Dossier
Die Welt des Sprechens

 

Auch die Finger müssen ihre Vokabeln beherrschen
Sonst wird das "Reden mit Händen und Füßen" leicht missverstanden

Andere Länder, andere Sitten. Und andere Vokabeln, nicht nur in der „gesprochenen“ Sprache, sondern auch beim Reden „mit Händen und Füßen“. In der Kommunikation zwischen Menschen können Missverständnisse lebensgefährlich werden; bei toten Bildwerken wird wenigstens unser Interesse geweckt: Was will uns Buddha eigentlich sagen, wenn er mit Daumen und Finger einen Kreis signalisiert? > mehr





"Man hat uns gefickt!" - "Man hat uns beschissen!"
Die unterschiedliche Orientierung der Kraftausdrücke in den Sprachen Europas

„On nous a baisé dans ce restaurant", sagen die Franzosen gern, wenn sie sich bei der Abrechnung im Restaurant übervorteilt fühlen. Gar nicht so einfach zu übersetzen. „Baiser“ heißt eigentlich „küssen“; die Wörterbücher geben umgangssprachlich noch ein weiteres Äquivalent an: „ficken“. Aber in unserem Beispielsatz ist natürlich weder das eine noch das andere gemeint. Sinngemäß wäre: „Man hat uns reingelegt“ oder „über den Tisch gezogen“. Das jedoch entspricht ganz und gar nicht der Tonlage des französischen Satzes. Die treffendste deutsche Übersetzung wäre: „Man hat uns beschissen.“ Wo der französische Kraftausdruck sich einer sexuellen Metapher bedient, greift man im Deutschen zu einer Redensart aus der Fäkalsphäre. Das ist nicht nur zwischen Französisch und Deutsch so. Ein Freiburger Linguist hat mehr als ein Dutzend europäische Sprachen unter die Lupe genommen. > mehr




"Ächz" und "Würg"
Oder die Klage über den Sprachverfall bei der Jugend

Die Jugend von heute ist dumm, faul, geil, verfressen und versoffen. So oder so ähnlich wird seit Jahrtausenden geklagt. Im deutschen Sprachraum klagen die Medien seit fast einem halben Jahrhundert besonders gern über den Sprachverfall bei der Jugend. „Eine Industrienation verlernt ihre Sprache“, titelte 1984 der „Spiegel“. Eine Wuppertaler Germanistin hat den aktuellen Stand der Forschung zum Thema "Jugendsprache" unter die Lupe genommen. > mehr




"Selbstverständlich nahm unser sozialistisches Kollektiv geschlossen daran teil"
Ein Sammelband über Sprache in der DDR

"Die einseitige Konzentration auf den offiziellen Sprachgebrauch verstellte den Blick auf die sprachliche Vielfalt." So die Linguisten Ruth Reiher und Antje Baumann in einem neuen Sammelband über "Sprache in der DDR". Andererseits wurde diese "natürliche Sprache" zweifellos durch die offiziellen Vorgaben in starkem Maße geprägt. Ein abgeschlossenes Kapitel der Sprachgeschichte? > mehr




Frikassée und eine reine Jungfrau
Sprachen und Gesellschaften in der frühen Neuzeit

"Languages and Communities": Der britische Historiker Peter Burke, der in den 1970er Jahren die Wendung seines Faches zur Kulturgeschichte mitbegründete, hat ein neues Werk über die Sozialgeschichte der Sprachen im Europa der frühen Neuzeit herausgebracht. Was die Sprachen angeht, stellt Burke fest, war die vorrevolutionäre Zeit "pluralistisch" - die nationalstaatliche Bewegung hatte sich noch nicht daran gemacht, den Kontinent in Parzellen zu zerlegen. > mehr
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Auf Man und im Val d'Aran
Von sterbenden und lebenden Sprachen - mitten in Europa

Sprachstatistiker schätzen, dass heute auf dem Erdball etwa 6.000 verschiedene Sprachen gesprochen werden, großenteils aber nur noch von wenigen hundert oder tausend Menschen. In hundert Jahren dürfte die Zahl auf ein Zehntel geschrumpft sein. Diese Sprachentod ist keineswegs ein Phänomen bloß in Afrika oder Polynesien, er vollzieht sich auch mitten in Europa. > mehr




Alte und neue Sevaramben
Erfundene Sprachen - zwischen Mittelerde und den unendlichen Weiten des Weltraums

"Ash nazg durbatuluk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatuluk, agh burzum ishi krimpatul." Vielleicht kennen Sie ja diese Verse und wissen, was sie bedeuten: "Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden." Wir werfen einen Blick auf "fiktive", von Dichtern oder Wissenschaftlern erfundene Sprachen, wie sie gerade in unserer populären Kultur Mode geworden sind. > mehr