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17.05.2013 - THEOLOGIE

"Diesen Jesus hat Gott auferweckt ..."

Vom Pfingstwunder zu den ersten Konzilien - die Entwicklung des christlichen Glaubensbekenntnisses

„Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen.“ So lautet der zentrale Satz der Pfingstpredigt des Apostels Petrus; in den folgenden Kapiteln der Apostelgeschichte wird er oft wiederholt und variiert. Petrus und die Apostel vor dem jüdischen Hohen Rat: „Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt, den hat Gott durch seine rechte Hand zum Fürsten und Heiland erhöht, um Israel Umkehr und Vergebung der Sünden zu gewähren.“ „Diesen Jesus hat Gott auferweckt ...“ Das ist bis heute das Zentrum des christlichen Glaubens. Die älteste uns überlieferte Fassung eines Glaubensbekenntnisses im Christentum findet sich im 1. Korintherbrief des Paulus, geschrieben in den 50er Jahren, also etwa vier Jahrzehnte vor der Apostelgeschichte. „Dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift, und dass er begraben worden ist, und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift ...“ Sehr früh kam der Brauch auf, bei der Taufe der neubekehrten Christen, ob nun Juden oder Heiden, eine Art „Glaubensbekenntnis“ zu sprechen. > mehr

10.05.2013 - BRAUCHTUM

Zwischen Friedenskampf und Floristikwirtschaft

Allerlei Muttertage und Vatertage, Männertage und Frauentage

In unserer modernen Zeit, sagen böse Zungen, hätten die Floristenverbände jene Funktion übernommen, die früher von den Kirchen ausgefüllt wurde: durch Feiertage das Jahr zu gliedern. Und es ist nicht ganz falsch, für den Blumenhandel gibt es erstens den Muttertag am 2. Sonntag im Mai, zweitens den Valentinstag am 14. Februar und drittens, viel weniger beachtlich, den Rest des Jahres. Beinahe könnte man auf den Gedanken verfallen, die Floristen hätten diese beiden Hochfeiertage neu erfunden; aber ganz so war es doch nicht. Valentin geht auf Bräuche in der englischen Aristokratie der frühen Neuzeit zurück; der Muttertag entsprang vor gut hundert Jahren einer zunächst ganz und gar privaten Initiative. Am 12. Mai 1907, dem Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter, veranstaltete die amerikanische Methodistin Anna Maria Jarvis ein „Memorial Mother’s Day Meeting“. Bald nach dieser Feier kam Anna Maria auf die Idee, einen „offiziellen“ Muttertag zu schaffen. > mehr

05.05.2013 - EXISTENZPHILOSOPHIE

Der Sprung ins Paradox des Glaubens

Vor 200 Jahren wurde der religiöse Schriftsteller Sören Kierkegaard geboren

„Gott sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar.“ Es gibt wenige andere Stellen in der Bibel, die modernen Lesern – auch oder gerade gläubigen Christen – derart anstößig erscheinen wie die Geschichte von Abraham und Isaak. Immanuel Kant sah nur eine einzige Möglichkeit, diese Stelle so zu deuten, dass sie seinem Kategorischen Imperativ nicht stracks zuwiderlief. Abraham hätte der vermeintlich göttlichen Stimme antworten müssen: "Dass ich meinen guten Sohn nicht töten soll, ist ganz gewiss; dass aber du, der du mir erscheinst, Gott seiest, davon bin ich nicht gewiss und kann es auch nicht werden." Für den dänischen Denker Søren Kierkegaard dagegen war das Wort Gottes eindeutig und erlaubte keine moralisierenden Umdeutungen. Als Philosoph konnte er Kant nicht widersprechen: Was Gott verlangte, war Mord. Aber als „religiöser Schriftsteller“, wie er sich selbst bezeichnete, wollte Kierkegaard, der vor 200 Jahren, am 5. Mai 1813, in Kopenhagen geboren wurde, seine Zeit lehren, diesen Widerspruch auszuhalten. > mehr

