Dossier
Gott und das Jenseits

 

iIn einem Ozean des Lichtes
Die Karriere des Begriffs "Jenseits" seit der Aufklärung

"Sei, wie du willst, namenloses Jenseits, bleibt mir nur dieses mein Selbst getreu." Karl Moor in Schillers "Räubern", vielen von uns wird die Stelle noch aus dem Schulunterricht geläufig sein. Es handelt sich um einen der frühesten Belege für das Wort "Jenseits" in der deutschen Sprache. Weit davon entfernt, ein Relikt mittelalterlichen Denkens zu sein, ist dieser Ausdruck erst mit der Aufklärung und der wachsenden Skepsis gegenüber Himmel und Hölle aufgekommen. > mehr




"Montags geht die Welt zugrunde, Dienstags regnet's und ist kalt"
Wie der Gedanke an den Weltuntergang die Kultur des Abendlandes geprägt hat


Als nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 die Bilder von den eingestürzten Türmen des World Trade Centers um die Welt gingen, weckte eines der Motive ganz besondere Aufmerksamkeit. In den Rauch- und Staubwolken glaubten viele Zeitgenossen, deutlich die Fratze Satans zu erkennen. Die Folgerung lag nahe: Das Ende war gekommen. „Der 'Weltuntergang' hat Konjunktur“, schreibt der emeritierte Mittelalter-Historiker Johannes Fried von der Universität Frankfurt am Main in seinem neuen Buch über eine Angst, von der unsere abendländische Kultur seit Jahrhunderten verfolgt wird. Nicht dass Untergangserwartungen den außereuropäischen Kulturen und Religionen fremd wären. Aber zum Beispiel die hinduistische Kosmologie rechnet mit riesigen Zeiträumen von vielen Billionen Jahren, da steht nichts unmittelbar bevor. > mehr




Weltuntergangsphantasien - zwischen Kritik und Schwärmerei
Ausschnitte aus der Kulturgeschichte der Apokalypse

„21.12.2012., 24.00 Uhr Weltuntergang, danach Weltuntergangs-Aftershow-Party – Open end“, machten sich letzten Dezember die Witzbolde über die Endzeitphantasien lustig, die damals um die Welt gingen. Open end – bis zum nächsten Mal. Denn die nächste Ankündigung der Apokalypse kommt bestimmt, auch ohne den Asteroiden 99942 alias Apophis, der uns neuesten Berechnungen zufolge im Jahr 2029 wohl doch nicht so nahe kommt, wie befürchtet. Das Thema hat Konjunktur, und zwar seit mindestens zwei Jahrtausenden; auch unser naturwissenschaftlich-technisches Zeitalter hat dem kein Ende bereitet. 2009 richtete die Österreichische Akademie der Wissenschaften ein Forschungsprojekt „Zur Genealogie der Endzeit in der europäischen Kultur“ ein; die Arbeitsergebnisse werden in den nächsten Jahren in einer Schriftenreihe „Kulturgeschichte der Apokalypse“ herauskommen. Zum Auftakt ist jetzt ein umfangreicher Sammelband mit einem halben Hundert Aufsätzen erschienen, die das Motiv bis ins 4. Jahrhundert nach Christus zurückverfolgen. > mehr




"Wir leben nicht mehr lang ..."
Ein Streifzug durch die Phantasien von Weltuntergang und wunderbarer Rettung

Da hatten wir uns gerade darauf eingestellt, dass uns vielleicht noch bis 2029 Zeit bleibt. Genau gesagt: bis zum 13. April 2029, wenn Komet 99942, allgemein unter dem Namen „Apophis“ bekannt, der Erde gefährlich nahe kommt. Im April 2013, sagen die Astronomen, werde man seine Bahn wahrscheinlich genauer berechnen, hoffentlich auch Entwarnung geben können. Für den anderen Fall wird bereits über technische Maßnahmen nachgedacht, mit denen man den unliebsamen Besucher auf Distanz halten könnte. Sonst droht unserer Spezies womöglich das Schicksal der Dinosaurier. Aber all diese Erwägungen erübrigen sich ja nun. Der Weltuntergang findet, wie Esoteriker aus einem alten Maya-Kalender ablesen, bereits am 21. Dezember 2012 statt. Jedenfalls hört eine der Kalenderberechnungen der Mayas mit diesem Datum auf; ob das Ende der Liste auch das Ende unserer Welt bedeuten soll, haben die Schreiber offen gelassen. > mehr

