Ein "französischer König", bevor es Frankreich gab
Vor 1.500 Jahren starb der Merowingerkönig Chlodwig

Preisfrage: Wann fand die erste „deutsche Kaiserkrönung“ statt? 1871, als Wilhelm I. von Preußen zum Deutschen Kaiser proklamiert wurde, fand keine Krönungszeremonie statt. 800, als Karl der Große in Rom von Papst Leo III. gekrönt wurde? Aber damals gab es „Deutschland“ noch gar nicht. Dann vielleicht 962 mit der Krönung Ottos des Großen? Allerdings nannte sich Otto ebenso wie seine Nachfolger nicht „Deutscher“, sondern „Römischer Kaiser“. 1933 überraschte der renommierte Mediävist Bruno Krusch Fachwelt und Öffentlichkeit mit einer Arbeit unter dem Titel „Die erste deutsche Kaiserkrönung in Tours Weihnachten 508“. Der erste „deutsche Kaiser“ wäre also der Frankenkönig Chlodwig aus dem Geschlecht der Merowinger gewesen. > mehr




Bauern und Krieger, Händler und Räuber
Die Wikinger kommen - nach Berlin

Wenn man von der königlichen Residenz in Roskilde auf den Hafen hinab schaute, konnte man sehen, wie das einstmals so stolze Schiff mit Äxten zerlegt wurde. Einige Jahre zuvor war es in den Kämpfen um den dänischen Thron zwischen Olaf Haraldsson von Norwegen und Knut dem Großen von England eingesetzt worden. Auf welcher Seite allerdings, darüber geben die Reste, die 1996 bei Bauarbeiten im Hafengebiet der Stadt Roskilde bei Kopenhagen entdeckt wurden, keine Auskunft. Als es irgendwann um 1040 oder 1045 abgewrackt wurde, trugen nacheinander die Kinder der beiden Konkurrenten die dänische Krone, zunächst Knuts Sohn Hardiknut, dann Olafs Sohn Magnus. Ob der König, welcher von beiden auch immer, bei dem Anblick voll Stolz oder Wehmut an die Kämpfe seines Vaters zurück dachte? Die Rekonstruktion ergab, dass dieses Boot mehr als 37 Meter lang gewesen sein muss – das größte jemals gefundene Wikingerschiff. Fast ein Jahrtausend später ist die „Roskilde 6“, wie die Archäologen das Schiff genannt haben, jetzt unterwegs auf Reisen durch Europa. Es bildet den Mittelpunkt der großen Wikinger-Ausstellung, die zunächst in Kopenhagen und in London gastierte und vom 10. September an nun im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen ist. > mehr



"Fürsten ihr und Völker alle, lobet ihn mit Jubelschalle .."
Vor 1.200 Jahren starb Kaiser Karl der Große


"Król" im Polnischen, "király" im Ungarischen usw. usf: Die Ironie der Geschichte will es, dass ausgerechnet in Sprachen von Völkern weit außerhalb seines Reiches der Name Karls des Großen zur Bezeichnung für den Königstitel wurde. Ob wir das als Ausdruck besonderer Anhänglichkeit verstehen dürfen? Wahrscheinlicher ist, dass Karls Name Furcht verbreitete. Die Nachricht von der Brutalität, mit der er die Sachsen im nördlichen Deutschland unterwarf und zum Christentum "bekehrte", verbreitete sich weit über Europa. Zu schweigen von dem Beutefeldzug, den er gegen die Awaren im heutigen Ungarn führte. Seine Hoftheologen rechtfertigten diesen "gerechten Krieg" mit dem Argument, die "Heiden" hätten"gegen die heilige Kirche und das Volk der Christen" unerträgliche Schlechtigkeit gezeigt. Ja, auch diese Seite gehört zu Karl dem Großen, den wir heute, 1.200 Jahre nach seinem Tod am 28. Januar 814, so selbstverständlich den "Vater Europas" nennen. Jahr für Jahr beschwören wir sein Andenken, wenn in Aachen zum Himmelfahrtstag der "Karlspreis" verliehen wird, für Verdienste um die europäische Einigung. "Und des Königs Ruhmestaten, seines Lebens reichste Saaten rühmet heute Festgesang. Fürsten ihr und Völker alle, lobet ihn mit Jubelschalle, jauchzet froh im Wettgesang" - so heißt es in dem lateinischen Hymnus aus dem 12. Jahrhundert, der dabei gesungen wird. > mehr




