Dossier
Spiel und Unterhaltung

 

Die Sparkasse der Fortuna
Glücksspiel von der Antike bis heute - Eine Ausstellung in Karlsruhe

Allein in Deutschland wird die Zahl der Glücksspielsüchtigen, je nach Definition, auf 80.000 bis 420.000 geschätzt. Welch ein Glück, dass wenigstens beim verbreitetsten Spiel, dem Lotto, sich der Einsatz in Grenzen hält. Die Wahrscheinlichkeit eines großen Gewinns allerdings auch ... Zum 50. Geburtstag der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg zeigt das Badische Landesmuseum Karlsruhe eine große Ausstellung über die Geschichte des Glücksspiels - von den alten Griechen und der Bibel bis zum modernen Spielbankbetrieb in Baden-Baden und eben zum Lotto. > mehr




 
Nur dumme Menschen lesen solche Schundromane
Die Bekämpfung von "Schmutz und Schund" im wilhelminischen Kaiserreich

Am Nachmittag des 20. November 1910 kam es in einem Leipziger Vorortkino zum Tumult. Auf dem Programm stand ein Lichtbildvortrag über „Die Sonne und ihr System“; im Publikum saßen 750 Schulkinder. „Bei jedem Bild“, heißt es in einem Bericht des diensttuenden Wachtmeisters, „wurde seitens der Kinder geschrien, gejohlt, gepfiffen, gezischt und mit den Beinen auf den Fußboden getrampelt.“ Als der Vortrag mit Mühe zu Ende gebracht war, verlangten viele ihr Geld zurück – oder im Anschluss ein anderes, „besseres“ Programm, das den Eintrittspreis wert sei. Kein Einzelfall im Deutschland der vorletzten Jahrhundertwende, zeigt der Kulturwissenschaftler Kaspar Maase von der Universität Tübingen in seiner jetzt erschienenen Studie über die „Kinder der Massenkultur“. Während viele Schullehrer sich alle Mühe gaben, das, was sie für „Schmutz und Schund“ hielten, durch belehrende Veranstaltungen zu ersetzen, herrschte in der Medienwelt der Kinder eine andere Logik. > mehr  
 
 


Auf die Schlossallee oder ins Gefängnis?
Eine Kulturgeschichte des Monopoly-Spiel

s„Schlossallee“: Das klingt nach einer attraktiven Wohnlage – weiß schimmernde Häuser in gepflegten Gärten, mit Blick auf
herrschaftliche Architektur ... Aber jeder Monopoly-Spieler weiß: Der Befehl „Rücke vor bis zur Schlossallee“ kann bedeuten, dass das Spiel bereits verloren ist, weil man die horrenden Mieten dort nicht bezahlen kann. Oder spätestens in zwei, drei Zügen verloren gehen wird, nachdem man auf die eigenen Grundstücke in der Bad- oder der Turmstraße Hypotheken aufnehmen musste und die mangels neuer Einnahmen nicht wird auslösen können. Ein Rückblick auf Geschichte und Vorgeschichte des Monopoly-Spiels. > mehr





Pausenräume eines totalitären Systems
Zur Unterhaltung im nationalsozialistischen Deutschland

„Ein guter Fußballspieler ist immer auch ein guter Soldat“. So schrieb Reichstrainer Sepp Herberger 1940 an Nationalspieler Fritz Walter. Kein Wunder, dass der Fußball sich im Dritten Reich allerhöchsten Wohlwollens erfreute. ABer auch andere Sparten der Populätkultur, die keinen unmittelbaren militärischen Nutzen versprachen, bestanden weiter, com "Kulturfilm" bis zur Trivialliteratur. Eine Forschergruppe aus Berlin und Gießen hat sich mit den "Pausenräumen" unter dem Nationalsozialismus beschäftigt. > mehr





Knaipen, Kinos und Varietés
Die Genese einer modernen Vergnügungskultur in den Großstädten um 1900

"Die goldenen 20er" ... Drei Generationen später sind diese wenigen Jahre zwischen Inflation und Weltwirtschaftskrise immer noch ein Mythos; vor allem Berlin erlebte damals eine Blüte der Vergnügungskultur, von den Kneipen bis zum ambitionierten Theater. Aber der Mythos steht nicht isoliert, wie ein neu erschienener Sammelband einer Forschergruppe von Historikern der Freien Universität Berlin über die "tausend Freuden der Metropole" aufzeigt. Das Berlin der 1920er Jahre war nur der Höhepunkt einer längeren Entwicklung, die sich bereits im späten 19. Jahrhundert angebahnt hatte, und es war Teil eines größeren internationalen Zusammenhangs, der sich ebenso in anderen Metropolen der westlichen Welt auswirkte. > mehr