Dossier:
Dialog der Religionen

 

Zwei undankbare Töchter
Christen, Juden und Heiden in der Philosophie der Neuzeit

"Dass nichts, was die Nazis den Juden angetan haben, ihnen nicht auch von der katholischen Kirche angetan wurde", hat Max Horkheimer einmal behauptet. Das wäre, wörtlich verstanden, zweifellos eine Verharmlosung des Holocaust; aber ganz falsch ist es nicht: Dem modernen, rassistischen Antisemitismus gingen zweitausend Jahre eines religiös motivierten Antijudaismus voraus. Der Philosoph Horst Althaus hat eine umfassende Studie über die Rezeption dieses Dreierschemas Christen - Juden - Heiden in der Philosophie der Neuzeit vorgelegt. > mehr




Jesus in Indien und Buddhisten am Nil
Pseudohistorische Phantasien vor dem Richtstuhl der Geschichtswissenschaft

"The Christian Gospels are Pirate-copies of the Buddhist Gospels.” So zu lesen auf einer aktuellen Seite im Internet, unter dem lapidaren Titel "Jesus is Buddha". Und wenn schon nicht Jesus selbst Buddhist gewesen sein soll - ein möglicher Einfluss des Buddhismus auf die Entstehung des christlichen Mönchtums im 4. Jahrhundert wurde auch von manchen Theologen unterstellt. Ein Wiener Religionswissenschaftler hat die Diskussion um enen Einfluss des Buddhismus auf Jesus und das frühe Christentum - oder auch umgekehrt - kritisch unter die Lupe genommen. > mehr




Konfuzius - der bessere Platon
Eine Ausstellung über den Jesuitenmissionar Matteo Ricci im Museum für Ostasiatische Kunst Berlin

Eines schönen Tages 1678 kam der flämische Jesuit Ferdinand Verbiest, der seit 18 Jahren unter dem Namen Nan Huairen am chinesischen Hof lebte, auf die Idee, zum Amüsement des Kaisers ein ganz besonderes Spielzeug zu konstruieren, ein dampfgetriebenes Automobil! Der Wagen konnte, so Verbiest, "eine Stunde und länger, solange nämlich der Wind heftig aus der Dampfkugel austrat, in nicht gerade langsamer Bewegung bleiben".– Eine Fußnote aus der Technikgeschichte und aus der Geschichte der chinesischen Jesuitenmission, aufgelesen in der Ausstellung "Matteo Ricci" im Museum für Ostasiatische Kunst in Berlin-Dahlem. > mehr




"Für die Bekehrung der Juden"
Eklat auf dem Katholikentag in Osnabrück - der Dialog mit dem Judentum ist gefährdet

Damit wird Papst Benedikt XVI. nicht gerechnet haben, als er für die wieder zugelassene lateinische Liturgie einige Worte in den Karfreitagsgebeten änderte: „Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott, unser Herr, ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen.“ Es hagelte Proteste, führende Vertreter des Judentums sehen dem Dialog mit der katholischen Kirche die Basis entzogen. Es ist nicht die erste Änderung dieser Gebetsformel in den letzten Jahrzehnten. Bis zu Papst Johannes XXIII. sprach der Text von den "treulosen Juden". > mehr




Zerrspiegel einer Religion
Eine Neuerscheinung über "Das Islambild im Abendland"

"Mit dem Islam hat sich das Christentum nicht auseinander zu setzen. Er besitzt keine geistige Originalität und ist nicht eine Religion, in der ein tiefes Denken über Gott und die Welt vorliegt", Albert Schweitzer 1922. In der Reihe "Bausteine zur Mensching-Forschung", die nach dem 1978 verstorbenen Bonner Religionswissenschaftler Gustav Mensching benannt ist, erschien jetzt ein Band, in dem das Selbstverständnis der Religion des Propheten Mohammed mit ihrer Darstellung in Europa, bis hin zu den Massenmedien der Gegenwart, kontrastiert wird. > mehr