Dossier
Geschichte Amerikas

 

Götter unter Pseudonymen
Der Kulturwandel nach der Eroberung Mexikos

Die aztekische Kultur des alten Mexiko wurde von den spanischen Eroberern im 16. Jahrhundert sozuagen "geköpft": Die Kriege und die Menschenopfer wurden von den neuen Herrschern untersagt, die großen Feste hatten ihren Sinn verloren. Ein Wiener Altamerikanist hat den Wandel der mexikanischen Volkskultur nach der Eroberung unter die Lupe genommen, die Entstehung einer "Hybridkultur" und "Hybridreligion". > mehr




Das Römische Reich der Neuen Welt
Das Linden-Museum Stuttgart zeigt die Kultur der Inka

Gold, Gold und nochmals Gold ... Als im September 1532 einige hundert spanische Soldaten von einem Stützpunkt an der peruanischen Pazifikküste aus in das Reich der Inkas eindrangen, konnten sie auf reiche Beute hoffen. Der Traum ging sehr rasch in Erfüllung: In der vergeblichen Hoffnung, dem Tod zu entgehen, ließ der letzte Inka-Herrscher Atahualpa als Lösegeld drei Räume mit Edelmetall füllen. In seiner Erzählung „Das Gold von Caxamalca“ hat der Schriftsteller Jakob Wassermann das Geschehen eindrucksvoll geschildert. Geblieben ist von all dem Gold des Inka-Reiches nur wenig. Der größte Teil wurde zu Barren geschmolzen, landete in spanischen Münzprägestätten, trug dazu bei, die Kriege in Europa zu finanzieren, und ruinierte ganz nebenbei die spanische Volkswirtschaft. Eine Rache des untergegangenen Reiches an seinen Eroberern, wenn man so will. Das Linden-Museum in Stuttgart zeigt jetzt in einer großen Ausstellung ein umfassendes Bild dieser Inka-Kultur – Schätze, von denen die Konquistadoren damals über ihrer Gier nach dem glänzenden Metall kaum etwas zur Kenntnis genommen haben werden. Am ehesten noch von der Religion, die als „Heidentum“ verabscheut wurde. > mehr 




Phantasien vom Tyrannenmord in einer demokratischen Gesellschaft
Vor 150 Jahren wurde US-Präsident Abraham Lincoln ermordet


14. April 1865. Wenige Tage zuvor hatten die Truppen der „Konföderation“, der sklavenhaltenden amerikanischen „Südstaaten“, kapituliert. Gemeinsam mit seiner Frau Mary besuchte Präsident Abraham Lincoln an diesem Abend das Ford's Theatre in Washington. Nachdem die prominenten Gäste in der Loge Platz genommen hatten, verabschiedete sich der Leibwächter, um selbst im Parkett seinen Zuschauerplatz zu finden. Gegen 22 Uhr betrat der Schauspieler John Wilkes Booth das Theater, stürmte die Loge und schoss dem Präsidenten mit seiner Vorderladerpistole aus unmittelbarer Nähe in den Kopf. Über das Geländer sprang er ins Parkett und rief laut die Devise von Virginia, einem der Südstaaten, die im Bürgerkrieg unterlegen waren: „Sic semper tyrannis!“, „übersetzt etwa: „Tod den Tyrannen!“ Marcus Iunius Brutus soll den Satz geprägt haben, als er 44 v. Chr. an dem Attentat auf Caesar beteiligt war. In der allgemeinen Verwirrung konnte Booth entkommen. > mehr




"Mit Gott als unserem Beschützer"
Vor 150 Jahren gründeten die Sklavenhalter-Staaten der USA die "Konföderation"

„Einige Menschen“, schrieb 1864 der Jurist George Fitzbugh aus Virginia, „sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestiefelt und gespornt, um sie zu reiten. Und es tut ihnen gut!“ 1864 – Fitzbugh wollte die Sache der „Konföderierten Staaten von Amerika“ noch einmal mit aller Kraft moralisch verteidigen. Am 4. Februar des Jahres 1861, vor 150 Jahren, hatten sich vier Staaten, die zuvor aus den USA ausgetreten waren, zu einem neuen Bundesstaat zusammengeschlossen. „Deo vindice“, schrieben sie in ihr Staatssiegel, „Mit Gott als unserem Beschützer“. Im Laufe der nächsten Monate traten noch sieben weitere Staaten bei. > mehr





"Miteinander am Tisch der Brüderlichkeit"
Vor 50 Jahren hielt Martin Luther King seine Rede "I have a dream"


„I have a dream ...“ ... Ein Satzanfang, der sich vielen Millionen Menschen eingeprägt hat. „Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können ...“ Für den 28. August 1963 hatten mehrere amerikanische Bürgerrechts-organisationen zu einem „Marsch für Arbeit und Frieden“ aufgerufen. Etwa 250.000 Menschen folgten dem Ruf und forderten vor dem Lincoln Memorial in Washington, D.C., das Ende der rassistischen Diskriminierung. Der Protest richtete sich nicht gegen die Bundesregierung in Washington, sondern gegen die Regierungen einiger der „Südstaaten“. Die Proklamation, mit der Präsident Abraham Lincoln im amerikanischen Bürgerkrieg die Befreiung der Sklaven in den Staaten der Sezession verkündet hatte, lag gerade hundert Jahre zurück; aber nach wie vor setzten die Behörden wie auch große Teile der Bevölkerung einer rechtlichen und sozialen Gleichstellung der Schwarzen zähen Widerstand entgegen. > mehr



In God we trust
Das Freund-Feind-Denken in der amerikanischen Politik

Neokonservative Ideologie, christlicher Fundamentalismus, demokratischer Idealismus, egoistische Interessen- und Realpolitik - was steht eigentlich hinter dem Handeln der amtierenden US-Administration, das uns in den vergangenen vier Jahren so verwirrt hat? Wie groß ist die amerikanische Angst vor einer globalen Welt? > mehr

 


 Fromm gekämpft und fromm belogen
"Christian Right" in den USA - Einblick in eine fremde Welt

Amerika ist anders, das lässt schon ein Blick auf die Dollarscheine ahnen mit ihrer Aufschrift "In God we Trust". Offenkundig hat dieses Anderssein in den letzten Jahren eine neue Dimension erreicht. Eine junge Politikwissenschaftlerin aus Wien befasst sich mit einer für Europäer höchst verstörenden Wählerbewegung in den USA, der "Christlichen Rechten". Im Zentrum der Arbeit stehen die Begründungen für das außenpolitische Abenteuer der Regierung Bush, den Krieg im Irak. > mehr