Dossier
Poesie der Natur

 

Schneetreiben, Marzipanschlösser, Zwerge aus Glas
Eine Tour d'horizon durch die Weihnachtspoesie

"'Donnerwetter, Kinder’, sagte er, 'das hätte ich beinahe vergessen!' 'Du hättest es ...', wiederholte seine Mutter und erstarrte ... 'Ja, beinahe vergessen, dass heut’ Weihnacht ist' ...'ich habe schon andere Weihnachten gehabt ...', fügte er hinzu und war soeben im Begriff, mit der Erzählung von einem heiligen Abend anzufangen, den er zu London in einem Tingeltangel fünfter Ordnung verlebt ..." Heiligabend bei Buddenbrooks war wohl doch nicht sehr anheimelnd. Aus Anlass des Festes eine kleine Tour durch "Weihnachtsgeschichten". > mehr



Schwanz einziehen, wenn das Alpha-Maennchen erscheint
Die Affen und wir seit dem 18. Jahrhundert

1926 reiste der russische Biologe Ilja Iwanow, der sich durch die Kreuzung von Pferden mit Zebras einen Namen gemacht hatte, nach Guinea. Im Auftrag der sowjetischen Regierung sollte er Schimpansinnen menschliches Sperma einsetzen und auf diese Weise hybride Wesen aus Affe und Mensch hervorbringen. Als der Erfolg ausblieb, wollte Iwanow es auf dem umgekehrten Weg versuchen: Afrikanische Frauen sollten ohne ihr Wissen mit dem Sperma eines Affen befruchtet werden. Das Hospital in Guinea, dem er seinen Plan vortrug, lehnte allerdings ab. Was Iwanow in die Tat umsetzen wollte, das hatte der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau, berichtet die Stuttgarter Literaturwissenschaftlerin Alexandra Tischel, bereits 1755 als Gedankenexperiment formuliert. Damals war es unter den Naturwissenschaftlern hoch umstritten, ob die neuentdeckten Orang-Utans in Südostasien Menschen oder doch vielleicht Tiere seien. Könnte man Orang-Utans mit Menschen kreuzen, meinte Rousseau, wäre doch die Zugehörigkeit beider Gruppen zur selben Art erwiesen. > mehr



"Am Ende stirbt immer der Wolf"
Woelfe, Menschen, Wolfsmenschen - vom antiken Roman bis zum Horrorfilm


In einer Novelle von Miguel de Cervantes berichtet der Hund Berganza seinem Freund Cipión von seiner vorübergehenden Beschäftigung als Hirtenhund. „Des Nachts kam kein Schlaf in meine Augen, weil uns die Wölfe immer wacker hielten und uns keinen Augenblick Ruhe gönnten.“ Trotz allen Eifers und aller Wachsamkeit – immer wieder kommt ein Schaf oder Lamm zu Tode. Eines Tages entdeckt Berganza, dass es gar nicht die Wölfe sind, sondern die Schäferknechte, die gelegentlich ein Tier „reißen“ und die Schuld daran den Wölfen anlasten. „Ich war außer mir, wie ich sah, dass die Hirten die Wölfe waren und dass die Hüter der Herde sie selbst würgten.“ Das Gleichnis vom „Guten Hirten“ aus dem Neuen Testament, verkehrt in ein negatives Beispiel, in eine Geschichte von schlechten Hirten. > mehr



"Das Grün aus allen Gräbern bricht ..."
Eine Tour d'horizon durch die Karfreitags- und Osterpoesie

"Das Grün aus allen Gräbern bricht ... Es ist ein tiefes Frühlingsschauern als wie ein Auferstehungstag." Ostern und Frühling, das gehört zusammen, wenngleich natürlich nur auf der Nordhalbkugel der Erde. In den gängigen Anthologien mit Osterlyrik finden sich sogar Gedichte, die das Fest der Auferstehung und den vorangegangenen Karfreitag mit keiner Silbe erwähnen, bloß das Kommen der – hoffentlich – schönen Jahreszeit. "Das ist die Drossel, die da schlägt, der Frühling, der mein Herz bewegt ..." Zum Fest unternehmen wir einen Spaziergang durch die Karfreitags- und Osterpoesie. > mehr




"Da finden sich viel Kurzweil und Wonn'"
Der Monat Mai in Dichtung und Brauchtum

„Im Maien, im Maien ist’s lieblich und schön, da finden sich viel Kurzweil und Wonn’, Frau Nachtigall singet, die Lerche sich schwinget über Berg und Tal. Die Pforten der Erde, die schließen sich auf und lassen so manches Blümlein herauf, als Lilien und Rosen, Violen, Zeitlosen, Cypressen ...“ Ja, ja, der Wonnemonat Mai, wenn die Vögel singen und die Blumen blühen ... Ein Blick auf das Brauchtum, von Walpurgisnacht und Maibaum über die Arbeiterkundgebungen und den Muttertag bis zu den Bauernregeln - Stichwort "Eisheilige". > mehr