Dossier
Jugend und Erziehung

 

Von den Märtyrern bis Lambarene
Vorbilder gestern und heute - aus historischer, theologischer und pädagogischer Sicht

„Kinder braucht man nicht zu erziehen“, soll der Komiker Karl Valentin einmal gesagt haben, „sie machen einem sowieso alles nach.“ Ganz Unrecht habe er damit nicht, bestätigen die Erziehungswissenschaftler: Jugendliche orientieren sich mehr an lebenden Modellen als an abstrakten Idealen. Forscher des Instituts für Evangelische Theologie an der Universität Regensburg haben jetzt die Funktion der Heiligen als Vorbilder aus verschiedenen Blickrichtungen analysiert – historisch, dogmatisch und nicht zuletzt eben auch pädagogisch. > mehr




Ein immerwährender Abstimmungsprozess
Tausend Jahre Schulgeschichte in Deutschland

„An der Winterschlacht in der Champagne nahmen 30.000 Deutsche und 180.000 Franzosen teil. Die Franzosen verloren 45.000 Mann, die Deutschen 15.000 Mann. Berechne den Verlust an Gefechtskraft!“ Ja, auch das war mal Schule in Deutschland. Mit Soldaten lässt sich ebenso gut rechnen wie mit Äpfeln ... Ein Erziehungshistoriker an der Berliner Humboldt-Universität, hat jetzt eine „Schulgeschichte in Deutschland“ herausgebracht, von den Anfängen in den Klöstern des frühen Mittelalter, wo es vorrangig darum ging, dem Klerikernachwuchs wenigstens das korrekte Beten und Singen der Messtexte beizubringen, bis zu den aktuellen Struktur- und Lehrplanreformen von heute. > mehr




Pauker, Pädagogen, Prügelopfer
Deutsche Schulgeschichten vom Wilhelminismus bis heute

Manche werden sich noch erinnern: Im Juni 1969 hatte Bundeskanzler Kiesinger vor Delegierten des Bundeswehrverbandes seinen Wunsch geäußert, die Bundeswehr möge "eine große Schule der Nation für unsere jungen Leute" werden. Im Oktober konterte Kiesingers Nachfolger Willy Brandt in seiner Regierungserklärung mit dem Satz: "Die Schule der Nation ist die Schule." Schule und Militär ... Im wilhelminischen Kaiserreich war die Gemeinsamkeit beider Institutionen ein Lieblingsthema der politischen Propaganda gewesen; der Satz, die Siege 1866 gegen Österreich und 1870 gegen Frankreich seien nicht bloß militärischer Kraft zu verdanken, sondern vor allem dem preußischen Schulmeister, wurde wie ein Glaubensbekenntnis immer und immer wiederholt. Eine Germanistin und ein Politikwissenschaftler aus Hamburg haben jetzt einen literarisch-politischen Streifzug durch die deutsche Schulgeschichte zusammengestellt. > mehr





"Ächz" und "Würg"
Oder die Klage über den Sprachverfall bei der Jugend


Die Jugend von heute ist dumm, faul, geil, verfressen und versoffen. So oder so ähnlich wird seit Jahrtausenden geklagt. Im deutschen Sprachraum klagen die Medien seit fast einem halben Jahrhundert besonders gern über den Sprachverfall bei der Jugend. „Eine Industrienation verlernt ihre Sprache“, titelte 1984 der „Spiegel“. Eine Wuppertaler Germanistin hat den aktuellen Stand der Forschung zum Thema "Jugendsprache" unter die Lupe genommen. > mehr





Superman und Familie im Mittelalter
Tauglichkeit und Untauglichkeit historisierender Comics für den Geschichtsunterricht

Das Mittelalter hat Hochkonjunktur. Seit Umberto Ecos Bestseller „Der Name der Rose“ ist die Reihe von Romanen und Filmen, die irgendwann zwischen 500 und 1500 nach Christus spielen, niemals mehr abgerissen. Eine Blütezeit des historischen Bewusstseins? Oder doch bloß ein besonders effektiver Kulissenzauber? Ein Dortmunder Historiker hat untersucht, inwieweit historische oder historisierende Comics - voran natürlich der Klassiker "Prinz Eisenherz" - geeignet sein könnten, bei Schülern Interesse für die Frage zu wecken, wie das Mittelalter wirklich gewesen ist. > mehr