| Bohnenbrei für die Toten Feste und Bräuche zum Totengedenken im November
Auf den Friedhöfen wurden die Gräber mit Weihwasser besprengt, um die Qualen zu lindern, denen die Seelen im Fegefeuer ausgesetzt waren. Denn an einem Tag im Jahr, zu Allerseelen, meinte der Volksglaube, kehrten sie auf die Erde zurück, dorthin, wo ihr Körper begraben lag. Aus dem Alpenraum ist der Brauch der „Allerseelengastung“ überliefert: Im hölzernen Napf wurde ein Bohnenbrei gereicht. In manchen Gegenden wurden kleine Münzen auf die Gräber gelegt. Wir berichten über Feste und Bräuche zum Totengedenken in November und über die religiösen Vorstellungen, die dem zugrundeliegen > mehr
Nicht aus Frechheit, sondenr formmen Sinnes Umgang mit den Toten seit der Antike
Andere Länder, andere Sitten. Und ebenso: andere Zeiten, andere Sitten. Mit den verehrten Leichnamen der Heiligen wurde - "nicht aus ungebührlicher Frechheit, sondern frommen Sinnes" - im Mittelalter oft auf eine Weise umgegangen, die uns als Störung der Totenruhe vorkommt. Eine Forschergruppe an der Universität Bochum hat sich mit den "Inszenierungen des Todes" seit der Antike befasst. > mehr
Auf den Türmen des ewigen Schweigens 60.000 Jahre Sterbe-, Trauer- und Bestattungsriten
Andere Länder oder Völker, andere Sitten, das macht sich gerade im Zeitalter der Globalisierung bemerkbar. Wenn für einen glöubigen Muslim die Sterbestunde gekommen ist, drängen sich oft die Angehörigen in großer Zahl ans Krankenbett. Eine Zudringlichkeit, möchte das Krankenhauspersonal dann meinen; aber eine solche Versammlung gehört islamischer Tradition zufolge zu einem „guten“ Sterben dazu. Eine Forschergruppe der Universität Marburg hat sich zu einer Tour d'horizon durch die Riten der Religionen und Kulturen zusammengefunden. > mehr
Himmlische Rechtsprechung, höllischer Strafvollzug Das jenseitige Gericht - vom alten Ägypten bis zum Geist des Kapitalismus
"Ich sah eine Lüsterne, nackt und entfleischt, rot von ekligen Schwären, Schlangen fraßen an ihrem Leib ..." Es ist keine pure Phantasie, die Umberto Eco seinem Erzähler im "Namen der Rose" eingegeben hat. Die Künstler, die im Mittelalter an Kirchenportalen oder auf Wand- und Altarbildern das Jüngste Gericht darstellten, haben tatsächlich ihre Verdammten oft mit derart drastischen Details ausgestattet. Zu den Totengedenktagen im November blicken wir zurück auf mehr als 2.000 Jahre Vorstellungen von einem jenseitigen Gericht. > mehr
Himmel, Hölle, Fegefeuer Zur Geographie der jenseitigen Welt
Vorausgesetzt, es gibt wirklich ein Leben nach dem Tode - wo eigentlich werden wir dieses Leben dann verbringen? Solche Fragen seien "völlig nutzlos und, was schlimmer ist, die Beschäftigung mit ihnen erfordert einen Aufwand an kostbarer Zeit, die für heilsamere Dinge zu verwenden wäre“, argumtierte von 1.600 Jahren der Kirchenlehrer Augustinus. Von Ausnahmen wie Augustinus und Luther abgesehen, haben jedoch Gebildete und Ungebildete immer wieder gern über die Geographie der jenseitigen Welt nachgedacht. > mehr
Wo Charon rudert und Kerberos wacht Berliner Pergamonmuseum präsentiert eine Reise in die antike Unterwelt
Schattenbilder, "gleich einem Windhauch und ganz ähnlich einem flüchtigen Traum": So werden die Verstorbenen bei Homer geschildert. Damit ist das Spektrum antiker Vorstellungen von der Unterwelt aber längst nicht erschöpft. Eine Ausstellung im Berliner Pergamonmuseum, die gemeinsam mit dem Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität erarbeitet wurde, präsentiert eine Reise in die antike Unterwelt, mitsamt dem Versuch, die verschiedenen topographischen Angaben der Dichter in einer Karte zu vereinigen. > mehr
"Wir sehen uns wieder!" Eine kleine Sozialgeschichte des himmlischen Lebens
"Wir sehen uns wieder", schreiben Hinterbliebene gern in Todesanzeigen sowie auf Blumenschleifen und Grabsteine. Allgemeine Verbreitung fand diese Idee, dass Liebe, Ehe und Freundschaft im Jenseits ihre Fortsetzung finden, jedoch erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Ein frühes Beispiel sind die Fieberträume von Goethes Romanhelden Werther: "Ich gehe voran, bis Du kommst, und ich fliege Dir entgegen und fasse Dich und bleibe bei Dir ..." > mehr
Mumien durch Natur und Mumien durch Kunst Träume vom ewigen Leben im Mannheimer Zeughaus
Leichen im Museum ... Darf man das ausstellen? Muss man das sehen? Die Mumien-Ausstellung in Mannheim hat bereits vor ihrer Eröffnung kontroverse Diskussionen augelöst. Im ethischen Grundsatzstreit ist beinahe untergegangen, dass Mannheim hier einen umfassenden Überblick zum Thema "Mumifizierung" bietet. Neben dem Brauch alter Religionen und neuer politischer Ideologien, Leichname für die Ewigkeit zu konservieren, wird auch die natürliche Mumifizierung in Eis oder Moor behandelt. Und der moderne Traum, sich die persönliche Unsterblichkeit durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff zu sichern. > mehr
Zwischen Lebenspflicht und Versicherungsfinanzen - zwei Jahrtausende Diskurs über "freiwilliges" Sterben
Umfragen zufolge spricht sich die Mehrheit der Bürger in Deutschland dafür aus, aktive direkte Sterbehilfe in Extremfällen von Strafandrohung zu befeien. Ein Viertel der Befragten fordert, dass der Wille des Betroffenen für sich allein ein hinreichendes Kriterium abgibt. Ebenfalls ein Viertel will diese "Hilfe" selbst dann erlaubt sehen, wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist, einen eigenen Willen kundzutun. Wir blicken zurück auf zweieinhalb Jahrtausende Diskussion. > mehr
|