Dossier
Geschichte der islamischen Welt

 

Al-Andalus - ein Stück Orient in Europa
Vor 1.300 Jahren begann die Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Muslime

Ob die 7.000 Berber, Araber und Sudanesen, die am Morgen des 28. April 711, vor 1.300 Jahren, über die Straße von Gibraltar setzten, etwas davon ahnten, dass sie gerade ein neues Kapitel der Weltgeschichte aufschlugen? In den wenigen Jahrzehnten, die seit Mohammeds Tod vergangen waren, hatten die muslimischen Heere ein Weltreich erobert, das vom Hindukusch bis zur Atlantikküste reichte. Jetzt machte sich der Gouverneur von Tanger, Tariq ibn Ziyad, daran, das Königreich der Westgoten auf der Iberischen Halbinsel einzunehmen. Binnen weniger Jahre stand fast die gesamte Iberiche Halbinsel unter muslimischer Herrschaft. Die Heere rückten bis zur Rhone vor. > mehr





Die zwei Leben des Beherrschers der Gläubigen
Vor 1.200 Jahren starb der Kalif aus Tausendundeiner Nacht, Harun al-Rashid

Nein, er ist keine Märchenfigur, obwohl viele Leser der Geschichten aus "Tausendundeiner Nacht" das vermutlich glauben. Er hat wirklich gelebt, sogar sein Todesdatum ist überliefert. Harun al-Rashid, der "Beherrscher der Gläubigen", der fünfte Kalif aus der Abbasidendynastie, starb am 24. März des Jahres 809, vor genau 1.200 Jahren, während eines Feldzuges in Persien. Seine Regierung gilt bei vielen Muslimen – und vielleicht noch mehr Nichtmuslimen – bis heute als ein Goldenes Zeitalter. > mehr




Ebenso viel Pragmatismus wie Heiliger Krieg
Die Kreuzzüge in islamischer Sicht


Die „Kreuzzüge“ - dieser Begriff bezeichnet in unseren Schulbüchern eine recht genau abgegrenzte Epoche der abendländischen Geschichte. Sie beginnt mit dem Aufruf von Papst Urban II. 1095, das Heilige Land von den „Ungläubigen“ zu befreien, und endet mit der Einnahme von Akkon, der letzten Kreuzritter-Festung in Syrien, durch die Muslime 1291. Was in der westlichen Geschichtsschreibung bislang so gut wie keine Rolle spielt, ist die islamische Sicht auf die Dinge. Kein Wunder: Mittelalter-Historiker sind der arabischen Sprache in der Regel nicht mächtig. Paul M. Cobb, Professor für islamische Geschichte an der University of Pennsylvania, hat nun eine Geschichte der Kreuzzüge aus muslimischer Perspektive vorgelegt. > mehr



"Es war politischer Vernichtungswille am Werk"
Vor 100 Jahren - der Völkermord an den Armeniern


Man muss kein Prophet sein, um voraus zu sagen: In den nächsten Wochen werden von Ankara aus Protestdepeschen in alle Welt ergehen. Denn in diesem Frühjahr und Sommer jähren sich zum hundertsten Mal jene Ereignisse, die als „Völkermord an den Armeniern“ bekannt geworden sind, als der vielleicht erste Völkermord des 20. Jahrhunderts. Dass es einen solchen „Völkermord“ nicht gegeben hat, ist bis heute Staatsdoktrin der Türkischen Republik. „Wer die türkische Nation, den Staat der Türkischen Republik, die Große Nationalversammlung der Türkei, die Regierung der Türkischen Republik und die staatlichen Justizorgane öffentlich herabsetzt, wird mit sechs Monaten bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft“, bestimmt § 301 des türkischen Strafgesetzbuches. > mehr



Eines der größen Massaker der Weltgeschichte
Vor 750 Jahren eroberten die Mongolen Bagdad, die glanzvolle Metropole des Islams

Es muss eines der grässlichsten Massaker der Geschichte gewesen sein. Angeblich 800.000 Menschen wurden in den Tagen nach der Eroberung Bagdads durch die Mongolen am 10. Februar 1258 vor den Mauern hingerichtet; die islamische Metropole, damals die grö0te Stadt der Welt, wurde geplündert und in Brand gesteckt. Wenige Tage später ließ der Eroberer Hülägü auch den besiegten Kalifen al-Mustasim töten. Für dessen Tod hatte er sich, wie überliefert wird, eine ganz besondere Methode ausgedacht: Der Kalif wurde in einen Teppich eingewickelt und von Pferden zu Tode getrampelt. > mehr





Konkubinen, Eunuchen und Plantagensklaven
Eine Geschichte des Menschenhandels rund um den Indischen Ozean

Nordamerika und die Karibik exportierten Baumwolle, Rohrzucker und Rum nach Europa, die Europäer brachten Manufakturwaren und Feuerwaffen nach Afrika und tauschten sie dort gegen Sklaven ein, die sie nach Amerika verschifften, um Arbeitskräfte für die Plantagen zu liefern: Der "Dreieckshandel" über den Atlantik im 18. Jahrhundert – betrachtet vor allem als Sklavenhandel – gehört seit langem zu den klassischen Lehrstücken der historischen Wissenschaft. Dagegen ist der Menschenhandel rund um den Indischen Ozean bislang wenig beachtet worden. Ein Defizit, das Michael Mann, Südasien-Wissenschaftler an der Berliner Humboldt-Universität, jetzt mit seiner „Geschichte des Menschenhandels rund um den Indischen Ozean“ ausgleichen will. > mehr





"Den Juden zu töten, erfreut Allah"
Deutsch-arabische Annäherungen im Zweiten Weltkrieg

Bedauerlich, dass die meisten von uns kein Arabisch lesen können. So entgeht uns vermutlich so mancher argumentative Exzess in den antiisraelischen, antizionistischen - darf man sagen: antisemitischen? - Polemiken, die heutzutage in der arabischen Welt verbreitet werden. Solche Argumentationen sind viel älter als der Staat Israel. Zwei Stutgarter Historiker haben sich mit den Bündnisbemühungen des Dritten Reiches im arabischen Raum befasst - und mit dem fruchtbaren Boden, den die NS-Propaganda dort fand. > mehr





Ungeduld ist der Feind der politischen Vernunft
Die Kriegsziele im Irak sind so nicht zu erreichen


Ein Jahr nach dem Irak-Krieg sind die Kriegsziele nicht erreicht und das Land am Rande des Bürgerkrieges. Hatten die "Alteuropäer" Recht, dass dieser Krieg kein "gerechter Krieg" war? Der Politikwissenschaftler Prof. Herfried Münkler von der HU Berlin im Gespräch mit Josef Tutsch. > mehr