01.04.2013 - RELIGIONSGESCHICHTE

Gottesknecht, Opferlamm und Sündenbock

Zwei Jahrtausende Diskussionen über den Sinn der Passion Jesu Christi

Religionslehrer wissen davon ein Lied zu singen. Warum hatte Gott es nötig, seinen Sohn kreuzigen lassen, fragen Schüler und Eltern. In der Tat, nach menschlichen oder gar „modernen“ Maßstäben ist der Sinn von Jesu Tod am Kreuz schwer einzusehen. „Christus wurde geopfert, um die Sünden der vielen zu tragen“, fasst der Hebräerbrief die Theologie des Neuen Testaments bündig zusammen. Das ist erstens mit unserer Vorstellung nicht vereinbar, dass Schuld nur persönlich gesühnt werden kann, nicht stellvertretend, und widerspricht zweitens dem Gedanken an einen nicht nur gerechten, sondern auch gütigen Gott.Bereits die Hörer der christlichen Botschaft vor 2.000 Jahren hatten ihre Probleme. Die Predigt vom gekreuzigten Christus sei „den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit“, stellte Paulus im 1. Korintherbrief fest. > mehr

17.03.2013 - DEUTSCHE LITERATUR

"Von einem dichtenden Denker geschrieben"

Vor 200 Jahren wurde der Dramatiker Friedrich Hebbel geboren

An Friedrich Hebbel scheiden sich die Geister, heute wie zu seinen Lebzeiten. Hebbel besitze „gar keine plastische Phantasie“, schrieb Heinrich Laube, der Direktor des Wiener Burgtheaters; seine Stücke seien bloß „gedacht“, „von einem dichtenden Denker geschrieben, nicht aber von einem Dichter, der ein Künstler ist“. Und der Dichterkollege Franz Grillparzer notierte in seinem Tagebuch: „Hebbel ist der denkenden Aufgabe vollkommen gewachsen, der künstlerischen aber gar nicht.“ Mehr „gedacht“ als gedichtet: Dieses vernichtende Wort kehrt in den Urteilen über Friedrich Hebbel, der vor 200 Jahren, am 18. März 1813 in einem Dorf in Dithmarschen geboren wurde, immer wieder. Dabei ist Hebbel doch zweifellos der führende deutsche Dramatiker in der Mitte des 19. Jahrhunderts, sozusagen im „silbernen Zeitalter“ der deutschen Literatur, nach Goethes Tod und vor dem Anbruch des Naturalismus. > mehr

14.03.2013 - GESCHICHTE

"Der König rief ..."

Vor 200 Jahren leitete Friedrich Wilhelm III. mit dem Aufruf "An mein Volk" die "Befreiungskriege" ein

„Der König rief, und alle, alle kamen“, hat der Schriftsteller Heinrich Clauren die politische Entwicklung im Frühjahr 1813 in Verse gefasst, „die Waffen mutig in die Hand!“ In der Tat, dem Aufruf „An mein Volk“, den König Friedrich Wilhelm III. von Preußen am 17. März 1813, vor 200 Jahren, unterzeichnete, folgten vielleicht nicht „alle“, aber doch sehr viele. Gegen die Einberufungen zum neuen Krieg gegen Frankreich gab es keinerlei Widerstände; tausende Weitere griffen freiwillig zu den Waffen. Eine Kriegsbegeisterung, wie es sie selten gegeben hat. > mehr

06.03.2013 - KIRCHENGESCHICHTE

Von "Alle hinaus!" bis zur "Großen Freude"

Die Papstwahl in Geschichte und Gegenwart

Die Kardinäle konnte sich nicht einigen; das Konklave währte bereits mehr als zwei Jahre. Da riss den Bürgern der Stadt Viterbo nordwestlich von Rom, bei denen sich die hohen Herren mitsamt Gefolge einquartiert hatten, der Geduldsfaden: Sie schlossen die Kardinäle im Konklavegebäude ein. Als es immer noch nicht zu der nötigen Zweidrittelmehrheit kam, beschränkten die Bürger die Lebensmittelzufuhr auf Wasser und Brot und deckten am Ende sogar das Dach ab, so dass die entscheidungsunwilligen Wähler der Sonne und dem Regen schutzlos ausgesetzt waren. Ganz so lange wie bei diesem Konklave in Viterbo von 1268 bis 1271 haben Papstwahlen in den fast 2.000 Jahren des Christentums sonst nicht gedauert. Aber die Hürde der Zweidrittelmehrheit, die 1179 auf dem 3. Laterankonzil beschlossen wurde, liegt, verglichen mit anderen Wahlen, in der Tat sehr hoch. > mehr

18.02.2013 - KULTURGESCHICHTE

"Hinterdrein kommen wie die alte Fastnacht"

