Dossier
Aus der Musikgeschichte

 

"Eure fürstliche Hoheit, hierüber habe ich zu entscheiden!"
Vor 200 Jahren starb Joseph Haydn

"Lange lebe Franz der Kaiser in des Glückes hellstem Glanz! Ihm erblühen Lorbeer-Reiser, wo er geht, zum Ehren-Kranz!" Kaiser Franz ist heute nur noch den Historikern ein Begriff; aber die Musik auf diese Verse kennt jedes Kind. Fast ein halbes Jahrhundert später übernahm Hoffmann von Fallersleben die Melodie für sein "Lied der Deutschen". Vor 200 Jahren, am 31. Mai 1809, starb in Wien der Komponist Joseph Haydn. > mehr



 "Ein entschiedener Schlager"
Vor 150 Jahren wurde der Strauss-Walzer "An der schönen blauen Donau" uraufgeführt


„Wiener, seid froh“, sangen die Bassisten des Wiener Männer-Gesangvereins am Abend des 15. Februar 1867 im Saal des Dianabades in der Leopoldstadt. Die Reaktion der Tenöre gab sicherlich treffend wieder, was viele Musikfreunde in der kaiserlichen Residenzstadt an der Donau angesichts dieser Aufforderung empfanden: „Oho, wieso?“
Ja, wieso eigentlich? Im Jahr zuvor hatte das Kaisertum Österreich einen beispiellosen politischen Absturz erlebt. Nach der militärischen Niederlage im „Deutschen Krieg“ gegen Preußen musste die Habsburgermonarchie die Schmach akzeptieren, dass sie in der deutschen Politik fortan keine Rolle mehr spielte – über beinahe vier Jahrhunderte hatten die Habsburger fast ohne Unterbrechung die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gestellt. > mehr



Gewaltig viele Noten - gerade soviel, als nötig
Zum 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart

"Sein Vater Leopold Mozart, Vizekapellmeister am Hof des Fürst-Erzbischofen von Salzburg ... Da ihm von 7 Kindern nur eine Tochter und dieser Sohn bei Leben geblieben, so gab er sowohl die Unterweisung auf der Violine als auch das Komponieren ganz auf, um außer seinen hochfürstlichen Diensten die übrige Zeit auf die Erziehung seiner zwei Kinder zu wenden." Aus der ersten Mozart-Biographie, veröffentlicht von Friedrich Schlichtegroll 1793. > mehr





"Kunst kommt von Müssen"
Vor einhundert Jahren komponierte Arnold Schönberg das erste atonale Stück der Musikgeschichte

Musikstücke sind in einer ganz bestimmten Tonart komponiert, sie sind an diese Tonart gebunden wie die Planeten an ihre Sonne. Der Zeitpunkt, an dem diese Gewissheit umgestürzt wurde, lässt sich sehr genau datieren. Am 7. August 1909 vollendete in Wien der Komponist Arnold Schönberg sein Klavierstück op. 11, Nr. 3, die erste Komposition der Musikgeschichte, in der jeder "tonale" Bezug konsequent vermieden war. Im selben Jahr begann der Architekt Adolf Loos am Wiener Michaelerplatz mit dem Bau eines Geschäftshauses, das auf allen gewohnten Fassadenschmuck verzichtete; kurz darauf malte Wassily Kandinsky das erste abstrakte Bild der Kunstgeschichte. > mehr