Der Kaiser der Revolution
2. Dezember 1804: General Bonaparte krönt sich zum Nachfolger Karls des Großen

"Ist es nicht rührend, den Herrn der Könige zuletzt so weit reduziert zu sehen, dass er eine gewendete Uniform tragen muss? Und doch, wenn man bedenkt, dass ein solches Ende einen Mann traf, der das Leben und Glück von Millionen mit Füßen getreten hatte, so ist das Schicksal, das ihm widerfuhr, immer noch sehr milde ... Napoleon gibt uns ein Beispiel, wie gefährlich es sei, sich ins Absolute zu erheben und alles der Ausführung einer Idee zu opfern." Goethe ein Vierteljahrhundert nach Napoleons Krönung zum "Kaiser der Franzosen". > mehr





Flurbereinigung im Westen
Vor 200 Jahren wurde der Rheinbund gegründet

Es war eine kurzlebige Einrichtung, kurzlebig selbst nach den Maßstäben deutscher Geschichte. Der Rheinbund, den Kaiser Napoleon vor 200 Jahren als Gegengewicht gegen die beiden größeren deutschen Staaten im Osten, Österreich und Preußen, ins Leben rief, hielt gerade einmal sieben Jahre. Aber vieles daran prägt die Bundesrepublik Deutschland und ihre Länder bis heute. > mehr



Ein Kaiser, der Vabanque spielte - und verlor
Vor 200 Jahren endete in der Schlacht bei Waterloo die Herrschaft Nepoleons


„Die Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht!“, soll Napoleons General Pierre Étienne Cambronne in der Schlacht von Waterloo geantwortet haben, als ihn sein britischer Gegner Colville aufforderte, sich zu ergeben. Ob dieser geschliffene Satz mitten im Donner der Kanonen wirklich gefallen ist, wussten schon die Zeitgenossen nicht zu sagen. Anderen Berichten zufolge brüllte der General nur ein einziges Wort, jenes, das im Französischen heute als „le mot de Cambronne“ bezeichnet wird: „merde!“ Aus napoleonischer Sicht brachte dieses Wort die historische Stunde auf den Punkt. In der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815, vor 200 Jahren, verlor Napoleon mehr als die Hälfte seiner Armee; jede Hoffnung, sein Kaiserreich gegen den Widerstand der anderen europäischen Großmächte behaupten zu können, war dahin. > mehr



Das Reich, das keines war
Vor 200 Jahren endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation

"Wir Franz der Zweite, von Gottes Gnaden erwählter römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, Erbkaiser von Oesterreich etc., König in Germanien, zu Hungarn, Böheim, Croatien, Dalmazien, Slavonien, Galizien, Lodomerien und Jerusalem, Erzherzog zu Oesterreich etc. ... erklären, daß Wir die bis jetzt getragene Kaiserkrone niederlegen ..." Vor 200 Jahren, am 6. August 1806, endete das Heilige Römische Reich. > mehr

 




"Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht""
Vor 200 Jahren: Die Schlacht bei Jena und Auerstedt

Für Generationen deutscher Geschichtslehrer galt sie einmal als die geschichtliche Katastrophe schlechthin: Preußens Niederlage gegen Napoleon in der Schlacht bei Jena und Auerstedt, bloß zwei Jahrzehnte nach dem Tod Friedrichs "des Großen", der sein Königreich in die Reihe der europäischen Großmächte befördert hatte. 200 Jahre danach der Versuch eines sachlichen Rückblicks auf die historische Entscheidung, ihre Ursachen und ihre Folgen. > mehr

 



Ein Dichter und sein Tyrann
2. Oktober 1808: Gespräch zwischen Napoleon und Goethe in Erfurt

"Mir gefällt zu konversieren mit Gescheiten, mit Tyrannen." Die Philologen haben diesen Goethevers gern auf jenen Menschen bezogen, der in den Augen von Goethes Zeitgnossen der "Tyrann" schlechthin war, Napoleon Bonaparte. Dreimal waren sie einander begegnet. Die erste Unterredung, sie soll fast eine Stunde gedauert haben, fand während des Erfurter Fürstentages Ende September, Anfang Oktober des Jahres 1808 statt. "Napoleon, der den ganzen Kontinent erobert, findet es nicht unter sich, sich mit einem Deutschen über die Poesie und die tragische Kunst zu unterhalten", meinte Goethe später. > mehr




Ein ratloser Sieger in einer verwüsteten Stadt
Vor 200 Jahren: der Brand von Moskau