In Basel beginnt das närrische Treiben erst am Montag nach Aschermittwoch

„Hinterdrein kommen wie die alte Fastnacht“ lautet im Schwäbischen eine gebräuchliche Redensart. Tatsächlich, in manchen Gegenden wird statt der anderen, der sozusagen „richtigen“ Fastnacht eine „alte“ gefeiert. Sie kommt einige Tage später, sozusagen „hinterdrein“. Der berühmteste Fall ist die Basler Fasnacht, die – jedes Jahr wieder zur Verwirrung eines weltweiten Publikums an den Fernsehschirmen – am Montag nach Aschermittwoch beginnt. „Fasnacht“ in Basel übrigens ohne „t“; darauf legen traditionsbewusste Basler Wert. > mehr

14.02.2013 - GESCHICHTE

Der erste "Weltkrieg" der Geschichte

Vor 250 Jahren beendete der Frieden von Hubertusburg den Siebenjährigen Krieg

Was sich in den Jahren 1756 bis 1763 abspielte, war, wenn man so will, der erste „Weltkrieg“ der Geschichte. Die Schauplätze lagen in Mitteleuropa und in Nordamerika, im Mittelmeerraum und in Indien. Und das System der fünf Mächte, das mit dem Friedensschluss 1763 bekräftigt wurde – auf den „Flügeln“ Großbritannien und Russland, dazwischen Frankreich, Österreich und Preußen –, beherrschte mehr als ein Jahrhundert lang Europa und die Welt. Vor 250 Jahren, am 15. Februar 1763, beendeten Österreich und Sachsen einerseits, Preußen andererseits im sächsischen Schloss Hubertusburg östlich von Leipzig den „Siebenjährigen Krieg“; bereits am 10. Februar hatten Frankreich und Großbritannien in Paris ihren Frieden geschlossen. > mehr

13.02.2013 - KIRCHENGESCHICHTE

Zwei Päpste zugleich

Amtsverzichte und Absetzungen - ein Blick in die Kirchengeschichte

„Che fece per viltade il gran rifiuto“, „der feig den großen Auftrag von sich wies“: Nein, das braucht Papst Benedikt XVI. sicherlich nicht zu befürchten, dass ihn demnächst ein großer Dichter mit solch harschen Worten für die Ewigkeit brandmarken will. Der Vers stammt von Dante Alighieri; am Eingang seiner Hölle sitzt Coelestin V., der bislang einzige Papst, der aus freien Stücken vom Petrusamt zurücktrat. Am 5. Juli 1294 war der Benediktinermönch Pietro del Murrone zum Papst gewählt worden. Die römischen Adelsfamilien der Orsini und der Colonna hatten sich zwei Jahre lang nicht einigen können. Schließlich wurde Pietro, der bereits über 80 Jahre zählte und längst im Ruf der Heiligkeit stand, auf Vorschlag König Karls II. von Neapel als Kompromisskandidat gerufen; er nannte sich Coelestin V. Sein Pontifikat währte kein halbes Jahr. Bereits am 13. Dezember resignierte Coelestin - der einzige Fall eines Rücktritts vom Papstthron vor Benedikt XVI. > mehr

07.02.2013 - KULTURGESCHICHTE

Mit "Narri-Narro" und "Hu-Hu-Hu"

Bräuche und Figuren der schwäbisch-alemannischen Fastnacht

Eine furchterregende Maske, Jacke und Rock, die an alte Bauerntrachten erinnern, darunter weiße Wäsche, Ringelsocken und Strohschuhe und natürlich den Besen in der Hand – die Hexen beherrschen heute das Bild der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Eine Erinnerung an die Hexenverfolgungen? Da bringen Brauchtumsforscher ihre Zweifel an. In Schwaben ist vor dem 19. Jahrhundert an keinem einzigen Ort eine „Fastnachtshexe“ belegt. Als fester Typus mit den heute üblichen Holzmasken kamen die Hexen erst in den 1930er Jahren auf, und zwar in der Ortenau, genauer: in Offenburg und in Gengenbach. Die schwäbisch-alemannische Fastnachtshexe hat wohl doch mehr mit der Lektüre von Grimms Märchen zu tun als mit den Hexenverfolgungen des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit ...Auch die Fastnacht im südwestdeutschen und Schweizer Raum, scheinbar ein Inbegriff authentischer Traditionspflege, bleibt von kulturellem Wandel eben nicht verschont. Was wir heute vom Schwarzwald bis zum Bodensee, von der Schwäbischen Alb bis in die Schweiz als Fastnacht erleben, reicht in vielen Fällen gerade mal ein Jahrhundert zurück. > mehr

