Konzerne betreiben Zufeuerung von Holz als billige Alternative zum Kauf von CO2-Zertifikaten
In Berlin plant der Energieversorger Vattenfall drei neue Biomassekraftwerke zu errichten. Der enorme Holzbedarf soll laut Vattenfall auch durch Tropenholz von Gummibäumen aus Liberia gedeckt werden, und das obwohl dort akuter Brennholzmangel herrscht. Kritiker sehen darin den Versuch durch eine verstärkte Verfeuerung von Biomasse den Zukauf von CO2-Lizenzen zu verringern. Dies wird zur Zeit auch von anderen Unternehmen mit Kohlekraftwerken überlegt oder bereits betrieben. Denn die großen Kraftwerksbetreiber müssen zunehmend mehr CO2-Zertifikate zu immer höheren Preisen auf dem EU-Emissionsmarkt erwerben. > mehr
Klimawissenschaftler zum gegenwärtigen Stand der Klima- und Klimafolgenforschung
Wichtige Klimaindikatoren wie die globale Durchschnittstemperatur, der Meeresspiegelanstieg und Extremwetter-Ereignisse bewegen sich bereits außerhalb der Muster natürlicher Variabilität, innerhalb derer sich die moderne Gesellschaft und Wirtschaft entwickelt haben. Das geht aus einem Bericht hervor, den führende Klimawissenschaftler in Vorbereitung der Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember vorstellten. Die Übersicht über aktuelle Forschungsergebnisse zum Klimawandel wurde dem dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen, dem Gastgeber der Weltklimakonferenz, übergeben. > mehr
Wissenschaft und Öffentlichkeit, ein schwieriges Verhältnis
Wenn die beiden Moderatoren von „Clever“, der „Show, die Wissen schafft“, irgendwann demnächst ihre Memoiren schreiben – welchen Titel werden sie sich einfallen lassen? Vielleicht „Hundert Methoden, eine Mikrowelle zur Explosion zu bringen“? Gewiss, nur ein Running gag, aber nicht untypisch für das Bemühen, der Wissenschaft öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat das aktuelle Heft ihres Magazins „Gegenworte“ dem Thema gewidmet, Überschrift: „Wissen schafft Publikum“. > mehr
1995 wiesen Klimaforscher der Max-Planck-Gesellschaft zum ersten Mal nach, dass der Mensch die globale Erwärmung beeinflusst. Vor genau zehn Jahren unterzeichneten die Vereinten Nationen das Protokoll von Kyoto. Damit verpflichteten sich die Industrieländer, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren. In dieser Woche verhandeln die Staaten der UN auf Bali über Strategien für die Jahre nach 2012. Dann wird das Kyoto-Protokoll nicht mehr verbindlich sein. Kann es dabei als Vorbild dienen - oder war es ein Misserfolg? > mehr
Spitzenpolitiker und ihre visuelle Selbstinszenierung
Nicht nur mit Worten und Taten muss ein Spitzenpolitiker in der Medien-Demokratie überzeugen. Bilder gehören ebenso so sehr zum unverzichtbaren Instrumentarium der Selbstdarstellung von Politikern, dass der Münchner Politikwissenschaftler Wilhelm Hofmann schon eine starke Tendenz zur "visuellen Politik" konstatiert. Ein Blick auf die "Bilder der Macht" und deren Tücken. > mehr
Die Beschneidung wissenschaftlicher Freiheiten in Russland
Präsident Putin regelt nicht nur den Gashahn. Seit Dezember 2006 hat er auch die russische Akademie der Wissenschaften unter Kontrolle. Russlands Wissenschaft gewinnt dadurch zwar eine ansehnliche Summe Geld - ihre Freiheit dagegen hat sie damit definitiv verloren. > mehr
Ein Ministerium und sein aktuelles Wissenschaftsjahr
2007 ist das "Jahr der Geisteswissenschaften", so hat es das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufen. Eine Pflichtübung, nach einem halben Dutzend Jahren für einzelne naturwissenschaftliche Disziplinen? Und was meint das Ministerium eigentlich mit dem Wort "Geisteswissenschaften"? Steht dahinter eine Wissenschaftstheorie oder bloß der Einfall einer Public-relations-Agentur? > mehr
Nordkorea in der Sackgasse - Interview mit dem Berliner Ostasien-Wissenschaftler Werner Pfennig
Seit Nordkorea seine Zugehörigkeit zum Club der Atomwaffen-Mächte reklamiert, zieht die Außenpolitik des Regimes in Pyöngyang wieder die Aufmerksamkeit der Welt auf sich. Nordkorea selbst bleibt jedoch das abgeschlossenste Land auf diesem Globus. Wir befragten einen Ostasien-Wissenschaftler der FU Berlin, wie die politische Elite Nordkoreas sich die Zukunft ihres Staates in einer sich immer mehr vernetzenden Welt vorstellt. > mehr
Selten sorgen wissenschaftliche Studien für einen Aufschrei in der Bevölkerung. Zu dieser zweifelhaften Ehre kam im Oktober eine Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem an sich unverfänglichen Titel „Gesellschaft im Reformprozess“. Ein neues Gespenst geht um in Europa, nämlich das so genannte „Prekariat“. Michael Klemm denkt über Schlagwörter des aktuellen politischen Diskurses nach. > mehr
Das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU startet am 1. Januar
Die ersten Ausschreibungen sind innerhalb des nächsten halben Jahres zu erwarten: Am 1. Januar 2007 startet das 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP), das bis 2013 annähernd so viel europäische Forschungsfördermittel zur Verfügung stellen wird, wie seit Beginn der europäischen Forschungsförderung vor über zwanzig Jahren geflossen sind: mehr als 50 Milliarden Euro! > mehr
