Dossier
Der Streit um die Evolution

 

"Mir ist, als gestünde ich einen Mord ein"
Vor 200 Jahren wurde Charles Darwin geboren

200 Jahre nach seinem Geburtstag und 150 Jahre nach dem Erscheinen seines Werkes über den "Ursprung der Arten" bleibt Charles Darwin umstritten wie eh und je. Nicht gerade in biologischen Fachkreisen, jedoch beim breiten Publikum. Nur jeder vierte Amerikaner hält die Lehre von der Evolution der Lebewesen durch natürliche Auslese für richtig; für die deutschsprachigen Länder Mitteleuropas werden Zahlen zwischen 40 und 60 Prozent genannt. Zum 200. Geburtstag ein Blick auf Werk und Wirkung des Begründers der modernen Evolutionstheorie. > mehr




Er gab Pflanzen und Tieren ihre Namen
Vor 300 Jahren wurde Carl von Linné, Schöpfer der Taxonomie, geboren

"Der Mensch gab allem Vieh, allen Vögeln des Himmels und allem Feldgetier Namen". Was in der Schöpfungsgeschichte von Adam zu lesen ist, trifft noch mehr auf den schwedischen Naturforscher Carl von Linné zu: Er entwickelte die Grundlagen der modernen Taxonomie, der Nomenklatur für tausende von Pflanzen und Tieren, die bis heute benutzt wird. Und sein "System der Natur" lieferte die Grundlage für die Revolution der Biologie durch Charles Darwin. Vor 300 Jahren wurde Linné im südschwedischen Smaland geboren. > mehr




Bestens angepasst, aber nicht konkurrenzfähig
Forscher versuchen die geistige Welt der Neandertaler zu rekonstruieren

Denken wie ein Neandertaler ... Seit sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die Knochen, die 1856 im Neandertal bei Düsseldorf gefunden wurden, zu einer früheren Menschenform gehören, ist unsere Sprache um eine Redewendung reicher geworden. Ein Mensch und dennoch in unglaublichem Maße „primitiv“ – da vermischt sich die Herablassung des modernen Menschen, der es doch so herrlich weit gebracht hat, mit dem Eingeständnis, dass die Errungenschaften der Zivilisation eben auch als Fesseln empfunden werden. Aber wie waren sie wirklich, die Neandertaler, die vor etwa 30.000 Jahren ausstarben? Und wie haben sie gedacht? Thomas Wynn und Frederick L. Coolidge, ein Anthropologe und ein Psychologe an der Universität von Colorado, haben sich an die Aufgabe gewagt, die geistige Welt der Neandertaler zu rekonstruieren. > mehr 
 


 

Als die Natur ihre Geschichte erhielt
Vor 150 Jahren wurde der Neandertaler entdeckt

Vor genau 150 Jahren, Mitte August 1856 fanden Steinbrucharbeiter im Tal des Flüsschens Düssel zwischen Erkrath und Mettmann ein paar Menschenknochen. Damit begann das zweite Leben des Neandertalers. > mehr




Ein kluger Affe, der furchtbar viel redet
Zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube

Im Sommer 2005 erregte der Wiener Kardinal Schönborn international Aufsehen. "Die Evolution im Sinne einer gemeinsamen Abstammung aller Lebewesen", schrieb Schönborn in der "New York Times", "kann wahr sein, die Evolution im neodarwinistischen Sinn – ein zielloser, ungeplanter Vorgang zufälliger Veränderung und natürlicher Selektion – ist es nicht." Das roch nach "Intelligent Design", manche sahen einen neuen Fall Galilei heraufziehen. Theologen der Universität Wien haben sich bemüht, die Missverständnisse aus der Debatte auszuräumen. > mehr
 



Von der faulen Vernunft zum Spaghetti-Monster
Die Klippen des Kreationismus - 2. Folge: Langzeitkreationismus und Intelligent Design

Längst nicht alle Kreationisten von heute lehren, dass die Welt, dem wörtlich verstandenen Bibeltext gemäß, vor etwa 6.000 Jahre entstanden sein müsse. Viele Richtungen haben sich zu Kompromissen mit der modernen Wissenschaft bequemt und nehmen deshalb an, die sechs Tage der Weltschöpfung in der Bibel seien als viel längere Zeitabschnitte zu verstehen. Hauptsache, es bleibe Platz für ein direktes göttliches Eingreifen an den Schlüsselpunkten im Prozess. > mehr
 



Ein Tag ist ein Tag ist ein Tag
Die Klippen des Kreationismus - 1. Folge: Die junge Erde oder der "Kurzzeitkreationismus"

Im Hörsaal des neuen Creation Museums in Kentucky vibrieren die Sitze. Den Zuhörern soll ein Eindruck vermittelt werden, wie Noahs Arche in den Wellen der Sintflut geschwankt hat. Denn die Sintflut steht im Zentrum des "kreationistischen" Geschichtsbildes, das dem Publikum vermittelt werden soll. Ein Streifzug durch die Jahrhunderte alten Bemühungen, aus der Bibel eine Chronologie der Naturgeschichte zu destillieren. > mehr




Wenn Stechmücken aus Staub hervorgehen
Erst seit dem 19. Jahrhundert gilt die Entstehung von einfachem Leben als göttlicher Schöpfungsakt

Es ist beinahe schon reflexhaft: Wenn etwa vom Craig Venter Institute, das durch die erste vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms bekannt wurde, neue Fortschritte gemeldet werden, finden sich auf den Titelseiten unserer Zeitungen, von der „Bild“ über die „Welt“ und den „Spiegel“ bis zur FAZ und zur „Zeit“, regelmäßig Überschriften wie „Schöpfung im Labor“ oder „Spielen die Forscher Gott?“. Und in den Kommentaren wird den Wissenschaftlern mit Berufung auf die Bibel dann gern vorgeworfen, dem Schöpfergott ins Handwerk pfuschen zu wollen. „Gott spielen“ ... Der Philosoph und Chemiker Joachim Schummer, Wissenschaftsforscher an der Universität Bielefeld, ist der Geschichte dieses Vorwurf gegen die „Synthetische Biologie“ nachgegangen. > mehr