27.01.2013 - ENGLISCHE LITERATUR

"Eine leichte Hand, die Alltagsdingen den Reiz des Besonderen abgewinnt"

1813 erschien "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen

Keiner ihrer Romane erschien mit ihrem Namen auf dem Titelblatt. Die englische Schriftstellerin Jane Austen scheute die Öffentlichkeit. Wenn Besucher kamen, pflegte sie die Manuskripte rasch zu verdecken. So wusste außerhalb des Familienkreises kaum jemand von der Identität der Autorin, als sie 1817 im Alter von nur 41 Jahren verstarb. Heute können zumindest in England ein oder zwei ihrer Bücher nicht fehlen, wenn nach den bedeutendsten Romanen der Weltliteratur gefragt wird. Eine Reihe von Verfilmungen für Kino und Fernsehen haben Erzählungen wie „Sense and Sensibility“ oder „Pride and Prejudice“ inzwischen auch bei einem literarisch weniger interessierten Publikum bekannt gemacht. Aber bereits zu ihren Lebzeiten wurden die Romane viel gelesen. „By the author of ...“ setzte der Verlag gern in den Titel, zum Beispiel eben „of Pride and Prejudice“. „Stolz und Vorurteil“, ihr bis heute populärster Roman, erschien Ende Januar 1813, vor 200 Jahren. > mehr

19.01.2013 - GESCHICHTE

Die Gespenster der Geschichte

50 Jahre nach dem Élysée-Vertrag - ein Rückblick auf Jahrhunderte deutsch-französischer "Erbfeindschaft"

Die Situation war grotesk. Bundespräsident Gustav Heinemann sprach im Fernsehen zum einhundertsten Jahrestag der Gründung des Deutschen Reiches 1871. Zu Feiern gebe es eigentlich keinen Anlass, sagte Heinemann: Die Kaiserproklamation ausgerechnet in Versailles hatte den französischen Nachbarn zutiefst gedemütigt. Kein halbes Jahrhundert später gab Frankreich im Friedensvertrag von Versailles 1919 die Demütigung zurück. Während Heinemann seine nachdenklichen Worte sprach, prangte im Hintergrund an der Wand des Bundespräsidialamtes das pompöse Bild, mit dem der Historienmaler Anton von Werner einst die nationale Großtat Bismarcks und Wilhelms I. gefeiert hatte. - Zweimal Versailles – zwei Höhepunkte dessen, was man die deutsch-französische „Erbfeindschaft“ genannt hat. Am 22. Januar 1963, vor 50 Jahren, zogen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle mit dem „Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrag“ einen Schlussstrich unter dieses Kapitel der Geschichte. > mehr

18.01.2013 - DEUTSCHE LITERATUR

"Hat beser als irgend jemand deutsch geschrieben"

Vor 200 Jahren verstarb der Schriftsteller Christoph Martin Wieland

Die Weimarer Klassik – das waren Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland, ist in den Literaturgeschichten zu lesen. Wieland – ein Klassiker? Der Romancier Hermann Kesten resümierte 1963, die Deutschen hätten diesen „Stern erster Ordnung am deutschen Literaturhimmel“, „so gründlich vergessen, wie keine andere Nation einen so großen Schriftsteller und einen so großen Mann vergessen hat“. Sie „missachteten ihn schon zu seinen Lebzeiten als undeutsch, unsittlich, unoriginell und unecht“. > mehr

04.01.2013 - FRANZÖSISCHE LITERATUR

"Mein Hintern bricht mir das Genick"

Vor 550 Jahren wurde François Villon aus Paris verbannt - und verschwand aus der Geschichte

„Ich bin François, ein Missgeschick, und aus Paris bei Oisebrück; ich merke bald am langen Strick: Mein Hintern bricht mir das Genick!“ Der französische Dichter François Villon verfasste diesen Vierzeiler Ende 1462, Anfang 1463 in der Todeszelle. Er war wegen einer Rauferei, bei der ein päpstlicher Notar schwer verletzt wurde, zum Tod am Strang verurteilt worden. Diebstahl und Raub, manchmal verbunden mit einem Totschlag – damit war das Leben des damals 32-jährigen seit fast zehn Jahren ausgefüllt. Aber dazwischen entstanden einige Gedichte, die zu den Perlen der französischen Literatur zählen. Villon ist einer der ganz wenigen Schriftsteller des Mittelalters, die bis heute von einem breiten Publikum gelesen werden. Seit dem 19. Jahrhundert gilt er als das Urbild eines „poète maudit“, eines fluchbeladenen Dichters, eines genialen Künstlers, der in seiner Gesellschaft zugrunde gehen musste. > mehr

31.12.2012 - BRAUCHTUM

"Jedes Knäblein, wenn es acht Tage alt wird ..."

