| "Nach dem Gesetz muss er sterben" Fragen zum Prozess Jesu
Wenn es vor zweitausend Jahren bereits Gerichtsreporter gegeben hätte ... Oder wenn sich, noch besser, Prozessprotokolle erhalten hätten ... Vielleicht wüssten wir dann Genaueres über jenes Geschehen, das sich irgendwann um 30 nach Christus in Jerusalem ereignet hat: Ein Prediger, der in den Monaten oder Jahren zuvor Galiläa und Judäa durchstreift hatte, kam zum Passahfest nach Jerusalem, wurde von der römischen Besatzungsmacht, offenbar im Einverständnis mit den Behörden des jüdischen Klientelstaates, zum Tode verurteilt und am Kreuz hingerichtet. > mehr
Eieerlegendes Säugetier mit neun Buchstaben Die Ursprünge des Osterhasen und der Ostereier
"Eierlegendes Säugetier mit neun Buchstaben? Zu dieser Jahreszeit muss das wohl der Osterhase sein; Schnabeltier mit elf Buchstaben würde auch gar nicht passen. Wie aber kommt diese Säugetierart eigentlich zum Eierlegen? "Osterhase und Ostereier gehen auf die germanische Göttin Ostara zurück", lesen wir alle Jahre wieder. 1982 war in einer Tageszeitung die "germanische Ostergöttin" sogar im Bild dargestellt, mitsamt ihren "heiligen Tieren" Hase und Storch. > mehr
Jerusalem liegt in Polen Ein Tag im Weltkulturerbe von Kalwaria Zebrzydowska
Eigentlich sollte man Kalwaria Zebrzydowska vor Ostern besuchen, zu den großen Passionsspielen an Gründonnerstag und Karfreitag. Aber wir wollen die Architektur dieser berühmten Wallfahrtsstätte in Südpolen, die vor ein paar Jahren von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, in Ruhe anschauen. Durch eine Stiftung der wohlhabenden Familie Zebzrydowski entstand Anfang des 17. Jahrhunderts in der Hügellandschaft dreißig Kilometer südwestlich von Krakau eine Art polnisches Jerusalem, den originalen Stätten der Passionsgeschichte, wie sie in einem zeitgenössischen illustrierten Reisebericht beschrieben waren, so genau wie möglich nachgebaut > mehr
"Deine Toten werden leben ..." Aus der Geschichte des Auferstehungsgedankens
"Das wunderschöne Jünglingsbild, es liegt am Boden blass und tot, das Blut färbt alle Blumen rot, und Klagelaut die Luft erfüllt ..." Auch ein Karfreitagslied, wenn man so will; aber der Klagelaut in Heinrich Heines "Frühlingsfeier" trägt den Namen Adonis. Der sterbende Gott ist keine Idee, die nur im Christentum vorkäme, der Alte Orient und das alte Ägypten kannten sterbende und wiederauferstehende Götter – Adonis, Attis, Tammuz, Osiris. Der Kreislauf der Jahreszeiten mag solche Gedanken mit angeregt haben, ebenso der Gestaltwandel des Mondes. > mehr
"Es gibt nichts Eigenartigeres und nichts Größeres" Ostern in Rom - in den Berichten von Reisenden
Karwoche und Ostern in Rom: Seit dem 17. Jahrhundert war das ein Pflichtpunkt im Programm aller Bildungsreisen durch Europa. Johann Caspar Goethe, Frankfurter Patrizier, der Vater des Dichters, zeigte sich überrascht von der Weltläufigkeit in der päpstlichen Residenz: "Ich habe mich zusammen mit einigen anderen unter die Schar gewagt, die vor dem Hochaltar kniete, und blieb während der gesamten feierlichen Handlung unbeirrt stehen, ohne dass irgend jemand auf den Gedanken gekommen wäre, mich dazu zu zwingen, ebenfalls auf die Knie zu fallen und den Reliquien zu huldigen." > mehr
Fehlerhaftes Kirchenlied und toller Mensch Variationen über das Karfreitagsthema
"O große Not! Gott selbst liegt tot!" dichtete der holsteinische Pfarrer Johann Rist 1641 in einem Karfreitagslied. Im 19. Jahrhundert, als sich atheistische Parolen in breite Schichten der Bevölkerung verbreiteten, erschien das den Kirchenoberen allzu anstößig. Der gängige Text in den Gesangbüchern lautet seitdem "Gotts Sohn liegt tot." > mehr