Der Traum vom ewigen Rom
Ausstellung über Kaiser Otto den Großen und das Römische Reich in Magdeburg

Am Eingang empfängt der römische Kaiser Trajan die Besucher der Ausstellung. Nun ja, genau genommen handelt es sich gar nicht um Trajan. Die überlebensgroße thronende Gestalt wurde wahrscheinlich Mitte des 1. Jahrhunderts nach Christus als Portrait des Kaisers Claudius geschaffen; erst später hat man ihr den Kopf seines Nachfolgers Trajan, Anfang des 2. Jahrhunderts, aufgesetzt. Aber was hat Trajan mit Otto dem Großen zu tun, dem die Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg gewidmet ist? Am 23. November 912, also vor 1.100 Jahren, wurde Otto geboren, am 2. Februar 962, vor 1.050 Jahren, krönte ihn Papst Johannes XII. zum Kaiser – sozusagen zum Nachfolger Trajans. > mehr





Ein Engel in den Gefahren des Meeres
Der Mont-Saint-Michel feiert seinen 1.300. Geburtstag

Im September 708, erzählt die Legende, erschien dem Bischof von Avranche in der Normandie der Erzengel Michael und verlangte, ihm auf einem Felsen an der Küste eine Kapelle zu bauen. Nachdem der Bischof den Befehl zweimal ignoriert hatte, brannte ihm der Engel mit dem Finger ein Loch in den Schädel ... Realität ist, dass auf dem Felsen tatsächlich eine Kapelle, später ein Kloster gebaut wurde. Im Mittelalter war der "Mont-Saint-Michel" eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten Europas, heute ist er eines der beliebtesten Touristenziele. Zum Jubiläum ein Rückblick auf die Geschichte der Insel. > mehr





Al-Andalus - ein Stück Orient in Europa
Vor 1.300 Jahren begann die Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Muslime

Ob die 7.000 Berber, Araber und Sudanesen, die am Morgen des 28. April 711, vor 1.300 Jahren, über die Straße von Gibraltar setzten, etwas davon ahnten, dass sie gerade ein neues Kapitel der Weltgeschichte aufschlugen? In den wenigen Jahrzehnten, die seit Mohammeds Tod vergangen waren, hatten die muslimischen Heere ein Weltreich erobert, das vom Hindukusch bis zur Atlantikküste reichte. Jetzt machte sich der Gouverneur von Tanger, Tariq ibn Ziyad, daran, das Königreich der Westgoten auf der Iberischen Halbinsel einzunehmen. Binnen weniger Jahre stand fast die gesamte Iberiche Halbinsel unter muslimischer Herrschaft. Die Heere rückten bis zur Rhone vor. > mehr





"Sturmfest und erdverwachsen"
Vor 1.200 Jahren starb der sächsische Herzog Widukind"

Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen, Heil, Herzog Widukinds Stamm!" Der im Niedersachsenlied besungene Recke soll vor 1.200 Jahren verstorben sein. Sachsenherzog Widukind hatte sich hartnäckig und am Ende vergeblich dem Machtanspruch Karls des Großen auf Norddeutschland - und, damit verknüpft, den Missionsbestrebungen der römischen Kirche - widersetzt. Spätere Generationen machten ihn zur mythischen Figur, bis hinein in den Nationalsozialismus. > mehr





Die langwierige Geburt einer Nation
Frankenherzog Konrad wurde vor 1.100 Jahren zum König des Ostfränkischen ("Deutschen") Reiches gewählt

Im September des Jahres 911 war der ostfränkische König Ludwig das Kind im Alter von nur achtzehn Jahren verstorben. Damit war der ostfränkische Zweig der Karolingerdynastie, die seit fast drei Jahrundertn die Geschicke des Frankenreiches bestimmt hatte, erloschen. Es hätte nahe gelegen, die Krone dem westfränkischen König Karl „dem Einfältigen“ zu übertragen. Doch die Herzöge von Franken, Schwaben, Bayern und Sachsen, die sich am 10. November, vor genau 1.100 Jahren, in der Pfalz von Forchheim versammelten hatten, entschieden anders. Sie wählten einen aus ihren eigenen Reihen, Herzog Konrad von Franken. Ein Datum, das bis heute als mögliche Geburtsstunde der deutschen Nation diskutiert wird. > mehr