Was Bären, Schüler und Fußballfans gemeinsam haben (sollen)
Politische Kommunikation ist zu einem guten Teil auch semantische Arbeit, Kampf um und Spiel mit Wörtern. In zahlreichen und höchst unterschiedlichen Diskursen sprießen zurzeit die "Problem"gruppen, werden nicht nur Bären, sondern auch Menschen als Probleme bezeichnet und entsprechend ausgegrenzt. > mehr
Es war eine kurzlebige Einrichtung, kurzlebig selbst nach den Maßstäben deutscher Geschichte. Der Rheinbund, den Kaiser Napoleon vor 200 Jahren als Gegengewicht gegen die beiden größeren deutschen Staaten im Osten, Österreich und Preußen, ins Leben rief, hielt gerade einmal sieben Jahre. Aber vieles daran prägt die Bundesrepublik Deutschland und ihre Länder bis heute. > mehr
Der Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages 1991 kam nach leidenschaftlichen Auseinandersetzungen als Kompromiss zustande, der Bonn sechs Ministerien mit einem sogenannten Dienstsitz belies. Auch 15 Jahre danach sind die Gräben zwischen den Lagern tief und kaum überwindbar. Ein Totalumzug nach Berlin ist immer noch nicht möglich, stellte ein Bonner Politologe fest. > mehr
Zum Geburtstag des englischen Philosophen John Stuart Mill
"Es ist besser, ein unbefriedigtes menschliches Wesen als ein befriedigtes Schwein zu sein, besser ein unbefriedigter Sokrates als ein befriedigter Narr. Und wenn der Narr oder das Schwein anderer Ansicht sind, dann deshalb, weil sie nur die eine Seite der Angelegenheit kennen." Der englische Philosoph John Stuart Mill, der am 20. Mai 200 Jahre alt geworden wäre. Mit seinem Buch "On Liberty" gilt Mill als der einflussreichste englische Theoretiker des Liberalismus im 19. Jahrhundert.
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Im Mittelalter und bis in die frühe Neuzeit hinein gehörte Armut ganz selbstverständlich zum Leben der unteren Bevölkerungsschichten, Sozialstaat und Sozialpolitik waren noch nicht "erfunden". Die Kirche sah es jedoch als ihre Aufgabe an, auch weltliche Güter umzuverteilen - solange bis im 15., 16. Jahrhundert der Gedanke aufkam, eher Arbeitszwang anzuwenden als mildtätige Almosen. > mehr
Ein französischer Philosoph zu den Grenzen Europas
Gehört die Türkei zu Europa? Sollte sie irgendwann demnächst der Europäischen Union angehören? Bei dieser Frage reden die einen von Wirtschaftsinteressen und Geostrategie, die anderen von Unterschieden der Religion. Ein französischer Philosoph fragt, was das eigentlich ist, Europa oder die abendländische Zivilisation oder der Westen. Wo liegen demnach die Grenzen, die sich eine Europäische Union bei ihrer Erweiterung nach Osten und Südosten sinnvoll setzen kann, soll, muss? > mehr
Machtkampf in Weißrussland, vielleicht dem von der Weltöffentlichkeit bislang am wenigsten beachteten Land Europas. Die Hauptstadt Minsk, 1007 zum ersten Mal erwähnt, kann demnächst ihre Jahrtausendfeier begehen, aber zwischen Kiew und Litauen, Polen und Russland hatte die Region wenig Gelegenheit, eine historische Identität zu entwickeln. > mehr
Forscher plädieren für Grenzwert von 0,5 Prozent GVO-Anteil im Saatgut
Die Debatte über gentechnisch veränderte Organismen in Saatgut, Pflanzen und Lebensmitteln bleibt in der EU kontrovers. Ende Februar hat die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission einen Bericht über die Koexistenz von gentechnisch veränderten und herkömmlichen Kulturen und Saaten veröffentlicht. Danach könne ein Anteil von 0,5 Prozent genmanipulierter Bestandteile im Saatgut ausreichen, um den Grenzwert von 0,9 Prozent GVO in Lebens- und Futtermitteln einzuhalten. > mehr
Zwischen Lebenspflicht und Versicherungsfinanzen - zwei Jahrtausende Diskurs über "freiwilliges" Sterben
Umfragen zufolge spricht sich die Mehrheit der Bürger in Deutschland dafür aus, aktive direkte Sterbehilfe in Extremfällen von Strafandrohung zu befeien. Ein Viertel der Befragten fordert, dass der Wille des Betroffenen für sich allein ein hinreichendes Kriterium abgibt. Ebenfalls ein Viertel will diese "Hilfe" selbst dann erlaubt sehen, wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist, einen eigenen Willen kundzutun. Wir blicken zurück auf zweieinhalb Jahrtausende Diskussion. > mehr
Aus der Kulturgeschichte von Blasphemie und Intoleranz
"Stop, stop, die Jungfrauen sind aus!", ruft der Prophet den Selbstmordattentätern an der Paradiesespforte zu. Eine Anspielung des dänischen Karikaturisten Julius auf die Jungfrauen, die dem muslimischen Märtyrer im Koran als himmlischer Lohn verheißen werden. Aus Anlass der Aufregung um die Karikaturen in "Jyllands Posten" blicken wir zurück auf die Kulturgeschichte der religiösen Kränkung. > mehr
First Solar und Vestas enttäuschen mit Q1-Zahlen. Die RENIXX-Schwergewichte First Solar und Vestas haben die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2011 vorgelegt und dabei die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen können. Beide Aktien geben im frühen Handel nach und ziehen den RENIXX unter die Marke von 520 Punkten.
