gebärmutterriss; Mutter und Kind starben. Der Witwer wusste genau: Alle Welt würde ihm unterstellen, er habe seine Frau ermordet. Schließlich war er seit langem mit der venezianischen Adligen Bianca Capello liiert, die er dann auch heiratete. Das Glück von Francesco und Bianca währte keine zehn Jahre; in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 1587 starben sie nur wenige Stunden nacheinander. Seit Jahrhunderten steht Francescos Bruder Ferdinando unter dem Verdacht, er habe die beiden ermorden lassen, um selbst den Thron besteigen zu können. - In unserem Geschichtsbild hat sich der Eindruck festgesetzt, dass im Italien des 16. Jahrhunderts der Mord eine sozusagen „normale“ Todesursache in der politischen Elite gewesen sein muss. Was daran ist Wahrheit, was Legende? In den letzten Jahren wurden 28 Mitglieder der Medici-Familie aus der Grabanlage von San Lorenzo in Florenz exhumiert und forensisch untersucht. Die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim haben dieses Projekt jetzt zum Anlass für eine große Ausstellung über die Florentiner Bankiersfamilie genommen, die zwei Jahrhunderte lang die Großherzöge der Toskana stellte. > mehr
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12.02.2013 - LINGUISTIK
Die unterschiedliche Orientierung der Kraftausdrücke in den Sprachen Europas
„On nous a baisé dans ce restaurant", sagen die Franzosen gern, wenn sie sich bei der Abrechnung im Restaurant übervorteilt fühlen. Gar nicht so einfach zu übersetzen. „Baiser“ heißt eigentlich „küssen“; die Wörterbücher geben umgangssprachlich noch ein weiteres Äquivalent an: „ficken“. Aber in unserem Beispielsatz ist natürlich weder das eine noch das andere gemeint. Sinngemäß wäre: „Man hat uns reingelegt“ oder „über den Tisch gezogen“. Das jedoch entspricht ganz und gar nicht der Tonlage des französischen Satzes. Die treffendste deutsche Übersetzung wäre: „Man hat uns beschissen.“ Wo der französische Kraftausdruck sich einer sexuellen Metapher bedient, greift man im Deutschen zu einer Redensart aus der Fäkalsphäre. Das ist nicht nur zwischen Französisch und Deutsch so. Ein Freiburger Linguist hat mehr als ein Dutzend europäische Sprachen unter die Lupe genommen. > mehr
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02.02.2013 - EMOTIONSGESCHICHTE
Zur Geschichte der Emotionen und des Nachdenkens über Emotion
1972 musste in den USA der demokratische Politiker Edmund Muskie seine Bewerbung um die Präsidentschaft, die allgemein als aussichtsreich eingeschätzt wurde, zurückziehen. Der Grund: Auf den Fernsehbildschirmen hatte alle Welt sehen können, wie ihm bei einer öffentlichen Rede die Tränen über die Wangen liefen. Hintergrund war offenbar ein Zeitungsartikel, der nahe gelegt hatte, Muskies Frau sei Alkoholikerin. Muskie musste aufgeben. Drei Jahrzehnte später wurden die USA von einem George W. Bush regiert, der immer wieder vor laufenden Kameras weinte, ohne dass man ihm das verübelt hätte. Bush selbst erklärte es auch ganz offen in einem Interview: Er habe im Präsidentenamt „mehr Tränen vergossen, als man zählen kann“. Da muss sich einiges geändert haben in der Bewertung öffentlich gezeigter Emotionen, im Umgang mit emotionalen Äußerungen, vielleicht auch in den Emotionen selbst. Haben Emotionen womöglich eine Geschichte, sind also nicht anthropologische Konstanten, die sich seit Jahrhunderttausenden unverändert durchhalten?
