"Es gibt die Nacht so hellen Schein"
Die Adventszeit in Glauben und Brauchtum

„Advent ist da, die Diandln sein in den Rauch gehängt“, sagte man früher im süddeutsch-österreichischen Raum. Denn Tanzveranstaltungen waren in den Wochen vor Weihnachten verboten. Es war eine Fastenzeit, ähnlich jener vor Ostern. Und wie die Fastenzeit vor Ostern dauerte auch die Adventszeit vor Weihnachten oft nicht nur vier, sondern sechs Wochen. Zuvor allerdings durfte man sich mit den Martinigänsen von der Zeit des Wohllebens noch ausgiebig verabschieden – nicht anders als im Karneval vor Aschermittwoch. Ein Blick auf Glauben und Brauchtum rund um den Advent.  > mehr




Zeichen der Ehrbarkeit oder der Unterdrückung?
Aus der Kulturgeschichte der Verschleierung


„Ehefrauen und Witwen“, verordnete im 12. Jahrhundert v. Chr. ein assyrisches Gesetz, „wenn sie auf die Straße gehen, lassen ihren Kopf nicht unverschleiert.“ Sklavinnen und Prostituierten dagegen wurde es ausdrücklich verboten, sich zu verschleiern. Der Schleier deklarierte, dass es da einen Ehemann gab oder gegeben hatte und dass die Frau unter dessen Schutz stand; unnnötig zu sagen, dass dieser „Schutz“ auch ein Eigentumsanspruch war. Das Fehlen eines Schleiers dagegen sollte aussagen: keine ehrbare Frau. Der Schleier als Signal weiblicher Ehre: eine der hartnäckigsten Traditionen in der Geschichte der Kleidung. Vor allem das Haupthaar musste verhüllt werden. Im 2. Jahrhundert v. Chr. ließ sich der römische Konsul Gaius Sulpicius Galus von seiner Frau scheiden, weil sie in der Öffentlichkeit ohne Kopfschleier aufgetreten war. > mehr




Goldene Äpfel an Tannen und Fichten
Der doppelte Ursprung des Weihnachtsbaums

1510 stellte eine Gilde ausländischer Kaufleute vor dem Rathaus von Riga einen Baum auf, der mit Wollfäden, Stroh und Äpfeln geschmückt und zur Fastenzeit verbrannt wurde. Der erste Weihnachtsbaum? Vielleicht handelte es sich doch eher um einen Winterbaum: Mit dem Baum sollte das „Überwintern“ der Vegetation symbolisch dargestellt werden. Irgendwann im 16. Jahrhundert aber müssen sich die profanen Bräuche um das winterliche Grün tatsächlich mit dem christlichen Weihnachtsfest verbunden haben. Die Ethnologen unterstellen allerdings heute, dass der Weihnachtsbaum noch einen zweiten, durchaus geistlichen Ursprung hat: Im Baum der Versuchung aus den Paradiesspielen des späten Mittelalters. > mehr
 



Pizzabäcker in Bethlehem
Ein Gang durch die Krippenausstellung im Bayerischen Nationalmuseum München

Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution hatte sich die Regierung eine gründliche Reform des Staates zur Aufgabe gesetzt. Die hergebrachten Frömmigkeitsformen des bayerischen Volkes galten als hinderlich in diesem Prozess der Reform, nicht zuletzt die Weihnachtskrippen. Als der Münchner Bankier Max Schmederer in den 1880er Jahren daran ging, in großem Stil Krippenfiguren zu sammeln, hatte er bereits große Schwierigkeiten, vollständige Ensembles zusammenzustellen. Heute bildet seine Sammlung die größte Attraktion des Bayerischen Nationalmuseums in München: Weihnachtskrippen aus Bayern und Tirol, vor allem aber aus Neapel und Sizilien. > mehr





Maria mit Schnürmieder und Josef ohne Hosen
Die Kunst der Krippe - zwischen Neapel und Oberbayern


Haben Sie sich einmal gefragt, wie Ochs und Esel eigentlich in die Weihnachtsgeschichte kommen? Und ist Ihnen schon aufgefallen, dass der heilige Josef auf manchen Bildern von Jesu Geburt keine Hosen trägt - mitten im Winter, wie die Maler, an mitteleuropäisches Wetter gewöhnt, doch wohl voraussetzen mussten? Wir werfen ein Blick auf die Kunst der Weihnachtskrippe und auf ihre religionsgeschichtlichen Voraussetzungen. > mehr





