Dossier
Griechische Kunst

 

Lesen Sie Homer, dann ist alles klar
Der Mythos von Troia - eine Ausstellung in Mannheim

Das Gymnasium Casimirianum in Coburg wollte es genau wissen: "Was sagt dir/Ihnen der Name Homer?", wurden Schüler des Hauses und Bewohner der fränkischen Kleinstadt befragt. Immerhin 70 Prozent der Gymnasiasten und Realschüler antworteten "griechischer Dichter", auch noch 45 Prozent der Bevölkerung. Aber 15 Prozent der Schüler konterten mit "der Alte aus den Simpsons". Eine große Ausstellung in Mannheim will jetzt für die Erzählkunst des alten Griechen sensibilisieren, erlebbar machen, wie wenig fremd Homer uns eigentlich doch ist. > mehr




"Ein mächtig Gesäß und ein mäßig Gemächt"
Blick in eine fremde Welt - die erotische Kunst der Griechen und Römer


An Personen "von reifem Alter und verbürgter Moral" wurden Sondergenehmigungen ausgegeben; allen anderen wurde der Besuch verwehrt. Jahrzehnte lang blieben die erotischen Fresken und Mosaiken, Statuen und Gebrauchsgegenstände, die unter der Lava des Vesuvs zum Vorschein gekommen waren, sorgsam in einem "gabinetto segreto" verschlossen. Das Publikum, das sie dennoch zu sehen bekam, teilte sich in zwei Parteien: Die einen waren von der erotischen Kunst der Antike entzückt, die anderen entsetzt - musste man angesichts solcher "Kunstwerke" nicht ernsthaft glauben, ein göttliches Strafgericht habe dieses Sodom und Gomorrha vom Erdboden getilgt? Die Bilder, die oft alle Kriterien unseres modernen Begriffs von "Pornographie'" erfüllen, wurden als schockierend empfunden. Inzwischen sind wir da gelassener geworden. Aber die Irritation ist geblieben. Haben wir es wirklich mit einer Welt zu tun, in der sexuelle Tabus unbekannt waren? Einer Welt der ungehemmten, unschuldigen, ja spielerischen Sexualität und Erotik? Die spanische Kunsthistorikerin Carmen Sánchez von der Universidad Autónoma in Madrid hat jetzt eine Analyse der erotischen Kunst der Griechen und Römer vorgelegt. > mehr




Positive Helden, verschwiegene Gewalt
Schlüsse aus den Vasenbildern im klassischen Griechenland

Alle paar Monate passiert es: Ein junger Mann, bisher unauffällig, richtet in seiner Umgebung ein Blutbad an. Als Schuldige werden dann rasch das Fernsehprogramm ausgemacht, die Filmindustrie. die Computerspiele. Gewalt gab es aber auch in der Zeit vor den Massenmedien – und ebenso Gewaltdarstellungen. Altertumswissenschaftler verschiedener Disziplinen haben nach der "anderen", der dunklen Seite der griechischen Klassik gefragt. > mehr




Gemalt für die Ewigkeit, sichtbar für einen Tag
Bilder aus den Gräbern von Paestum in Berlin

In den 1960er Jahren kamen bei Ausgrabungen in Campanien zweihundert reich bemalte Gräber ans Tageslicht - aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, jener Zeit, wo in Athen und am Hof Alexanders des Großen die berühmten Maler arbeiteten, von denen uns leider kein einziges Werk im Original übeliefert ist. In der Fachwelt verbreitete sich rasch das Wort von einer "Pinakothek der Antike". Im Berliner Martin-Gropius-Bau sind bis Ende September Teile dieser "Pinakothek" zu sehen, wahrscheinlich die größte Ausstellung antiker griechischer Malerei, die jemals nördlich der Alpen gezeigt wurde. > mehr




Goldschätze einer verschollenen Kultur
Ab 23. Juli in Bonn: Antike Grabungsfunde aus bulgarischen Museen

Ein Volk von Kriegern und Räubern, mit anstößigen oder doch befremdlichen Sitten: Dieses Bild von den alten Thrakern hat uns die antike Geschichtsschreibung überliefert. Andererseits glaubten die Griechen, in dieser Region, die heute Bulgarien heißt, sei die Musik erfunden worden: Orpheus soll ein Thraker gewesen sein ... Seit ein paar Jahrzehnten sind die Archäologen dabei, die materielle Wirklichkeit dieses verschollenen Volkes ans Tageslicht zu fördern. Eine umfangreiche Auswahl ist ab 23. Juli in der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn zu sehen.  > mehr




Über die Antike nach Europa
Goldschmuck aus Georgien im Berliner Alten Museum

Kolchis, die Heimat der sagenhaften Zauberin Medea, wie wir uns aus der griechischen Mythologie erinnern. Dass Kolchis - heute als Georgien bekannt - im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus eine Goldschmiedekunst besaß, mit der sich die gleichzeitige griechische Klassik kaum messen konnte, haben wir im Geschichtsunterricht jedoch nicht gelernt. In Berlin ist jetzt eine Auswahl prachtvoller Stücke aus neueren Grabungen zu sehen. > mehr




"... wie wohl ein trunkener Mensch singen würde"
Berliner Altertumswissenschaftler bringen Standardwerk neu heraus: Sämtliche antiken Texte zur griechischen Kunst

Der "Overbeck" - außerhalb der Wissenschaften vom klassischen Altertum wird mit diesem Kurztitel kaum jemand etwas anfangen können - ist die Sammlung sämtlicher "antiker Schriftquellen zur Geschichte der bildenden Künste bei den Griechen". Seit der ersten Ausgabe 1868 sind viele hundert Inschriften neu entdeckt worden, von denen Johannes Overbeck noch nichts wissen konnte. Berliner Altertumswissenschaftler arbeiten zur Zeit an einer Neuausgabe des Standardwerkes. > mehr