Dossier
Geschichte der Entdeckungsreisen und des Kolonialismus

 

Die Suche nach dem großen Khan
Zum 500. Todestag von Christoph Columbus

"Der Amerikaner, der den Columbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung", schrieb Georg Christoph Lichtenberg in seinen Sudelbüchern. Vor 500 Jahren starb Christoph Columbus in Valladolid, bis zuletzt fest überzeugt, er habe den westlichen Seeweg nach Indien oder China, ins Land des "großen Khan", von dem Marco Polo erzählte, gefunden.> mehr




Die Neugier nach den Wundern der weiten Welt
Eine Geschichte der Entdeckungsreisen


„Der Amerikaner“, schrieb Georg Christoph Lichtenberg in einem seiner so genannten Sudelbücher, „der Amerikaner, der den Columbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung“. Wie immer rückte Lichtenberg mit dieser so leicht dahin geworfenen Bemerkung einen Umstand ins Licht, der sonst gern übersehen wird. Es ist ja keineswegs selbstverständlich, dass es die Europäer waren, die den Rest der Welt „entdeckten“. Aber so, als ob es gar nicht anders sein könnte, ist das bis heute unser Blick auf die Weltgeschichte. Dass gerade die Epoche der Entdeckungen, von Marco Polo bis zu Alexander von Humboldt, besonders fasziniert, in der Jugendliteratur wie in den populären Fernsehmagazinen, ist nicht weiter verwunderlich: Entdeckungsreisen lassen sich als Abenteuergeschichten erzählen. > mehr




Die Gier nach Gold und ein Traum von großer Politik
Vor 500 Jahren entdeckte der spanische Abenteurer Balboa den Pazifik

Eine „Flucht in die Unsterblichkeit“, meinte der Schriftsteller Stefan Zweig. In der Tat, Vasco Núñez de Balboa, der Entdecker, der durch einen einzigen kurzen Blick „unsterblich“ wurde, hatte gute Gründe zu fliehen. Der spanische Abenteurer war eine verkrachte Existenz; er lebte am Rande des Schafotts. Mit einigen anderen Desperados, die (so Zweigs Formulierung) „den Tod weniger scheuten als ehrliche Arbeit oder den Schuldturm“, hatte er in der Kolonie Darién in Mittelamerika die Macht an sich gerissen und musste nun einen Prozess wegen Meuterei befürchten. Da erzählte ein Indianerhäuptling Balboa, jenseits der Bergkette am Horizont liege ein riesiges Gewässer. Balboa war wie elektrisiert; er setzte alles daran, diese Nachricht zu überprüfen. Die Entdeckung des unbekannten Meeres, so hoffte er, würde ihm die Begnadigung einbringen. > mehr




Götter im Brennholzvorrat
"James Cook und die Entdeckung der Südsee" in der Kunsthalle Bonn

Karten und Globen, auf denen erstmals die Umrisse des neuentdeckten Kontinents Australien eingezeichnet sind, Instrumente für Navigation und Astronomie; auch so Manches, was Atmosphäre vermittelt: eine Galauniform, wie Captain Cook sie getragen haben wird, oder die "Holy Bible", die auf allen drei Reisen mit dabei gewesen sein soll - die Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn präsentiert eine umfassende Schau zu den Südseereisen des James Cook in den 1760er und 1770er Jahren. Und dann vor allem die Kunst- und Kulturgegenstände, die mit nach Europa kamen: Götter- und Ahnenfiguren, Musikinstrumente, Waffen, Haushaltsgefäße, Kleidungs- und Schmuckstücke. > mehr





Ein Aristoteles der Moderne
Vor 150 Jahren verstarb der letzte Universalgelehrte, Alexander von Humboldt

Einen "Brunnen mit vielen Röhren" nannte ihn Goethe, "wo man überall nur Gefäße unterzuhalten braucht und wo es uns immer erquickend und unerschöpflich entgegenströmt". Mit den "vielen Röhren" hat der Dichter noch untertrieben. Alexander von Humboldt, der am 6. Mai 1859 in Berlin verstarb, war ein Universalgenie wie Aristoteles oder Leibniz, vermutlich das letzte in der Wissenschaftsgeschichte.In einer Universität hätte er ohne weiteres in gut einem Dutzend verschiedener Fächer einen Lehrstuhl besetzen können. > mehr




"Bahn frei für deutsche Kulturarbeit!"
Die Deutschen und das Altertum - eine Beziehungsgeschichte aus wilhelminischer Zeit

"Frau Buchholz im Orient": Im fünften Band seiner Romanserie, erschienen Ende 1888, lässt Julius Stinde seine Urberlinerin nach Ägypten reisen. Sie ist verärgert: Die Engländer haben sich mit diesem Land "einen fetten Bissen" gesichert, den Deutschen bleibt nur Kamerun. So erkundigt sich "die Buchholzen", ob sie von den Pyramiden bis Kamerun sehen könne ... Wir berichten über den kolonialistische Blick der deutschen Öffentlichkeit um 1900 auf Altertum und Archäologie. > mehr





Völkermord als Hebel der Zivilisation
Die Niederschlagung des Herero-Aufstandes in der deutschen Literatur

Ein vergessener Völkermord. Erst zum 100. Jahrestag der Schlacht am Waterberg ist die Niederschlagung des Herero-Aufstands im deutschen "Schutzgebiet" Südwest-Afrika mit der anschließenden Vertreibung von zehntausenden in die wasserlose Steppe wieder ins Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit zurückgekehrt. Jetzt haben sich Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum das Echo dieser Geschehnisse in der deutschen Belletristik der Kaiserzeit vorgenommen. Ihr Fazit: Der Völkermord wurde keineswegs verschwiegen oder geleugnet oder beschönigt, vielmehr ausdrücklich gerechtfertigt. > mehr





Vor 100 Jahren erreichte Amundsen den Südpol ...
... aber im Gedächtnis der Nachwelt lief ihm sein unterlegener Rivale Scott den Rang ab

„Because it’s there“, antwortete 1924 der englische Alpinist George Mallory auf die Frage, warum eigentlich er den Mount Everest besteigen wolle. Als Roald Amundsen und Robert Scott 1911 zum Südpol aufbrachen, werden sie nicht viel anders gedacht haben. „Ehrgeiz“ sagen wir gern, wenn wir das Motiv suchen, das Menschen zu solchen Unternehmungen treibt, die sich auf keine Weise in Heller und Pfennig rechnen und absehbar lebensgefährlich sind. Scott und seine Begleiter bezahlten ihren Ehrgeiz bekanntlich mit dem Leben. Das Verlangen nach Ruhm bei der Nachwelt, nach einer Art von irdischer Unsterblichkeit in der historischen Erinnerung? In dieser Hinsicht wäre Scotts Rechnung aufgegangen, sogar besser als bei seinem vor der Hand erfolgreichen Rivalen Amundsen. Die Gestalt des besiegten Helden überstrahlte jene des Gewinners. > mehr




Erzieher der Eingeborenen und Kämpfer gegen die gelbe Gefahr
Ein Sammelband zur Kulturgeschichte der Kolonialzeit

"John Prisso wird wegen Aufwiegelung der Stammesgenossen zum Aufruhr gegen die Deutschen zum Tode verurteilt, später jedoch zur Verbannung und Zahlung einer Strafe von 10 Marken begnadigt." Was ist das? Ein Brettspiel für die deutsche Jugend. Zur wilhelminischen Kaiserzeit sollte damit das Interesse für die Kolonien in Afrika geweckt werden. Wir besprechen einen Sammelband zur Kulturgeschichte des deutschen Kolonialismus. > mehr