"Ei, eine treffliche Summe ..." Die Passionsgeschichte und ihre Grundlagen im Alten Testament
"Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, ging zu den Hohenpriestern, um ihn an sie zu verraten. Als sie das hörten, waren sie froh und versprachen, ihm Geld zu geben.“ Über kaum eine andere Frage im Neuen Testament haben Theologen und Historiker so viel spekuliert wie über die Motive, die Judas dahin gebracht haben könnten, Jesus zu verraten. Die Vermutungen reichen von purer Habgier bis zur Enttäuschung eines jüdischen Nationalisten, der einsehen musste, dass sein Herr und Meister keinen Aufstand gegen die römische Besatzungsmacht plante. Albert Schweitzer wunderte sich vor hundert Jahren in seiner "Geschichte der Leben-Jesu-Forschung“, warum kaum jemand die viel näher liegende Frage stellen wollte: Worin bestand eigentlich das Geheimnis, das Judas den Hohenpriestern "verriet“? > mehr
Nichts Neues über den Mann aus Nazareth Das Judasevangelium aus der ägyptischen Wüste
Im April 2006 verkündete die National Geographic Society in einer weltweit ausgestrahlten Fernsehdokumentation, das 1978 in Mittelägypten entdeckte "Evangelium des Judas" sei nun endlich rekonstruiert und ins Englische übertragen worden. Trotz aller Bemühungen der Forscher um Sachlichkeit war die internationale Öffentlichkeit elektrisiert: Ein Evangelium, abgefasst von Judas Iskariot? Dieser Judas, so wissen alle Leser der Evangelien, "ging zu den Hohenpriestern, um ihn – Jesus – an sie zu verraten. > mehr
Wanderpediger und Wunderheiler Was man über das Leben Jesu wissen kann und was nicht
Totgesagte leben länger, das gilt auch für manche Themen auf dem Büchermarkt. Vor gut einem Jahrhundert erklärte der Theologe Albert Schweitzer, der spätere Arzt von Lambarene, die damals schon so beliebten Leben-Jesu-Bücher für überholt. Der historische Jesus, wie ihn die Forschung inzwischen erkannt habe, tauge nicht mehr dazu, ihm die moralischen Anschauungen unserer eigenen Zeit in den Mund zu legen. Es sei hoffnungslos, ihn dem breiten Publikum "allgemeinverständlich nahe bringen" zu wollen. > mehr
Zwischen Ärgernis und Torheit Deutungen des Todes Jesu im Neuen Testament Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sich die Schwierigkeiten christlicher Verkündigung in 2000 Jahren nicht groß verändert haben. Der gekreuzigte Christus sei "den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit", stellte Paulus im 1. Korintherbrief fest. "Kann man sich Gott wirklich als blutrünstiges Ungeheuer vorstellen, das durch den Tod seines eigenen Sohnes besänftigt werden muss?" fragen heutzutage Schüler im Religionsunterricht. Kindlicher formuliert: "Eigentlich find ich es ein bisschen unfair. Ich finde, dass Gott da ziemlich gemein war." > mehr
"Das Grün aus allen Gräbern bricht ..." Eine Tour d'horizon durch die Karfreitags- und Osterpoesie
"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick; im Tale grünet Hoffnungsglück; der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück ..." Der Osterspaziergang in Goethes "Faust I", von allen Versen, die in deutscher Sprache auf das Osterfest gedichtet wurden, sicherlich de bekanntesten. Dabei ist von Ostern, dem Fest der Auferstehung Christi, zunächst einmal gar nicht die Rede, vielmehr vom Frühling: "Die Sonne duldet kein Weißes ... Alles will sie mit Farben beleben ..." Erst ein paar Verse später wird ein Zusammenhang hergestellt: "Jeder sonnt sich heute so gern. Sie feiern die Auferstehung des Herrn, denn sie sind selber auferstanden, aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern ... sind sie alle ans Licht gebracht." > mehr
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