Dossier
Geschichte des Fernen Ostens

 

Vor dem Zeitalter der Arroganz
Europa und Asien im 18. Jahrhundert

Anfang des 20. Jahrhunderts schien die Geschichte im Begriff zu sein, über Asien und die Asiaten hinwegzugehen. „Asien“, schrieb damals ein Nationalökonom, "Asien, die Wiege des Menschengeschlechts, ist mit dem Schutt entkräfteter, unwürdiger Völker bedeckt, die von den Möglichkeiten des Auftriebes keinen Gebrauch mehr machen können, welche ihnen die technischen Fortschritte der Gegenwart bieten.“ Tempi passati: Heute müsse die Welt „manche der Ergebnisse des 19. Jahrhunderts zurücknehmen“, stellt der Konstanzer Historiker Jürgen Osterhammel fest. In seinem Buch "Die Entzauberung Asiens" blickt er zurück auf die Zeit, bevor Europa die anderen Kontinente überwältigen konnte. > mehr





Buddhas in römischer Toga
Bonner Ausstellung mit graeco-indischer Kunst aus Gandhara

Ostasienreisende, die in China oder Japan vor einem der riesigen Buddhas stehen, werden vermutlich nicht gerade an die Götter der alten Griechen denken. Dabei wäre die Idee gar nicht so abwegig. Die ersten Buddhastatuen entstanden vor fast 2.000 Jahren tatsächlich unter griechisch-römischem Einfluss und zwar im Nordwesten des indischen Subkontinents. Jetzt ist in Bonn eine große Ausstellung mit Skulpturen und Reliefs, Schmuck und Münzen der Gandharakultur zu sehen - für europäische Betrachter eine faszinierende Mischung von Erinnerungen an das eigene antike Erbe und von ungewohnten Eindrücken des Orients. > mehr





Gold, Pferde und Hanf
Berlin zeigt Kunst und Kultur der Skythen

In den Augen der Griechen waren die Skythen Barbaren. Barbaren freilich, auf die man mit Neid blickte, weil ihre Könige als sagenhaft reich galten. Seit dem 17. Jahrhundert gelangten Zeugnisse des Skythengoldes in die Schatzkammern der russischen Zaren. In Berlin ist nun eine Ausstellung zu sehen, die Ergebnisse aktueller Grabungen in Zentralasien und Südsibirien eingereiht in die mehr als dreihundertjährige Entdeckungsgeschichte dieser untergegangenen Kultur. > mehr





Erwürgte Männer auf Pferdeleichen
Herodot und die Archäologen - neue und alte Nachrichten von den Skythen

"Vater der Lüge", so hat die Nachwelt den allerersten Historiker Europas genannt, den Griechen Herodot, der im 5. Jahrhundert vor Christus seinen Lesern allerlei unglaubliche Histörchen präsentierte. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der angebliche "Lügenbaron" oft erstaunlich gut informiert war. Der Katalog zur Skythen-Ausstellung, die zur Zeit in Berlin zu sehen ist - demnächst in München und in Hamburg - liest sich über weite Strecken wie ein archäologischer Kommentar zu dem alten Historiker. > mehr





Das verschwundene Riesenreich
Dschingis Khan und seine Erben - Ausstellung in der Kunsthalle Bonn

Eines der großen Rätsel der Weltgeschichte: Plötzlich im 13. Jahrhundert nach Christus schlossen sich die Nomadenvölker Innerasiens zusammen und warfen die großen Kulturreiche des Nahen und des Fernen Ostens über den Haufen. Dass sie nicht auch Mittel- und Westeuropa überranten, war vielleicht bloß ein Zufall ... Eine Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn zeigt die Kultur dieses Riesenreiches, das nach wenigen Jahrzehnten ebenso plötzlich wieder verschwand. Im Mittelpunkt: neue Funde aus der Hauptstadt Karakorum. > mehr




Vishnu, Buddha und ihre Könige
Bonner Kunsthalle zeigt Kunst und Kultur aus Kambodscha

Kambodscha - das ist nicht bloß die Terrorherrschaft der Roten Khmer in den 1970er Jahren mit dem folgenden Bürgerkrieg. Bereits im Mittelalter hatte Kambodscha ein wohlorganisiertes Bewässerungssystem, wie es in Europa völlig unbekannt war, in der Residenz Angkor steht die größte Tempelanlage, die jemals gebaut worden ist. Die Bonner Kunsthalle präsentiert - erstmals in Deutschland - eine große Ausstellung mit Kunst und Kultur der Khmer. > mehr





"Der Klaustrophobie den Boden entziehen"
Nordkorea in der Sackgasse - Interview mit dem Berliner Ostasien-Wissenschaftler Werner Pfennig

Seit Nordkorea seine Zugehörigkeit zum Club der Atomwaffen-Mächte reklamiert, zieht die Außenpolitik des Regimes in Pyöngyang wieder die Aufmerksamkeit der Welt auf sich. Nordkorea selbst bleibt jedoch das abgeschlossenste Land auf diesem Globus. Wir befragten einen Ostasien-Wissenschaftler der FU Berlin, wie die politische Elite Nordkoreas sich die Zukunft ihres Staates in einer sich immer mehr vernetzenden Welt vorstellt. > mehr