Dossier
Rund um das Weihnachtsfest

 

Die Nacht ist vergangen, der Tag ist gekommen
Der Advent in Religion und Brauchtum

Advent ist da, die Diandln sein in den Rauch gehängt", sagte man früher im süddeutsch-österreichischen Raum. Denn Tanzveranstaltungen waren in den Wochen vor Weihnachten verboten. Es war eine Fastenzeit, ähnlich jener vor Ostern. Und so dauerte auch die Adventszeit vor Weihnachten oft nicht nur vier, sondern sechs Wochen. Man orientierte sich an den vierzig Jahren, die das Volk Israel in der Wüste verbracht, und den vierzig Tagen, die Jesus in der Wüste gefastet hatte. Zuvor allerdings durfte man sich mit den Martinigänsen von der Zeit des Wohllebens noch einmal ausgiebig verabschieden – nicht anders als im Karneval vor Aschermittwoch. > mehr


Der Stern, der tat sie lenken
Astronomen und Astrologen über Jesu Geburt und den Stern von Bethlehem

Der Wiener Astronom Konradin Ferrari d’Occhieppo wusste es ziemlich genau: Jesus wurde in der Nacht zum Samstag, dem 17. Januar des Jahres 7 vor Beginn unserer Zeitrechnung, geboren, behauptete er 1994 in seinem Buch „Der Stern von Bethlehem, aus der Sicht eines Astronomen beschrieben und erklärt“. Mitte September jenes Jahres beobachteten die „Weisen aus dem Morgenland“, von denen die Bibel erzählt, den gemeinsamen Abendaufgang der Planeten Jupiter und Saturn – für die Astrologen ein eindeutiges Zeichen, dass der ersehnte Messias-König erschienen sei. Am Abend des 12. November gegen 20 Uhr standen die Weisen vor der Krippe in Bethlehem. > mehr


Ein Streifzug durch die Kulturgeschichte der Engel
Die ganze Menge der himmlischen Heerscharen

Engel – gibt’s die? Wenn man der Bibel folgt, dann ganz sicher. Ein Engel steht mit Flammenschwert an der Pforte des Paradieses, um zu verhindern, dass wir wieder hineinkommen; ein Engel kündigt Maria die Geburt des Erlösers an; ein Engel wälzt den Stein von Christi Grab und verkündet die Auferstehung. Und was wäre die Weihnachtsgeschichte ohne jenen Engel, der von der großen Freude spricht, welche "allem Volke widerfahren" wird? Und ohne die ganze "Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens"? > mehr


Eine Tour d'horizon durch die Weihnachtspoesie
Schneetreiben, Marzipanschlösser und Zwerge aus Glas

"Aber doch bleibt das Weihnachtsfest der seligste Abend des Jahres. Mit wahrhaft überseliger Freude harrte ich schon lange darauf, aber die letzten Tage konnte ich kaum mehr warten, Minute für Minute verging, und so lang kamen mir die Tage wie im ganzen Jahr nicht vor." Jugenderinnerungen eines alten Mannes, meint der Leser. Doch nichts da, die Stelle stammt von einem 14-Jährigen. "Aus meinem Leben", ist der Text reichlich altklug überschrieben; ein paar Sätze später wird eine "kleine Festschrift" zitiert, die der Knabe verfasst haben will: "An der Wurzel des Baumes das Christkindlein in der Krippe; umgeben von Josef und Maria und den anbetenden Hirten! Wie doch jene den Blick voll inniger Zuversicht auf das Kindlein werfen! Möchten doch auch wir uns so ganz dem Herrn hingeben!" > mehr


Aus der Kindheit der Götter und Heroen:
Startprobleme der Götter und Heroen

In der griechischen Götterwelt ging es nicht immer gesittet zu. Der alte Kronos pflegte seine Kinder gleich nach der Geburt zu verschlingen, aus Furcht, eines von ihnen könnte ihn entthronen. Beim dritten Kind ließ Mutter Rhea sich eine List einfallen. Sie gab ihrem arglosen Gatten statt des Säuglings einen in Windeln gewickelten Stein und versteckte den kleinen Zeus in einer Berghöhle. Nymphen nährten ihn mit der Milch einer Ziege, Diener der Rea veranstalteten laute Waffentänze, damit Kronos das Schreien des Kindes nicht hören konnte  > mehr


Die Kunst der Krippe, zwischen Neapel und Oberbayern
Maria mit Schnürmieder und Josef ohne Hosen

