Dossier
Rund um das Pfingstfest

 

"Es soll geschehen in den letzten Tagen ..."
Eine Geschichte des Heiligen Geistes - vom "Atem des Herrn" bis zur politischen Utopie

"Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen; es grünten und blühten Feld und Wald ...", beginnt Goethes Epos von "Reineke Fuchs". Was für ein Glück, dass dieses liebliche Fest in der schönen Jahreszeit liegt, sonst könnte es mit Weihnachten und Ostern kaum mithalten. Bereits der Vorgang, den das Neue Testament schildert, die Erfüllung durch den heiligen Geist, wirkt verglichen mit Geburt und Tod und Auferstehung des Erlösers sehr abstrakt, obwohl sich der Verfasser der Apostelgeschichte, um 95 nach Christus, doch nach Kräften bemüht hat, ein dramatisches Bild zu malen: "Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer ..." > mehr




"Diesen Jesus hat Gott auferweckt ..."
Vom Pfingstwunder zu den ersten Konzilien - die Entwicklung des christlichen Glaubensbekenntnisses

„Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen.“ So lautet der zentrale Satz der Pfingstpredigt des Apostels Petrus; in den folgenden Kapiteln der Apostelgeschichte wird er oft wiederholt und variiert. Petrus und die Apostel vor dem jüdischen Hohen Rat: „Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt, den hat Gott durch seine rechte Hand zum Fürsten und Heiland erhöht, um Israel Umkehr und Vergebung der Sünden zu gewähren.“ Viele Exegeten unterstellen heute, dass der Verfasser der Apostelgeschichte, als er in den 90er Jahren, etwa sechs Jahrzehnte nach Jesu Tod, sein Werk schrieb, mehr als Theologe denn als Historiker arbeitete; der Text gibt nicht Satz für Satz das wider, was „wirklich“ geschehen ist. Aber in diesem Punkt traf seine Darstellung zweifellos auch rein historisch das Richtige: Am Anfang der christlichen Mission standen der Glaube an die Auferweckung des gekreuzigten Jesus und das Bekenntnis dieses Glaubens. > mehr



Holztauben aus dem Kirchengewölbe
Der Heilige Geist und die Dreifaltigkeit in zwei Jahrtausenden Kunstgeschichte


Touristen am Chiemsee, die nach der Besichtigung des „Märchenkini“-Schlosses noch Zeit für den einen oder anderen Abstecher finden, besuchen vielleicht das kleine Dorf Urschalling südlich von Prien. In der Jakobskirche erleben sie eine Überraschung. In einem Gewölbezwickel ist die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt, in einer recht ungewöhnlichen Form: drei Gestalten, die nach unten zu einer einzigen verschmelzen. Zwischen Gottvater als einem weißbärtigen Greis und Christus als erwachsenem Mann mit braunem Bart steht ein Jüngling mit weiblichen Formen, offenkundig bezeichnet er den Heiligen Geist. Die christliche Kunst hat sich schwer getan mit der Aufgabe, für die Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit Gottes eine angemessene Darstellung zu finden. > mehr




Von der jüdischen Sekte zur Weltrelligion
Aus der Urgeschichte des Christentums

Es muss alles sehr schnell geschehen sein. Jesus starb wahrscheinlich Anfang der 30er Jahre. Als sich Paulus spätestens im Jahr 35, vielleicht schon 32, bekehrte, fand er bereits heidenchristliche Gemeinden vor. In den wenigen Monaten oder Jahren zwischen diesen beiden Daten war das Christentum, das doch als Sekte innerhalb des Judentums begonnen hatte, aus seiner "Mutterreligion" herausgewachsen. Der Weg zur Weltreligion war beschritten > mehr




Liebesvogel und Friedenssymbol, Pfingsten und Schlaraffenland
Streifzug durch die Kultur- und Symbolgeschichte der Taube

Friedlich wie die Tauben? Das muss nicht so sein, versichern uns die Verhaltensforscher. Gerade Tauben seien untereinander oft sehr angriffslustig, im Unterschied übrigens zu den als aggressiv verschrienen Falken. Durch biologische Fakten zwingend vorgegeben ist das Friedenssymbol der Taube, wie es uns heute so selbstverständlich erscheint, eben keineswegs. Völlig willkürlich aber wohl auch nicht. Vom Standpunkt des Beobachters her können Tauben sehr wohl als besonders "friedlich“ erscheinen: Sie ernähren sich in der Hauptsache vegetarisch, sind keine "Raubvögel“; ihr Schnabel ist nicht vom Blut anderer Tiere befleckt. Ein Blick auf die Kultur- und Symbolgeschichte der Taube. > mehr
 
 


Wenn die Taube aus dem Heilig-Geist-Loch nieder gelassen wird
Das Pfingstfest in Glaube und Brauchtum

Jeder zehnte Bewohner Mitteleuropas, zeigen Umfragen, kennt den Ursprung des Weihnachtsfestes nicht, jeder fünfte weiß nicht, warum Ostern gefeiert wird. Zu Pfingsten hat anscheinend noch kein Meinungsforschungsinstitut gefragt; die Zahl der Unwissenden dürfte um einiges höher liegen. Die Erfüllung der Apostel durch den heiligen Geist – das ist, verglichen mit Geburt, Tod und Auferstehung des Erlösers, ein sehr unanschaulicher Vorgang, mehr etwas für Theologen als für breite Bevölkerungsschichten, zumal in einer Zeit, wo viele sich nicht mehr als "Kirchenvolk" verstehen. > mehr