Das Fest der Beschneidung Jesu am 1. Januar

„Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr“, dichtete Martin Luther in einem seiner Kirchenlieder. Dabei hatte der Reformator mit unserem Neujahrsfest eigentlich nichts im Sinn; am liebsten hätte er den Jahresbeginn auf Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu, am 25. Dezember verlegt. Zurückverlegt, genau genommen: Bis ins 13. Jahrhundert wurde in Deutschland das neue Jahr in der Regel vom Weihnachtstag an datiert. Vom christlichen Glauben her ist dieser Termin im Grunde viel einleuchtender als der 1. Januar. Aber durchgesetzt hat sich dann doch die Kalenderrechnung, wie sie die alten Römer bereits 153 vor Christus eingeführt hatten: Das Jahr beginnt mit dem 1. Januar. Als irgendwann um das Jahr 300 unter den Christen der Brauch aufkam, die Geburt Jesu am Festtag des heidnischen Sonnengottes, am 25. Dezember, zu feiern, fiel zwangsläufig auch auf den altrömischen Neujahrstermin ein christliches Fest. "Als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus, wie ihn der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war", berichtet das Lukas-Evangelium. > mehr

23.12.2012 - THEOLOGIE

"Gottes Sohn kam in die Welt"

Zweitausend Jahre Kontroversen um die Menschwerdung des Gottessohnes

„Wahrhaftig, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“, sagt dem Bericht der Evangelien zufolge der römische Hauptmann, nachdem Jesus am Kreuz gestorben ist. „Gottes Sohn“: Bis heute diskutieren Christen über die Frage: Was hat es mit diesem Menschen auf sich, der vor fast zweitausend Jahren gelebt hat und am Kreuz hingerichtet wurde? Wir blicken zurück auf zweitausend Jahre theologischer Kontroversen um die Gottessohnschaft des Jesus von Nazareth. > mehr

20.12.2012 - KULTURGESCHICHTE

"Wir leben nicht mehr lang ..."

Ein Streifzug durch die Phantasien von Weltuntergang und wunderbarer Rettung

Da hatten wir uns gerade darauf eingestellt, dass uns vielleicht noch bis 2029 Zeit bleibt. Genau gesagt: bis zum 13. April 2029, wenn Komet 99942, allgemein unter dem Namen „Apophis“ bekannt, der Erde gefährlich nahe kommt. Im April 2013, sagen die Astronomen, werde man seine Bahn wahrscheinlich genauer berechnen, hoffentlich auch Entwarnung geben können. Für den anderen Fall wird bereits über technische Maßnahmen nachgedacht, mit denen man den unliebsamen Besucher auf Distanz halten könnte. Sonst droht unserer Spezies womöglich das Schicksal der Dinosaurier. Aber all diese Erwägungen erübrigen sich ja nun. Der Weltuntergang findet, wie Esoteriker aus einem alten Maya-Kalender ablesen, bereits am 21. Dezember 2012 statt. Jedenfalls hört eine der Kalenderberechnungen der Mayas mit diesem Datum auf; ob das Ende der Liste auch das Ende unserer Welt bedeuten soll, haben die Schreiber offen gelassen. > mehr

18.12.2012 - DEUTSCHE LITERATUR

"Es war einmal ..."

