Dossier
Heilige Orte

 

Auf Tuchfühlung mit dem Erlöser
Der Aachener Dom zeigt wieder die Windeln Jesu

"Wir wollen auf Tuchfühlung gehen zu Jesus, Maria und Johannes", wirbt das Aachener Bistum wieder für seine Heiligtumsfahrt. Wie seit dem hohen Mittelalter üblich, werden alle sieben Jahre vier Reliquien aus der Lebensgeschichte Jesu präsentiert. Ein Blick auf die Geschichte dieser Wallfahrt und auf die Reliquienverehrung in den Weltreligionen - ein Thema, das seit jeher auch seine handfest ökonomischen Aspekte hat. > mehr


Jerusalem liegt in Polen
Ein Tag im Weltkulturerbe von Kalwaria Zebrzydowska

Dreißig Kilometer südwestlich von Krakau liegt Jerusalem - ein polnische Jerusalem, im 17. Jahrhundert durch die Stiftung einer wohlhabenden Familien den originalen Stätten der Passionsgeschichte im Heiligen Land nachgebaut. Wir bringen einen Reisebericht aus dieser berühmten Wallfahrtsstätte, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist. > mehr



Ein Engel in den Gefahren des Meeres
Der Mont-Saint-Michel feiert seinen 1.300. Geburtstag

Im September 708, erzählt die Legende, erschien dem Bischof von Avranche in der Normandie der Erzengel Michael und verlangte, ihm auf einem Felsen an der Küste eine Kapelle zu bauen. Nachdem der Bischof den Befehl zweimal ignoriert hatte, brannte ihm der Engel mit dem Finger ein Loch in den Schädel ... Realität ist, dass auf dem Felsen tatsächlich eine Kapelle, später ein Kloster gebaut wurde. Im Mittelalter war der "Mont-Saint-Michel" eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten Europas, heute ist er eines der beliebtesten Touristenziele. Zum Jubiläum ein Rückblick auf die Geschichte der Insel. > mehr 



Hier in einer kleinen Erdspalte ...
Die heiligen Stätten in Bethlehem und in Nazareth


Geht man von der Geburtskirche in Bethlehem ein paar Minuten nach Südosten, stadtauswärts, findet man eine kleine Kapelle, in der eine Treppe in die Tiefe führt. In dieser Grotte, erzählen die Fremdenführer, hat sich die Heilige Familie vor den Häschern des Herodes verborgen. Beim Stillen des Kindes fielen einige Milchtropfen auf das Gestein. Seit Jahrhunderten ist es Brauch, dass christliche und auch muslimische Pilgerinnen Stücke des weißen Kalks aus dem Boden brechen, um das Pulver daraus in ihre Nahrung zu geben. Dem Volksglauben nach bewirkt es, dass stillende Mütter mehr Milch geben können. Eine der vielen Stätten im Heiligen Land und vor allem natürlich in Bethlehem, welche die fromme Phantasie mit dem Leben Jesu in Verbindung gebracht hat. > mehr




"Die hochheilige Stätte des Todes und der Auferstehung des Erlösers"
Geschichte, Legende, Verehrung - die Grabeskirche in Jerusalem


Es soll um 325 n. Chr. gewesen sein, zwölf Jahre zuvor hatte Kaiser Konstantin das Christentum unter staatlichen Schutz gestellt, da machte sich Konstantins Mutter Helena, die seit langem Christin war, zu einer Pilgerreise ins Heilige Land auf. In Jerusalem suchte sie nach der Stätte, wo einst Jesus gekreuzigt worden war, und kam zu dem Schluss, es müsse dort sein, wo Kaiser Hadrian etwa hundert Jahre nach Jesu Tod einen Tempel der Göttin Venus hatte errichten lassen. Dort waren in früherer Zeit die Hinrichtungen vollzogen worden. Die Kaiserinmutter führte Grabungen durch und fand tatsächlich drei Kreuze. Konstantin kam dem Wunsch seiner Mutter nach und errichtete an dieser Stelle die Grabeskirche. > mehr



Der König wählte Christus zu seinem Erben
Vor 1.000 Jahren wurde der Bamberger Dom geweiht

