Dossier
Die Welt des Islams

 

Kontext einer heiligen Schrift
Zum religiösen und kulturellen Umfeld des Islams


Der Islam sei keine eigenständige Religion, sondern bloß eine ketzerische Abart des Christentums, so haben es Jahrhunderte lang christliche Dogmatiker gelehrt. Für gläubige Muslime ist die Antwort auf solche Polemiken einfach: Der Koran enthält das Wort Gottes, die Frage nach „Einflüssen“ stellt sich nicht. Eigentlich nicht: Da Mohammed seine Offenbarung als Wiederherstellung der Religion des Urvaters Abraham verstand, ist der Text des Korans dennoch voll von Anspielungen auf das Alte und das Neue Testament. Ein Forscherteam um die Islamwissenschaftler der Universität Göttingen hat sich der Frage angenommen, wie jüdische und christliche Stoffe in den Koran gelangt sein könnten. > mehr




Von Aishas Spielzeug bis zur Barbie-Puppe
Bilderfeindschaft und Bilderrechtfertigung im Islam

Bilderverbot im Islam? Man braucht nicht einmal in islamische Länder zu reisen, die Fernsehreportagen beweisen es zur Genüge: Die Straßen dort sind ebenso voll von Kino- und Werbeplakaten wie bei uns. Andererseits finden sich in der theologischen Literatur tatsächlich eine Menge Vorbehalte gegen gegen Bilder - und zwar nicht bloß gegen Götzenbilder oder karikaturistische Darstellungen des Propheten. Eine Genfer Islamwissenschaftlerin ist der verschlungenen Geschichte von Bilderfeindschaft und Bilderrechtfertigung im Islam nachgegangen. > mehr




Auf den Spuren von Abraham und Mohammed
Wenn andere Silvester feiern - die Pilgerfahrt nach Mekka

Trotz dreieinhalb Millionen Muslimen in Mitteleuropa - beim Wort "Hadsch" kommt den meisten von uns am ehesten Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah in den Sinn, jener Held Karl Mays, der zugeben muss, dass er niemals in Mekka war und den Titel "Hadschi" deshalb zu Unrecht trägt. Hier ein Blick auf die Tradition der großen islamischen Wallfahrt, deren Höhepunkt, das Opferfest, diesmal auf den 31. Dezember fällt. > mehr




Vollständig niederkämpfen und in Fesseln legen?
Zur Diskussion um Gewalt und Religion, Gewalt und Islam

"Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten." Als Papst Benedikt XVI. diese Äußerung eines byzantinischen Kaisers unlängst zitierte, hagelte es Proteste in der islamischen Welt. Dabei steht das Thema Gewalt und Religion, Gewalt und Islam bereits seit dem 11.9.2001 in der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit ganz oben an. > mehr




"Wer seine Religion wechselt, den tötet!"
Apostasie als Straftatbestand - das islamische Recht in Geschichte und Gegenwart

„Es gibt keinen Zwang in der Religion“, heißt es in Sure 2 des Korans – eine Stelle, die von liberalen Muslimen gern angeführt wird, um den Verdacht abzuwehren, der Islam müsse sozusagen von Natur aus intolerant sein. Andererseits findet sich in Sure 4 der Satz: „Wenn sie (zuvor war von irregegangenen Heuchlern die Rede) sich abkehren, dann greift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet.“ Auf diese Stelle wiederum können sich muslimische Rechtsgelehrte berufen, die für den Abfall vom islamischen Glauben die Todesstrafe fordern. Eine Trierer Rechtshistorikerin hat untersucht, wie die islamischen Staaten heute mit dieser Vorschrift umgehen. > mehr




"Säkulare Ansätze bilden nicht den Mainstream"
Über Geschichte und Gegenwart des islamischen Rechts

Islamisches Recht - bei diesem Stichwort denken wir im allgemeinen an brutale Körperstrafen und an eine rigorose Benachteiligung von Frauen und von Nichtmuslimen. Da ist es erstaunlich, dass in deutscher Sprache bis heute keine umfassende Darstellung von Geschichte und Gegenwart des islamischen Rechts, der "Scharia", vorgelegen hat, um so mehr als in Mitteleuropa seit Jahrzehnten mehrere Millionen Muslime heimisch geworden sind. Ein Jurist und Islamwissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg hat diese Lücke jetzt geschlossen. > mehr




Alibigötzen der Freiheit
Religiöse Werte in muslimischen Printmedien"

Einer der größten Mängel der säkularisierten Gesellschaften ist die Verdrängung der ethischen Werte in den individuellen Bereich von Gesinnung und Verhalten. Der Islam kennt einen solchen Pluralismus nicht." Aus der Zeitschrift Al-Fadschr. Eine Religionswissenschaftlerin in Jena hat sich die Darstellung religiöser Werte in muslimischen Printmedien vorgenommen. > mehr




Weltreligion zwischen Tradition und Fortschritt
Das Handbuch "Islam in der Gegenwart" in neuer Bearbeitung

"Kann ein Volk überleben, wenn es in Unwissenheit verharrt?" fragte Mitte des 19. Jahrhunderts der türkische Intellektuelle Sadullah Pascha. Dagegen klagte der Dichter Ziya Pascha: "Unsere Treupflicht gegenüber dem Glauben zu vergessen, das ist jetzt Mode." Wie sich die 1,2 Milliarden Muslime heute zwischen Tradition und Fortschritt stellen, darüber informiert das Handbuch "Islam in der Gegenwart", das aktualisiert und auf mehr als 800 Seiten erweitert, neu erschienen ist. > mehr




Zerrspiegel einer Religion
Eine Neuerscheinung über "Das Islambild im Abendland"

"Mit dem Islam hat sich das Christentum nicht auseinander zu setzen. Er besitzt keine geistige Originalität und ist nicht eine Religion, in der ein tiefes Denken über Gott und die Welt vorliegt", Albert Schweitzer 1922. In der Reihe "Bausteine zur Mensching-Forschung", die nach dem 1978 verstorbenen Bonner Religionswissenschaftler Gustav Mensching benannt ist, erschien jetzt ein Band, in dem das Selbstverständnis der Religion des Propheten Mohammed mit ihrer Darstellung in Europa, bis hin zu den Massenmedien der Gegenwart, kontrastiert wird. > mehr