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27.12.2012 - ARCHITEKTUR
Zwei Jahrhunderte Rekonstruktionen römischer Architektur
Dagobert Duck lässt Pompeji wieder aufbauen, bevölkert die Stadt mit Handwerkern und Händlern und unterhält die Touristen mit einem täglichen Vesuvausbruch. Als der Vulkan eines Tages zu heftig ausbricht und die Stadt unter Mehl begräbt, weiß der geschäftstüchtige Multimillionär auch diese Situation zu nutzen: „Erst habt ihr die Rolle der alten Römer gespielt, jetzt könnt ihr Archäologen spielen ... Toll, was?“ - „Living history“, in diesem Fall aus der Phantasiefabrik Walt Disney. Aber auch dreidimensional sind Rekonstruktionen römischer Architektur groß in Mode – die Antike zum Anfassen, vermeintlich originalgetreu wiederaufgebaut. Die Archäologin Anita Rieche, die auf lange Jahre Tätigkeit im Archäologischen Park Xanten und am Rheinischen Landesmuseum Bonn zurückblicken kann, hat jetzt eine kleine Geschichte der Rekonstruktion und Nachbildung antiker Bauten vorgelegt.
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16.12.2012 - KULTURANTHROPOLOGIE
Die Praxis professioneller Hochzeitsplanung
„Sie dürfen die Braut jetzt küssen!“ Ein Satz, der in Film oder Fernsehen selten fehlt, wenn eine Hochzeit zelebriert wird. Soll ein Ritual gelingen, schreibt die Sozial- und Kulturanthropologin Hilde Schäffler in ihrer jetzt erschienenen Arbeit über das Hochzeitsritual, gilt es vor allem, Situationen von Handlungsunsicherheit, also Zufälle oder Stockungen, zu vermeiden. Und da helfen solche Versatzstücke wie die Lizenz zum Küssen, obwohl sie – isoliert betrachtet – ziemlich sinnlos erscheinen. Schließlich ist nicht zu vermuten, dass es der erste Kuss sein wird. Ist es ein Zeichen der Unsicherheit vieler Menschen heute im Umgang mit überkommenen Ritualen, dass da ein ganz neuer Dienstleistungszweig aufgekommen ist, die „professionelle Hochzeitsplanung“? Schäffler hat die Arbeit dieser Agenturen unter die Lupe genommen. In den USA ist der erste „Bridal Service“ bereits 1951 belegt; in Mitteleuropa kamen solche Unternehmen um 1990 auf. Auftrieb gab dem Metier der weltweite Erfolg des Films „Wedding Planner“ mit Jennifer Lopez und Matthew McConaughey 2001. > mehr
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12.12.2012 - SOZIOLOGIE
Das Pariser "College des Sociologie" am Vorabend des Zweiten Weltkriegs
„Die Leute wollte ich kennen lernen, die das geschrieben hatten“, berichtete der Literaturwissenschaftler Hans Mayer 1988 in seiner Autobiographie „Ein Deutscher auf Widerruf“ über seine Zeit im französischen Exil ein halbes Jahrhundert zuvor. „Die“ – das waren Georges Bataille, Roger Caillois und Michel Leiris; durch einen Artikel in der „Nouvelle revue francaise“ war Mayer auf die drei Soziologen aufmerksam geworden, die 1937 in Paris das „Collège de Sociologie“ gegründet hatten. Das Collège arbeitete nur zwei Studienjahre lang; im Herbst 1939, nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, wurde es nicht wiederaufgenommen. Trotz dieser kurzen Zeit – „nur wenige intellektuelle Gruppierungen des 20. Jahrhunderts haben international eine vergleichbare Wirkung entfaltet“, schreiben die Berliner Romanistin Irene Albers und der Grazer Soziologe Stephan Möbius; in Deutschland wäre zum Vergleich die „Frankfurter Schule“ um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno zu nennen.