Vor 200 Jahren erschien die erste Auflage von "Grimms Märchen"

Dezember 1812. Es war eine Zeit der Ruhe vor dem Sturm. Am 16. überquerten die Reste von Napoleons geschlagener Russland-Armee die Memel; das Zarenreich rüstete sich für einen Feldzug nach Mittel- und Westeuropa. Während am Kaiserhof in Wien noch darüber nachgedacht wurde, wie man die französische Vorherrschaft über Europa abstreifen könne, ohne sich in Abhängigkeit von Russland zu begeben, bereitete Preußen bereits den Frontenwechsel vor. Am 30. Dezember schloss Generalleutnant Johann Daniel von Yorck in Ostpreußen einen Waffenstillstand mit dem Befehlshaber der russischen Armee. Da brachte am 20. des Monats in Berlin der Verleger Georg Andreas Reimer ein Buch heraus, das von den kriegerischen Verwicklungen so weit ab war wie nur möglich – oder jedenfalls weit ab schien. „Kinder- und Haus-Märchen“ sagte der Titel. Verfasser waren zwei noch ziemlich unbekannte Philologen aus Kassel, die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Es wurde, wenn man die zahllosen Bearbeitungen mitzählt, eines der meistgelesenen, meistübersetzten und meistillustrierten Bücher der Weltliteratur. > mehr

05.12.2012 - ÄGYPTOLOGIE

"Ständige Vertreterin Ägyptens in Deutschland"

Vor 100 Jahren wurde die Nofretete-Büste gefunden

Es ist beinahe schon ein Ritual: Immer wieder fordert die ägyptische Altertümerverwaltung von den Staatlichen Museen in Berlin die Rückgabe der Nofretete-Büste. Und mit derselben Regelmäßigkeit halten die deutschen Behörden dagegen, an dem Vertrag vom Januar 1913 über die Aufteilung der Fundstücke aus den Grabungen in Tell el-Amarna sei nichts irgendwie Unrechtmäßiges zu finden. Vor 100 Jahren, am 6. Dezember 1912, entdeckten deutsche Ausgräber unter Leitung des Archäologen Ludwig Borchardt in den Überresten eines Lehmhauses, das im 14. Jahrhundert vor Christus das Atelier des Bildhauers Thutmosis beherbergt hatte, die fast 50 Zentimeter hohe bemalte Kalksteinbüste. > mehr



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Neue Hinweise für eine Virus- Beteiligung bei Prostatakrebs glauben US-Forscher gefunden zu haben. Sie haben das Virus XMRV bei fast jedem dritten untersuchten Prostata-Krebspatienten gefunden. Sollte das Virus der Auslöser sein, könnte man eine Impfung entwickeln wie gegen Gebärmutterhalskrebs.

Im Dschungel von Papua-Neugui- nea entdeckten Wissenschaftler vom Smithsonian Nationalen Museum für Naturkunde in Washington ein Nagetier, das die Größe eines Dackels erreicht. Die Riesenratte misst gut 80 Zentimeter und wird anderthalb Kilogramm schwer.

Der Schwanz, den Geckos auf der Flucht vor Verfolgern abwerfen, kann noch bis zu einer halben Stunde lang tanzende Bewegungen vollführen und den Feind auf diese Weise ablenken, so Zoologen der Clemson University in South Carolina.

Auf Kuba wurden die fossilen Reste eines riesigen Krokodils gefunden, das vor 20 Millionen Jahren gelebt haben soll. Das zehn Meter lange Skelett wurde in der Provinz Sancti Spiritus entdeckt.

In einem erloschenen Vulkan auf· der Osterinsel entdeckten Forscher der Universität von Manchester einen Steinbruch. Aus dieser Quelle könnten auch die roten Hüte stammen, die viele der legendären Riesenfiguren tragen, vermuten die Wissenschaftler.

Der deutsche Bundestag hat alleim Zweiten Weltkrieg gegen "Kriegsverräter" ausgesprochenen Urteile mit den Stimmen aller Fraktionen aufgehoben. Die Anlässe für diese Urteile reichten von politischem Widerstand und der Hilfe für verfolgte Juden über kritische Äußerungen über·Krieg und Nazis·bis hin zu Schwarzmarktgeschäften.

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03.08.2009 - MATHEMATIK
Mit am Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin

 "Mathematik zählt, weil...du damit fast alles erklären kannst, vielleicht sogar deine gute Note in Sport", meint Mathematik-Professor Matthias Ludwig, Autor des Buches "Mathematik und Sport" und Mathemacher des Monats August der Deutschen Mathematiker Vereinigung. > mehr

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17.07.2009 - ANTHROPOLOGIE

EVIDENCE
how do we know what we know?

"Evidence" ist eine Web- Ausstellung des Museums Exploratorium in San Francisco. Anhand einer Fallstudie wird erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Hierbei steht die Arbeit des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie zur Erforschung der menschlichen Ursprünge im Mittelpunkt. > mehr


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