Wenn man dem Chronisten glauben will, gingen dem Dombau dramatische Szenen voraus. Jedes Mal, berichtete einige Jahre später Bischof Thietmar von Merseburg, wenn König Heinrich II. befürchten musste, dass die Synode sich anders entscheiden könnte, warf er sich erneut demütig zu Boden und bat flehentlich darum, seinem Wunsch auf Errichtung des Bistums Bamberg statt zu geben. Eine subtile Form der Nötigung. Die Bischöfe konnten gar nicht anders, als dem König seinen Willen zu tun. Bischof Heinrich von Würzburg, dessen Rechte durch das neue Bistum arg beschnitten wurden, war vorsichtshalber gar nicht erst zu der Synode in Frankfurt gekommen. Noch am selben Tag, dem 1. November des Jahres 1007, wurde der erste Bamberger Bischof geweiht. Sehr bald begann man mit dem Bau des Domes. Bereits am 6. Mai 1012, vor 1.000 Jahren, konnte er geweiht werden. > mehr
 
 
 

Für fünf Stunden nach Jerusalem
Am 15. Mai beginnen die 41. Oberammergauer Passionsspiele

Am Anfang stand eine Pestepidemie. Auch der kleine Ort Oberammergau im bayerischen Alpenvorland war nicht verschont geblieben. 1633 gelobten die Einwohner, sollte ihre Gemeinde überleben, wollten sie von nun an regelmäßig ein großes Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen des Herrn Jesus Christus aufführen. Das war damals eine nicht ungewöhnliche Frömmigkeitsübung; allein im bayerisch-österreichischen Raum lassen sich für die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts etwa vierzig solcher Passionsspielorte nachweisen. Am 15. Mai ist es wieder soweit: Die 41. Oberammergauer Passionsspiele haben ihre Premiere. > mehr




Es gibt nichts Eigenartigeres und ncihts Größeres
Ostern in Rom - in den Berichten von Reisenden

Ostern in Rom - seit dem 17. Jahrhundert gehörte dieser Punkt zum Programm jeder Bildungsreise durch Europa, vergleichbar nur den Weihnachtsfeierlichkeiten in der päpstlichen Residenz sowie dem Karneval in Venedig und einem Empfang am französischen Königshof. Wir stöbern in den Reiseberichten deutscher, englischer und französischer Autoren mit ihren Eindrücken aus der Ewigen Stadt. > mehr





Die Wallfahrt im Zeichen der Muschelschale
Heiliges Jahr in Santiago de Compostela

„El camino comienza en su casa“, sagt man in Spanien, „Der Weg beginnt in Ihrem Haus“. Der Weg schlechthin – das war im Mittelalter der Jakobsweg, die Wallfahrtsstraße nach Santiago de Compostela. Seit ein paar Jahrzehnten erlebt diese große Reise des christlichen Mittelalters eine Art Renaissance. Zum Fest des heiligen Jakobus am 25. Juli ziehen Jahr für Jahr etwa 75.000 Menschen "per pedes Apostolorum" in die Nordwestecke Spaniens. In „heiligen Jahren“ – immer dann, wenn, wie in diesem Jahr, der Festtag auf einen Sonntag fällt – sind es mindestens einhunderttausend mehr. > mehr




Auf den Spuren von Abraham und Mohammed
Wenn andere Silvester feiern - die Pilgerfahrt nach Mekka

Trotz dreieinhalb Millionen Muslimen in Mitteleuropa - beim Wort "Hadsch" kommt den meisten von uns am ehesten Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah in den Sinn, jener Held Karl Mays, der zugeben muss, dass er niemals in Mekka war und den Titel "Hadschi" deshalb zu Unrecht trägt. Hier ein Blick auf die Tradition der großen islamischen Wallfahrt, deren Höhepunkt, das Opferfest, diesmal auf den 31. Dezember fällt.  > mehr fällt. > mehr




Fußballspiel und Gottesdienst
Zu einer Phänomenologie des Außeralltäglichen

In der Neuen Zürcher Zeitung war einmal zu lesen, beim Gang ins Stadion werde "eine Schwelle überschritten, welche die profane Welt für einige Stunden von der heiligen scharf abgrenzt". Bloß eine gewagte Formulierung? Eine Forschergruppe an der Universität Erlangen-Nürnberg hat nach "Sakralitätsphänomenen" gefragt - ausdrücklich im Plural, der Anspruch, so etwas wie einen "übergeschichtlichen, wesenshaften Seinskern" gefunden zu haben, wird nicht erhoben. > mehr