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29.11.2012 - PARAPSYCHOLOGIE
Ein Streifzug durch Theorie und Praxis des Paranormalen
„Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio“, heißt es in Shakespeares „Hamlet“: Der Prinz versucht seinem skeptischen Freund die Einsicht nahe zu bringen, dass die Erscheinung des toten Königs vielleicht doch etwas anderes sein könnte als bloß eine Sinnestäuschung. Die Frage ist heute ebenso in der Diskussion wie vor vierhundert Jahren, als Shakespeare sein Stück schrieb. Im Jahr 2000, berichtet die Schweizer Schriftstellerin Olivia Natascha Kleinknecht in ihrem jetzt erschienen Buch über die „Macht der Dinge“, versuchte der englische Psychologe Richard Wiseman die berühmten Spukerscheinungen in Hampton Court, einer früheren königlichen Residenz bei London, aufzuklären. > mehr
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23.11.2012 - STAATSRECHT
Die Entwicklung des Staatsrechtlers Carl Schmitt im intellektuellen Umfeld der Weimarer Republik
Den „Kronjuristen des Dritten Reiches“ nannte der Publizist Waldemar Gurian 1934 den Staatsrechtsprofessor Carl Schmitt. Ein Jahrzehnte zuvor war Gurian Schmitts Schüler gewesen. Was ihn an seinem Lehrer faszinierte, war dessen Kritik des bürgerlichen Liberalismus. Die beiden waren sich in der Analyse der Gegenwart einig: Der Liberalismus und dessen politische Ausdrucksform, der Parlamentarismus, standen in einem unüberbrückbaren Gegensatz zu den Interessen der Nation, zu dem, was Schmitt damals die „nationale Demokratie“ nannte. Dennoch – mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus zerbrach das enge Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler. Gurian floh 1934 nach den Morden im Zusammenhang des sogenannten „Röhm-Putsches“ in die Schweiz; Schmitt rechtfertigte die Morde mit einem Aufsatz in der „Deutschen Juristenzeitung“: „Der Führer schützt das Recht“ – was Gurian zu seinem Angriff auf den „Kronjuristen“ veranlasste. Ein Hamburger Soziologe hat jetzt die Entwicklung von Carl Schmitts Denken in den intellektuellen Kontext der Weimarer Republik hineingestellt. > mehr
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14.11.2012 - FINANZPOLITIK
Aus der Geschichte der Staatsfinanzen in der Frühen Neuzeit
Der Krieg ist der Vater aller Dinge, wurde ein Spruch des altgriechischen Philosophen Heraklit früher gern übersetzt. Nun ist kaum zweifelhaft, dass Heraklit nicht den Krieg meinte, sondern viel allgemeiner den Streit oder den Widerspruch oder die Auseinandersetzung – Heraklit entdeckte das, was spätere Generationen „Dialektik“ nannten. Manchmal stimmt der Satz aber auch, wenn man den Begriff „Krieg“ ganz wörtlich nimmt: Die Entwicklung der Staatsfinanzen in Europa, haben die Historiker längst festgestellt, vor allem die Ausbildung eines Steuersystems war aufs engste mit den ständigen Kriegen verknüpft. Für das osmanische Reich des 16. und 17. Jahrhunderts kann der ungarische Historiker Pál Fodor sogar eine Zahl vorlegen: Etwa 90 bis 95 Prozent der Staatseinkünfte waren für militärische Zwecke bestimmt, selbst in den Friedenszeiten.Eine Forschergruppe um die Historiker der Universität Wien hat die Entwicklung der Staatsfinanzen in der Frühen Neuzeit unter die Lupe genommen. > mehr
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12.11.2012 - DEUTSCHE LITERATUR
Robert Musil und sein Jahrhundertroman "Der Mann ohne Eigenschaften"
Es war im Herbst 1915 an der österreichisch-italienischen Front im Trentino. Plötzlich hörte der Oberleutnant Robert Musil einen Sirenenton. „Es war ein dünner, singender, einfacher hoher Ton, wie wenn der Rand eines Glases zum Tönen gebracht wird“, schilderte Musil das Erlebnis später in seiner Novelle „Die Amsel“. „Ich war sicher, in der nächsten Minute Gottes Nähe in der Nähe meines Körpers zu fühlen.“ Nicht erst die Novelle, bereits Musils Tagebuch lässt vermuten, dass ihn damals ein „noch nie erwartetes Glück“ durchströmte. Realistisch betrachtet, gab es dazu keinen Anlass. Ein Fliegerpfeil raste auf Musil zu, eine Stahlwaffe, wie sie damals aus Flugzeugen durch ein Schussfenster abgeworfen wurde. Das Geschoss bohrte sich unmittelbar neben Musil metertief in den Boden. Der Kölner Literaturwissenschaftler Werner Frizen stellt Musils dichteriches Werk vor dem Hintergrund dieses Erlebnisses dar. > mehr