 


"Es soll geschehen in den letzten Tagen ..."
Eine Geschichte des Heiligen Geistes - vom "Atem des Herrn" bis zur politischen Utopie

"Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen; es grünten und blühten Feld und Wald ..." Was für ein Glück, dass dieses Fest in der schönen Jahreszeit liegt, sonst könnte es mit Weihnachten und Ostern kaum mithalten. Bereits der Vorgang, den das Neue Testament schildert, wirkt reichlich abstrakt. Und dennoch: In der Pfingsterzählung, mit den Dogmen vom Heiligen Geist und von der göttlichen Dreifaltigkeit, die Theologen später daraus entwickelten, liegen die Ursprünge von zwei Jahrtausenden Geistesgeschichte, bis hin zu Hegels Dialektik und Marx’ Utopie der klassenlosen Gesellschaft. > mehr




Mit dem Löffel das Meer ausschöpfen
Ein Blick auf zweitausend Jahre Theologie des Heiligen Geistes

„Geist“ - dieser Begriff stammt, wie alle grundlegenden Begriffe des abendländischen Denkens, aus der griechischen Philosophie einerseits, dem Bibeltext andererseits. Eine Reihe von Theologen hat sich zusammengetab, um die Geschichte des Begriffs „Geist“ in den letzten zweitausend Jahren in einigen Stationen näher zu beleuchten. Genauer: den theologischen Teil dieser Begriffsgeschichte. Denn die Diskussion verlief in zwei Strängen, die sich freilich immer wieder ineinander verschlungen haben: einerseits als eine mit philosophischen Konzepten arbeitende Theologie, andererseits als eine von theologischen Fragestellungen motivierte Philosophie. > mehr




Die ganze Menge der himmlischen Heerscharen
Nicht nur zur Weihnachtszeit - ein Streifzug durch die Kulturgeschichte der Engel

Hand aufs Herz - was wäre die Weihnachtsgeschichte ohne Engel? "Fürchtet euch nicht, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren ... Und alsbald war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens." Zum Weihnachtfest ein kleiner Streifzug durch die Kulturgeschichte der himmlischen Boten. > mehr




Wo Charon rudert und Kerberos wacht
Das Berliner Pergamonmuseum präsentiert eine Reise in die antike Unterwelt

Schattenbilder, "gleich einem Windhauch und ganz ähnlich einem flüchtigen Traum": So werden die Verstorbenen bei Homer geschildert. Damit ist das Spektrum antiker Vorstellungen von der Unterwelt aber längst nicht erschöpft. Eine Ausstellung im Berliner Pergamonmuseum, die gemeinsam mit dem Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität erarbeitet wurde, präsentiert eine Reise in die antike Unterwelt, mitsamt dem Versuch, die verschiedenen topographischen Angaben der Dichter in einer Karte zu vereinigen. > mehr




Himmel, Hölle, Fegefeuer
Zur Geographie der jenseitigen Welt

Vorausgesetzt, es gibt wirklich ein Leben nach dem Tode - wo eigentlich werden wir dieses Leben dann verbringen? Solche Fragen seien "völlig nutzlos und, was schlimmer ist, die Beschäftigung mit ihnen erfordert einen Aufwand an kostbarer Zeit, die für heilsamere Dinge zu verwenden wäre“, argumtierte von 1.600 Jahren der Kirchenlehrer Augustinus. Von Ausnahmen wie Augustinus und Luther abgesehen, haben jedoch Gebildete und Ungebildete immer wieder gern über die Geographie der jenseitigen Welt nachgedacht. > mehr



"Deine Toten werden leben ..."
Aus der Geschichte des Auferstehungsgedankens

Wieder einmal ging vor ein paar Wochen die Nachricht um die Welt, in Jerusalem sei Jesu Grab gefunden worden, und womöglich sei es nicht leer ... Die aufgeregte Diskussion, ob die christlichen Kirchen ihren Auferstehungsglauben revidieren müssten, beschränkte sich dann aber auf einen kleinen Kreis von Hobby-Archäologen. Zum diesjährigen Osterfest werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Auferstehungsgedankens von den heiligen Schriften der Zarathustrier bis zu Meinungsumfragen über Relígion heute. > mehr