Stücke vom Heu und Hosen des hl. Joseph
Weihnahctskultur im Umkreis von Krippe und Baum

Wissen Sie, was Ochs und Esel in der Weihnachtgeschichte zu suchen haben? oder warum der heilige Joseph auf manchen Bildern von der Geburt Jesu keine Beinkleider trägt? oder wie der Weihnachtsbaum aufgekommen ist? Wir blicken zurück in die Kulturgeschichte eines Festes. > mehr 


  
 
 
Eine religiös gerechtfertigte Körperverletzung?
Hintergründe des Kölner Urteils zur Beschneidung

Der Vorgang hat sich im historischen Gedächtnis des Judentums als ein paradigmatischer Fall von Judenverfolgung eingebrannt. "Die Beschneidung verbot er", berichten die Makkabäerbücher von dem syrischen König Antiochos IV. Epiphanes im 2. Jahrhundert vor Christus. "Er gebot, die Leute an alle Unreinheiten und heidnischen Bräuche zu gewöhnen ... Die Frauen, die ihre Söhne hatten beschneiden lassen, wurden getötet ... Man tötete auch jene, die sie beschnitten hatten." Da kann man sich leicht ausmalen, welche Diskussionen in Deutschland bevorstehen, wenn sich jene Auffassung durchsetzen sollte, die das Kölner Landgericht in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil (Az. 151 Ns169/11) jetzt vertreten hat: Die Beschneidung von Knaben aus religiösen Gründen sei strafbar. > mehr
 
 
 
 

"Als man das Kind beschneiden musste ..."
Ein halb verdrängtes Fest und ein umstrittener Brauch


Was. eigentlich wird am 1. Januar gefeiert? Mit dieser Frage hat sich der abendländische Festkalender schwer getan, schon die Kirchenväter übten heftige Kritik an ausgelassenen Liedern und Vergnügungen zum Jahreswechsel. Ein Blick in die Bibel gibt eine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem festlichen Anlass: "Als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste ..." Aus Anlass des Neujahrstages ein Blick in die Geschichte der Beschneidung, sowohl bei Knaben als auch bei Mädchen. > mehr




 
Eine Lizenz zu Narrheit und Ausschweifung
Der Karneval im Streit der Weltanschauungen

„Trinken, lärmen, scherzen und Würfel spielen, Festkönige wählen, die Sklaven bewirten, nackt singen und mit Ruß bestrichen in einen kalten Brunnen getaucht werden“: So beschrieb der griechische Satiriker Lukian im 2. Jahrhundert nach Christus seine Erlebnisse in Rom beim Fest zu Ehren des Gottes Saturn. Kein Wunder, dass immer wieder der Verdacht aufgekommen ist, die neuzeitlichen Karnevalsbräuche müssten von diesen Saturnalien herzuleiten sein. Protestantische Theologen nutzten die offenkundigen Ähnlichkeiten, um der kathollischen Kirche "Heidentum" vorzuwerfen, nationalsozialistische Ideologen dagegen behaupteten, im Karneval sei uraltes germanisches Erbe enthalten.> mehr




Eierlegendes Säugetier mit neuen Buchstaben
Die Ursprünge des Osterhasen und der Ostereier

Eierlegendes Säugetier mit neun Buchstaben ... Das muss um diese Jahreszeit ja wohl der Osterhase sein. Schnabeltier würde nicht passen, hat elf Buchstaben. Aber wie kommt der Hase zu seinem zoologisch doch recht unwahrscheinlichen Job? Ein Blick auf allerlei Spekulationen und Bräuche um den Hasen und seine Eier, von den alten Germanen, die bis heute in diesem Zusammenhang gern beschworen werden, über die kirchlichen Fastengewohnheiten bis zum patentierten Osterhasen Anfang des 20. Jahrhunderts, der sogar farbige Eier legen konnte. > mehr




Wenn die Taube aus dem Heiliggeistloch nieder gelassen wird
Das Pfingstfest in Glaube, Kunst und Brauchtum

Jeder zehnte Bewohner Mitteleuropas, zeigen Umfragen, kennt den Ursprung des Weihnachtsfestes nicht, jeder fünfte weiß nicht, warum Ostern gefeiert wird. Zu Pfingsten hat anscheinend noch kein Meinungsforschungsinstitut gefragt; die Zahl der Unwissenden dürfte um einiges höher liegen. Wir blicken auf den Ursprung des Festes im Neuen Testament und auf seine Tradition in Kunst und Brauchtum. > mehr