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06.11.2012 - THEOLOGIE
Zweitausend Jahre Kontroversen um das christliche Abendmahl
Ob Martin Luther und Ulrich Zwingli mit dem Schiedsspruch, den ihre Nachfolger fast ein halbes Jahrtausend nach ihrem großen Disput aushandelten, so ganz einverstanden sein könnten? 1529 hatte Landgraf Philipp von Hessen die beiden in Marburg an einen Tisch gebracht; er wollte die verschiedenen Strömungen der Reformation politisch vereinigen, um einem möglichen Angriff von katholischer oder kaiserlicher Seite eher widerstehen zu können. Luther und Zwingli redeten sich die Köpfe heiß; aber in der Lehre vom zentralen Sakrament des Christentums, vom Abendmahl, fanden sie nicht zueinander. „Lehret, wie ihr es vor Gott verantworten wollt“, soll Luther so höflich wie schroff gesagt haben. Eine Gruppe von Historikern, Dogmatikern und Praktikern der Theologie hat jetzt einen Sammelband über die Geschichte der Kontroversen zum Abendmahlssakrament in zwei Jahrtausenden Christentum herausgebracht. > mehr
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01.11.2012 - LITERATURWISSENSCHAFT
Ernsthaftes und weniger Ernsthaftes aus der Kulturgeschichte der Grabschrift
"Man könnte anhand von Grabinschriften eine Geschichte der Menschheit schreiben", behauptete 1870 der französische Architekt Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc. Der Literaturwissenschaftler Karl S. Guthke von der Harvard University hat die Idee aufgegriffen und einen Streifzug durch die Kulturgeschichte dieser literarischen Kleinform unternommen - allerlei Ernsthaftes und Tiefsinniges und auch einiges an unfreiwilliger Komik. > mehr
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Dossiersammlung Sprache und Literatur > mehr Einzel-Dossier Thomas Mann > mehr Einzelner Artikel Goethe steigt vom Sockel, Zur Neuausgabe von Tho- mas Manns Roman "Lotte in Weimar" > mehr
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Neue Hinweise für eine Virus- Beteiligung bei Prostatakrebs glauben US-Forscher gefunden zu haben. Sie haben das Virus XMRV bei fast jedem dritten untersuchten Prostata-Krebspatienten gefunden. Sollte das Virus der Auslöser sein, könnte man eine Impfung entwickeln wie gegen Gebärmutterhalskrebs.
Im Dschungel von Papua-Neugui- nea entdeckten Wissenschaftler vom Smithsonian Nationalen Museum für Naturkunde in Washington ein Nagetier, das die Größe eines Dackels erreicht. Die Riesenratte misst gut 80 Zentimeter und wird anderthalb Kilogramm schwer.
Der Schwanz, den Geckos auf der Flucht vor Verfolgern abwerfen, kann noch bis zu einer halben Stunde lang tanzende Bewegungen vollführen und den Feind auf diese Weise ablenken, so Zoologen der Clemson University in South Carolina.
Auf Kuba wurden die fossilen Reste eines riesigen Krokodils gefunden, das vor 20 Millionen Jahren gelebt haben soll. Das zehn Meter lange Skelett wurde in der Provinz Sancti Spiritus entdeckt.
In einem erloschenen Vulkan auf· der Osterinsel entdeckten Forscher der Universität von Manchester einen Steinbruch. Aus dieser Quelle könnten auch die roten Hüte stammen, die viele der legendären Riesenfiguren tragen, vermuten die Wissenschaftler.
Der deutsche Bundestag hat alleim Zweiten Weltkrieg gegen "Kriegsverräter" ausgesprochenen Urteile mit den Stimmen aller Fraktionen aufgehoben. Die Anlässe für diese Urteile reichten von politischem Widerstand und der Hilfe für verfolgte Juden über kritische Äußerungen über·Krieg und Nazis·bis hin zu Schwarzmarktgeschäften.
... LEUTE in scienzz |
03.08.2009 - MATHEMATIK Mit am Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin
"Mathematik zählt, weil...du damit fast alles erklären kannst, vielleicht sogar deine gute Note in Sport", meint Mathematik-Professor Matthias Ludwig, Autor des Buches "Mathematik und Sport" und Mathemacher des Monats August der Deutschen Mathematiker Vereinigung. > mehr
17.07.2009 - ANTHROPOLOGIE
EVIDENCE how do we know what we know?
"Evidence" ist eine Web- Ausstellung des Museums Exploratorium in San Francisco. Anhand einer Fallstudie wird erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Hierbei steht die Arbeit des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie zur Erforschung der menschlichen Ursprünge im Mittelpunkt. > mehr
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