Fukushima 1: Arbeiter wagen sich in Reaktorgebäude 1. Erstmals seit der Zerstörung am 11. März 2011 haben nun Arbeiter des Betreibers Tepco das Gebäude von Reaktorblock 1 betreten. Sie sollen Filtersysteme einbauen um die radioaktiv verseuchte Luft im Gebäude zu reinigen. Sie dürfen sich jedoch nur jeweils 10 Minuten im Gebäude aufhalten. Drei Gruppen sollen sich mit dem Einbau abwechseln.
Q-Cells Vorstandsmitglied Rauter hat sein Amt auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Aufsichtsrat der Q-Cells hat dem in seiner Sitzung am 4. Mai entsprochen. Gerhard Rauter (53) war seit Oktober 2007 als Chief Operation Officer (COO) für Q-Cells tätig und zuletzt für Produktion und Technologie verantwortlich.
Weltmarktführer: BELECTRIC er- richtet 2010 über 300 MW PV-Leistung und installierte damit weltweit mehr PV-Leistung als jedes andere Unternehmen. Das geht aus einer Analyse des Marktforschungsinstitut IMS Research hervor. In 2011 will das Unternehmen aus dem bayerischen Kolitzheim bis zu 60 Prozent des jährlichen Auftragsvolumens im Ausland realisieren.
Neue Hinweise für eine Virus- Beteiligung bei Prostatakrebs glauben US-Forscher gefunden zu haben. Sie haben das Virus XMRV bei fast jedem dritten untersuchten Prostata-Krebspatienten gefunden. Sollte das Virus der Auslöser sein, könnte man eine Impfung entwickeln wie gegen Gebärmutterhalskrebs.
Im Dschungel von Papua-Neugui- nea entdeckten Wissenschaftler vom Smithsonian Nationalen Museum für Naturkunde in Washington ein Nagetier, das die Größe eines Dackels erreicht. Die Riesenratte misst gut 80 Zentimeter und wird anderthalb Kilogramm schwer.
Der Schwanz, den Geckos auf der Flucht vor Verfolgern abwerfen, kann noch bis zu einer halben Stunde lang tanzende Bewegungen vollführen und den Feind auf diese Weise ablenken, so Zoologen der Clemson University in South Carolina.
Auf Kuba wurden die fossilen Reste eines riesigen Krokodils gefunden, das vor 20 Millionen Jahren gelebt haben soll. Das zehn Meter lange Skelett wurde in der Provinz Sancti Spiritus entdeckt.
In einem erloschenen Vulkan auf der Osterinsel entdeckten Forscher der Universität von Manchester einen Steinbruch. Aus dieser Quelle könnten auch die roten Hüte stammen, die viele der legendären Riesenfiguren tragen, vermuten die Wissenschaftler.
Der deutsche Bundestag hat alle im Zweiten Weltkrieg gegen "Kriegsverräter" ausgesprochenen Urteile mit den Stimmen aller Fraktionen aufgehoben. Die Anlässe für diese Urteile reichten von politischem Widerstand und der Hilfe für verfolgte Juden über kritische Äußerungen über Krieg und Nazis bis hin zu Schwarzmarktgeschäften.
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03.08.2009 - MATHEMATIK Mit am Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin
"Mathematik zählt, weil...du damit fast alles erklären kannst, vielleicht sogar deine gute Note in Sport", meint Mathematik-Professor Matthias Ludwig, Autor des Buches "Mathematik und Sport" und Mathemacher des Monats August der Deutschen Mathematiker Vereinigung. > mehr
wissenswert
17.07.2009 - ANTHROPOLOGIE
EVIDENCE how do we know what we know?
"Evidence" ist eine Web- Ausstellung des Museums Exploratorium in San Francisco. Anhand einer Fallstudie wird erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Hierbei steht die Arbeit des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie zur Erforschung der menschlichen Ursprünge im Mittelpunkt. > mehr