"Am dritten Tage nach der Geburt unseres Herrn Jesus Christus trat die seligste Maria aus der Höhle, ging in einen Stall hinein und legte ihren Knaben in eine Krippe, und Ochs und Esel beteten ihn an. Da erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja verkündet ist, der sagt: Der Ochs kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn." Diesen Hinweis auf Ochs und Esel haben Hörer der Weihnachtsgeschichte vermutlich immer schon vermisst. Die Sätze stammen aus dem sogenannten "Pseudo-Matthäus", einem apokryphen Evangelium, das im 8. oder 9. Jahrhundert entstanden ist. Unsere Weihnachtskrippen sähen viel ärmer aus, wenn der unbekannte Verfasser dieses Detail nicht überliefert hätte > mehr


Goldene Äpfel an Tannen und Fichten
Der doppelte Ursprung des Weihnachtsbaums

Da geht es dem Weihnachtsbaum nicht anders als den Ostereiern oder dem Fußballspiel: Irgendwann waren sie da und im nachhinein konnte niemand mehr sagen, wie lange schon, und wo sie hergekommen sein könnten. Die amerikanische National Christmas Tree Association, der nationale Weihnachtsbaumverband der USA, hat das lettische Riga zum "Geburtsort" erklärt. Tatsächlich – 1510 stellte eine Gilde ausländischer Kaufleute dort vor dem Rathaus einen Baum auf, der mit Wollfäden, Stroh und Äpfeln geschmückt und zur Fastenzeit verbrannt wurde. > mehr


Zur Familiengeschichte der winterlichen Gabenbringer:
Vom Nikolaus-Manna zu Coca-Cola

Jedes Jahr am 8. Mai steigt der Abt des Klosters vom Heiligen Nikolaus in Bari in die Gruft hinunter und lässt ein langes Rohr in das versiegelte Grab des Bischofs hinein. Damit wird eine Flüssigkeit abgesaugt und in Ampullen gefüllt. Offiziell gibt es keine Erklärung, wie sich in dem trockenen Raum Flüssigkeit angesammelt haben könnte. Jedenfalls wird berichtet, dass bereits Tausende von Menschen, die sich mit diesem "Manna des Heiligen Nikolaus" bestrichen, von schwersten Krankheiten geheilt wurden. > mehr 


Die Weisen aus dem Morgenland, ihre Geschenke und Reliquien
Wertvoller als Gold

Die Reliquien von Heiligen seien "wertvoller als pures Gold“, meinte bereits im 2. Jahrhundert eine frühchristliche Schrift, das "Martyrium des heiligen Polykarp“. Die Menschen des Mittelalters nahmen das sehr wörtlich, so wandte Frankreichs König IX. 1237 seinen halben Staatschatz auf, um aus Byzanz die Dornenkrone Christi nach Paris zu holen. Manchmal ging es auch billiger. Als 1164 die Gebeine der heiligen Drei Könige nach Köln kamen, waren sie ein Teil der Kriegsbeute, die Kaiser Friedrich Barbarossa dem eroberten Mailand abgepresst hatte. Friedrich schenkte sie seinem Kanzler Reinald von Dassel, Erzbischof von Köln. > mehr


Die Weihnachtsgeschichte und ihre biblischen Grundlagen:
Damit erfüllt würde, was gesagt ist...

Nein, ordentliche Standesbeamte wären die Verfasser der Evangelientexte wohl nicht geworden. Allein die Frage nach dem Wohnort von Jesu Eltern! Lukas sagt "Nazareth“ und erzählt, dass Joseph und Maria sich wegen einer Volkszählung auf den Weg nach Bethlehem machen mussten, wo dann Jesus geboren wurde. Matthäus setzt gleich bei der Geburt in Bethlehem an; erst nach der Rückkehr aus Ägypten beschließt Joseph, sich im "galiläischen Land in einer Stadt mit Namen Nazareth“ niederzulassen, aus Furcht vor Verfolgung im israelitischen Kernland. Welche Version ist denn nun die richtige?  > mehr


Pizzabäcker in Bethlehem
Wohnachtskrippen im Bayerischen Nationalmuseum in München 

Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution hatte sich die Regierung unter Minister Graf Montgelas eine gründliche Reform des Staates zur Aufgabe gesetzt. Die Ideen der Aufklärung wurden offizielles politisches Programm. Nicht nur die Privilegien von Adel und Kirche sollten beschnitten werden, auch die hergebrachten Frömmigkeitsformen des bayerischen Volkes galten als hinderlich in diesem Prozess der Reform – die Wallfahrten, die Passionsspiele und nicht zuletzt die Weihnachtskrippen. > mehr