Dossier
Prosit Neujahr!

 

Ein Papst mit dem richtigen Todesdatum
Allerlei Legenden um Silvester - und eie spektakuläre Fälschung

Auch so kann man seinem Namen die Unsterblichkeit sichern: indem man sich den richtigen Tag zu sterben aussucht. Der dreiundreißigste Bischof von Rom verstarb am 31. Dezember 335. Bald wurde er als Heiliger verehrt, sein Name in den Kirchenkalender aufgenommen. Folge: Der letzte Tag des Jahres ist heute in aller Welt als "Silvester" bekannt. > mehr




Hufeisen helfen auch, wenn man nicht an sie glaubt
Allerlei Vorzeichen kommenden Glücks


Was an Rekorden nicht so alles gezählt und aufgelistet wird ... 2008 meldete das "Guinness-Buch" den Fund eines 18-blättrigen Kleeblattes. Ob da jemandem das viereinhalbfache Glücksquantum dessen zufiel, worauf Finder von bloß vierblättrigem Klee "Anspruch" haben? Wahrscheinlich nicht; Klee, der über die Blätterzahl vier hinausgeht, klären die Handbücher des Volksglaubens auf, bringt gar kein Glück. Im übrigen - man darf die seltenen, glückverheißenden Kleeblätter nicht suchen, man muss sie finden, einfach so, ohne Absicht. Dann allerdings zeitigen sie erstaunliche Wirkungen. Unters Kopfkissen gelegt, heißt es, zeigen sie Mädchen im Schlaf ihren Zukünftigen; beim Kirchgang mitgeführt, machten sie dazu fähig, Hexen zu erkennen - auch ein "Glück", dann kann man die geeigneten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Wie kam es eigentlich dazu, dass gerade der vierblättrige Klee das beliebteste aller Glückssymbole wurde? > mehr



Wenn das Wilde Heer unterwegs ist
Volksglaube und Brauchtum rund um die Rauhnächte "zwischen den Jahren"


„Durch Berg und Tal, durch Schlund und Schacht, durch Tau und Wolken, Sturm und Nacht, durch Höhle, Sumpf und Erdenkluft, durch Feuer, Erde, See und Luft! Jaho, jaho! Wau, wau!“ Das „Wilde Heer“ in Carl Maria von Webers „Freischütz“, für viele Kinder in Mitteleuropa ist es die erste Begegnung mit der Kunstform Oper. Verfolgt man den alten Volksglauben, den Weber und sein Librettist Johann Friedrich Kind in dieser „Romantischen Oper“ wiederaufleben ließen, auf seine Ursprünge zurück, müsste die Szene eigentlich um Weihnachten oder Neujahr spielen. Es sind die sogenannten „Rauhnächte“, die Nächte „zwischen den Jahren“, in denen der „Schwarze Jäger“ (in der Oper heißt er Samiel) mit seinem Wilden oder „Wütenden“ Heer, der „Wilden Jagd“, unterwegs ist. > mehr




The Same Procedure as Every Year
Rituale des Übergangs zwischen den Jahren

Was fange ich Silvester an?", fragte einst Kurt Tucholsky. "Geh ich in Frack und meinen kessen blausamen Strümpfen zu dem Essen, das Herr Generaldirektor gibt?" "Wälz ich mich im Familienschoße? Erst gibt es Hecht mit süßer Sauce, dann gibt’s Gelee. Dann gibt es Krach." Schwierige Entscheidungen. Die Möglichkeit, in den Stunden vor Mitternacht am Schreibtisch zu sitzen und zum Beispiel die Steuererklärung vorzubereiten, scheidet von vornherein aus. Der Jahreswechsel muss "begangen" werden, nicht nur symbolisch, sondern in Gemeinschaft. Begangen heißt in der Regel dann auch "begossen", und zwar nicht bloß mit Wasser. > mehr




"Als man das Kind beschneiden musste ..."
Ein halb verdrängtes Fest und ein umstrittener Brauch 

Was eigentlich wird am 1. Januar gefeiert? Dumme Frage, Neujahr natürlich, was denn sonst. Von Martin Luther ist bekannt, dass er Neujahr gern wieder auf den Weihnachtstag verlegt hätte. "Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr", heißt es in einem seiner Kirchenlieder. Im 6./7. Jahrhundert hatten Konzilien sogar versucht, die ersten drei Jahrestage als allgemeine Bußzeit festzuschreiben. Damals feierte man in Rom in Konkurrenz zu Neujahr ein Marienfest. Durchgesetzt hat sich im kirchlichen Festkalender jedoch der naheliegende Gedanke, dass der 1. Januar genau eine Woche nach Weihnachten liegt. Und dafür hatte die biblische Geschichte ein Ereignis parat: "Als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus, wie ihn der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war." > mehr




Als das neue Jahr an Ostern begann
Der 1. Januar und allerlei konkurrierende Termine - eine Tour durch die Kalender der Kulturen und Religionen

Zu Silvester 1999 soll in England jemand gewettet haben, pünktlich zum Glockenschlag werde die Welt untergehen. Man wüsste gern, wie er sich gedacht hatte, seine gewonnene Wette nach diesem Ereignis einlösen zu können. Aber warum eigentlich ist gerade der 1. Januar das ausgezeichnete Datum, an dem eine alte Welt zu Ende gehen und eine neue Zeit ihren Ausgang nehmen soll oder an dem jedenfalls eine neue Jahreszahl aufgeschlagen wird? Es käme doch ebenso gut Ostern oder Weihnachten in Frage. Tatsächlich - im Mittelalter wurde "Neujahr" oft an diesen Terminen gefeiert. Ein Streifzug durch die Geschichte der Kalenderrechnung. > mehr




Neujahr im Herbst
Ein Blick auf den Festkalender der Religionen und Kulturen

Der Vorschlag, in Deutschland neben den Festen aus christlicher Tradition auch einen islamischen Feiertag einzuführen, ist rasch wieder in der Versenkung verschwunden. Vermutlich wäre es hilfreich, zunächst einmal die Festtermine anderer Religionen und Kulturen überhaupt zur Kenntnis zu nehmen – eine Aufgabe für die Kalendermacher. Am 16. September zum Beispiel ist Neujahr ... > mehr