| Ein Totentanz komischer Marionetten Gründungsurkunde der Moderne - vor 250 Jahren erschien Voltaires philosophischer Roman "Candide"
Eine Geburtsdokument der Moderne, vergleichbar mit der Erfindung der Dampfmaschine, Kants "Kritik der reinen Vernunft" und dem Sturm auf die Bastille: Voltaires philosophischer Roman "Candide", der vor 250 Jahren, im Februar 1759, in Genf erschien. Der Glaube, dass Gott die Welt zum Besten unseres menschlichen Schicksals eingerichtet habe, wurde für tot erklärt, schlimmer noch: lächerlich gemacht. Der Philosoph Schopenhauer wollte der "Theodizee" seines Kollegen Leibniz kein anderes Verdienst zugestehen "als dieses, dass sie Anlass gegeben hat zum unsterblichen ‚Candide’ des großen Voltaire". > mehr
"Mein Hintern bricht mir das Genick" Vor 550 Jahren wurde François Villon aus Paris verbannt - und verschwand aus der Geschichte
„Ich bin François, ein Missgeschick, und aus Paris bei Oisebrück; ich merke bald am langen Strick: Mein Hintern bricht mir das Genick!“ Der französische Dichter François Villon verfasste diesen Vierzeiler Ende 1462, Anfang 1463 in der Todeszelle. Er war wegen einer Rauferei, bei der ein päpstlicher Notar schwer verletzt wurde, zum Tod am Strang verurteilt worden. Diebstahl und Raub, manchmal verbunden mit einem Totschlag – damit war das Leben des damals 32-jährigen seit fast zehn Jahren ausgefüllt. Aber dazwischen entstanden einige Gedichte, die zu den Perlen der französischen Literatur zählen. Villon ist einer der ganz wenigen Schriftsteller des Mittelalters, die bis heute von einem breiten Publikum gelesen werden. Seit dem 19. Jahrhundert gilt er als das Urbild eines „poète maudit“, eines fluchbeladenen Dichters, eines genialen Künstlers, der in seiner Gesellschaft zugrunde gehen musste. > mehr
Gedruckt und sofort wieder eingestampft Vor 200 Jahren wollte Madame de Staël ihr Deutschland-Buch herausbringen
Germaine de Staël glaubte, vorsichtig genug gewesen zu sein. Über die Regierung des Kaisers Napoleon hatte sie sich in ihrem Deutschland-Buch wohlweislich ausgeschwiegen; einige Stellen, die von der Zensur dennoch beanstandet worden waren, hatte sie gehorsamst gestrichen. Jetzt war sie zuversichtlich, dass ihr Buch Mitte Oktober des Jahres 1810 herauskommen würde. Aber als die zehntausend Exemplare der ersten Auflage gerade gedruckt waren, stand Gendarmerie vor dem Pariser Verlagshaus. Unter Aufsicht wurden sämtliche Exemplare in weiße Pappe verwandelt. Erst drei Jahre später konnte das Buch in London erscheinen. > mehr
Sozialkritik und frommer Trost Zum 200. Geburtstag von George Sand
Vor 200 Jahren, am 1. Juli 1804, wurde George Sand, die erste Bestsellerautorin der Weltliteratur, geboren. Sowohl mit ihrem provokanten Lebensstil als auch in ihrem Erzählwerk forderte sie ein Menschen- und Frauenrecht auf Leidenschaft ein. Mit mehr als 100 Romanen öffnete sie die hohe Kunst der Literatur für ein breites Leser- und Leserinnenpublikum. > mehr
Märchen in der technischen Welt Zum hundertsten Todestag von Jules Verne
Nicht nur bei der Jugend immer noch ein vielgelesener Autor: Jules Verne, der vor 100 Jahren gestorben ist. Fortschritts-Fans schätzen ihn als Propheten moderner Technik; aber vor allem war Verne ein Erzähler spannender Geschichten - Märchen in einer technisch-wissenschaftlichen (oder auch populärwissenschaftlichen)Welt. > mehr
Freiheit mit schmutzigen Händen Vor hundert Jahren wurde Jean-Paul Sartre geboren
"Die Freiheit hat mich getroffen wie ein Blitz", Orest in Sartres "Fliegen". "Die Hölle, das sind die andern", in Sartres "Bei geschlossenen Türen". Mit solchen Sätzen traf der Dramatiker das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Zu Sartres 100. Geburtstag blicken wir auf das poetische und philosophische Werk. > mehr
Das Glück, den Stein zu wälzen Vor 50 Jahren verstarb der französische Schriftsteller Albert Camus
„Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“. Mit diesem Satz beendete Albert Camus 1942 seinen „Versuch über das Absurde“. Sisyphos ein glücklicher Mensch ... Bei den griechischen Dichtern war Sisyphos das Urbild von Schlauheit und List, in einem solchen Übermaß, dass die Götter ihn nach seinem Tod zu einer schrecklichen Strafe verurteilten. Mit größter Kraftanstrengung musste er einen schweren Felsblock auf eine Anhöhe hinaufwälzen; so oft der Stein den Gipfel beinahe erreicht hatte, rollte er wieder in die Tiefe, so dass Sisyphos von neuem beginnen musste. Zu Camus' fünfzigstem Todestag ein Blick auf sein Werk. > mehr
"Es geht vielleicht zu Ende ..." Zum 100. Geburtstag von Samuel Beckett
"Morgen hängen wir uns auf, es sei denn, dass Godot käme." Aus einem der berühmtesten Stücke des modernen Theaters - und einem der rätselhaftesten. Wer oder was "Godot" sein könnte, beschäftigt seit einem halben Jahrhundert Publikum und Interpreten. "Gehen wir!", lautet das letzte Wort des Stücks, und dann folgt die Regieanweisung : "Sie gehen nicht von der Stelle." Eine Hommage an Samuel Beckett zum 100. Geburtstag. > mehr
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