Napoleon schlug alle Warnungen in den Wind. "Sie verstehen nichts von solchen Sachen", herrschte er den französischen Botschafter in Sankt Petersburg, Armand de Caulaincourt, an: "Ein einziger Sieg, und der Zar wird mir entgegengekrochen kommen." Am 24. Juni des Jahres 1812 marschierte Napoleon mit der größten Armee, die die Welt bis dahin gesehen hatte, in Russland ein – mehr als 600.000 Mann aus Frankreich und aus allen von Frankreich annektierten oder beherrschten Gebieten, von Spanien bis Polen. Sie Hoffnung auf einen kurzen und raschen Feldzug erfüllte sich nicht. Immer tiefer wurden Napoleons Truppen in das Russische Reich hineingezogen. Am Morgen des 15. September zog Napoleon unter den Klängen der Marseillaise in den Kreml ein. Dort wollte er darauf warten, dass der Zar ihm "entgegengekrochen" käme. Aber bereits wenige Stunden später musste Napoleon die Residenz fluchtartig verlassen. Moskau brannte. > mehr

Die Hoheiten tanzten - aber sie arbeiteten auch
Vor 200 Jahren begann der Wiener Kongress

Wie nachhaltig so ein leicht dahin geworfenes Bonmot doch das Bild prägen kann, das sich die Nachwelt von einem historischen Vorgang macht … „Der Kongress tanzt“, sagte im Herbst 1814 der Fürst Charles Joseph de Ligne und meinte damit im Grunde wohl, es werde nicht fleißig gearbeitet: „Der Kongress tanzt, aber er kommt nicht von der Stelle!“ Dabei ist es gar nicht so verwunderlich, dass die gekrönten und ungekrönten Häupter Europas, die Kaiser Franz I. nach Wien geladen hatte, nicht so rasch vorankamen: Die Siegermächte, die Napoleon vom Thron gestoßen hatten, waren sich in vielem nicht einig. Und tatsächlich bot der Kaiser seinen Gästen viel an Unterhaltung. Aber anders als de Lignes Bonmot glauben macht, schreibt der französische Historiker Thierry Lentz in seinem soeben in deutscher Übersetzung erschienenen Buch über den Wiener Kongress, wurde 1814/15 in Wien sehr wohl gearbeitet. Das „Konzert“ der europäischen Mächte, das in Wien geschaffen wurde, hielt in seinen Grundzügen fast ein Jahrhundert lang, bis zum Ersten Weltkrieg. > mehr



"Der König rief ..."
Vor 200 Jahren leitete Friedrich Wilhelm III. mit dem Aufruf "An mein Volk" die "Befreiungskriege" ein

„Der König rief, und alle, alle kamen“, hat der Schriftsteller Heinrich Clauren die politische Entwicklung im Frühjahr 1813 in Verse gefasst, „die Waffen mutig in die Hand!“ In der Tat, dem Aufruf „An mein Volk“, den König Friedrich Wilhelm III. von Preußen am 17. März 1813, vor 200 Jahren, unterzeichnete, folgten vielleicht nicht „alle“, aber doch sehr viele. Gegen die Einberufungen zum neuen Krieg gegen Frankreich gab es keinerlei Widerstände; tausende Weitere griffen freiwillig zu den Waffen. > mehr

 

"Die große Tat, wodurch die Welt befreit"
Vor 200 Jahren fand die Völkerschlacht bei Leipzig statt

Welche Gedanken mögen König Friedrich August III. von Sachsen durch den Kopf gegangen sein, als er am 18. Oktober 1913 gemeinsam mit Wilhelm II., dem König von Preußen und Deutschen Kaiser, das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig einweihte? Hundert Jahre zuvor, im Oktober 1813, hatten die Truppen seines Vorgängers Friedrich Augusts I. an der Seite Kaiser Napoleons die sogenannte „Völkerschlacht“ verloren. Von den Siegern Preußen, Russland und Österreich wurde er hart bestraft; die Hälfte seines Territoriums musste er an Preußen abtreten. Es hatte lange gedauert, bis das riesige Denkmal zustande kam; begreiflicherweise war das sächsische Königshaus daran nicht sonderlich interessiert. Große Teile der deutschen Öffentlichkeit sahen es anders, und zwar bereits unmittelbar nach dem Ereignis. „Dass auf den Feldern bei Leipzig ein Ehrenmal errichtet werden muss, das dem spätesten Enkel noch sage, was daselbst im Oktober des Jahres 1813 geschehen“, forderte bereits 1814 der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt. „Ein kleines, unscheinbares Denkmal tut es nicht, würde in seiner Armseligkeit von der großen Tat, wodurch die Welt befreit ward, zu sehr beschämt werden. Soll es gesehen werden, so muss es groß und herrlich sein wie ein Koloss, eine Pyramide, ein Dom zu Köln.“ > mehr