Dossier
Die Technisierung unserer Welt

 

"... bis zu den staunenswürdigsten Maschinen"
Ein Blick auf Entwicklung und Stand der technikhistorischen Forschung

Technikgeschichte – es wird kaum eine andere Spezialdisziplin geben, die sich in unserem Wissenschaftsbetrieb so schwer tut. Historiker verstehen nicht unbedingt viel von Technik, und Techniker interessieren sich vermutlich mehr für gegenwärtig oder zukünftig anstehende Fragen als für die Vergangenheit. Aber es ist doch gar nicht zu bezweifeln, dass die Fähigkeiten des Menschen, seine Umwelt zu gestalten und umzugestalten, den Geschichtsverlauf ganz wesentlich geprägt haben, angefangen bei der Beherrschung des Feuers. > mehr




Ein Schiffsuntergang als Weltsymbol
Vor 100 Jahren sank die "Titanic"


Sie war ein Schiff der Superlative, schon rein quantitativ. Mit gut 269 Meter Länge war die "Titanic“ bei ihrer Jungfernfahrt im April 1912, vor hundert Jahren, das größte Schiff der Welt. Auch die Ausstattung war superlativisch. Selbst die 3. Klasse hatte statt der sonst üblichen großen Schlafsäle Zwei- bis Vier-Bett-Kabinen mit eigener Waschgelegenheit. Die 2. Klasse entsprach dem, was auf anderen Schiffen allenfalls in der 1. Klasse erwartet werden durfte, mit Bibliothek, Rauchsalon und einem eichenholzgetäfelten Speisesaal. Für die Passagiere der 1. Klasse gab es außerdem ein beheiztes Schwimmbecken, ein Türkisches Dampfbad, einen Gymnastikraum, eine Squashanlage ... Vom Business-Konzept her handelte es sich im Grunde um zwei Schiffe in einem. In der dritten Klasse wurde, relativ billig, eine große Zahl von Auswanderern nach Amerika befördert. > mehr
 
 


Die Glocken, die von selbst schlagen
Das Uhrmacherhandwerk in Orient und Okzident

Was suchten die portugiesischen und spanischen Händler eigentlich in Asien, als sie Ende des 16. Jahrhunderts einen Seeweg um Afrika herum oder quer über den Atlantik erkundeten? Allerlei Güter, die auf dem Landweg durch die Zwischenstellung arabischer oder türkischer Händler allzu teuer wurden: Gewürze vor allem, dann aber auch Teppiche, Seidenwaren und Porzellan. Leider hatten die europäischen Länder fast nichts, was sie zum Tausch anbieten konnten. Der größte Teil dieser Luxusprodukte musste durch Edelmetall beglichen werden. Nur mit einem einzigen Produkt, berichtet der italienische Kulturhistoriker Carlo M. Cipolla in seinem Buch "Gezählte Zeit", war Europa in der frühen Neuzeit auf den asiatischen Märkten konkurrenzfähig: mit Uhren. Ein Blick auf die Entwicklung des Uhrmacherhandwerks in Orient und Okzident. > mehr




"Ein heißer Kang schafft ein warmes Zimmer"
Technikwissenschaftler entdecken den chinesischen Alltag

Technik – das ist nicht nur Hochtechnologie von der Weltraumfahrt bis zum Computer auf unserem Schreibtisch zu Hause. Kann sich noch jemand vorstellen, wie das Alltagsleben abgelaufen ist, als es noch keine elektronische Beleuchtung gab? oder als Pferd und Kutsche die schnellstmögliche Beförderungsmöglichkeit abgaben? Berliner Technikwissenschaftler haben sich mit einer Region beschäftigt, wo diese Umstellungen erst wenige Generationen vergangen und daher im Gedächtnis vieler Menschen noch präsent sind. > mehr