Dossier
Rund um den November

 

Bohnenbrei für die Toten
Feste und Bräuche zum Totengedenken im November

Auf den Friedhöfen wurden die Gräber mit Weihwasser besprengt, um die Qualen zu lindern, denen die Seelen im Fegefeuer ausgesetzt waren. Denn an einem Tag im Jahr, zu Allerseelen, meinte der Volksglaube, kehrten sie auf die Erde zurück, dorthin, wo ihr Körper begraben lag. Aus dem Alpenraum ist der Brauch der „Allerseelengastung“ überliefert: Im hölzernen Napf wurde ein Bohnenbrei gereicht. In manchen Gegenden wurden kleine Münzen auf die Gräber gelegt. Wir berichten über Feste und Bräuche zum Totengedenken in November und über die religiösen Vorstellungen, die dem zugrundeliegen > mehr
 



Der Tod und die Hoffnung auf Unsterblichkeit
Die Begräbnisriten der Kulturen und Religionen

Letztes Jahr ging eine Meldung durch die Weltpresse, in einem Kryonikzentrum in Arizona hätten sich bislang etwa 70 Menschen nach ihrem Tod einfrieren lassen, in der Hoffnung, irgendwann in hundert oder zweihundert Jahren könnten medizinische Verfahren entwickelt sein, heute noch unheilbare Krankheiten zu behandeln. Auch eine Art, mit der Sterblichkeit des Menschen umzugehen, sie – einer Jahrtausende alten Hoffnung folgend – zu besiegen. Zum November eine Rundreise durch die Begräbnisriten der Kulturen und Religionen. > mehr 



Sichtbar bleiben für die Ewigkeit
Aus der Geschichte der Grabarchitektur


„Wer ist einfältig genug, zu glauben“, fragte vor beinahe einem halben Jahrhundert der Bestseller-Autor Erich von Däniken, „daß die Pyramide nichts als das Grab eines Königs sein sollte?“ Eigentlich möchte ja niemand als einfältig gelten; aber es spricht alles dafür, dass die „Einfältigen“ in diesem Fall einmal Recht haben: Die Pyramiden von Gizeh wurden von den alten Ägyptern wirklich als Gräber für ihre Könige gebaut. Nachzuvollziehen ist Dänikens ungläubige Frage dennoch. Mit den Pyramiden stehen am Anfang menschlicher Hochkultur die größten Gräber, die jemals gebaut wurden – während die große Mehrzahl der Menschen damals wohl eher unauffällig bestattet oder gar namenlos verscharrt wurde. > mehr



Schnatternde Gänse und ein geteilter Mantel
Legende und Brauchtum rund um den Martinstag


Auf Wunsch seines Vaters, der als römischer Offizier in der Provinz Pannonien diente, im heutigen Ungarn, hatte der kleine Martin die militärische Laufbahn eingeschlagen. Im Jahr 357, Martin war neunzehn oder zwanzig Jahre alt, finden wir ihn in Gallien und am Rhein. Unter dem Befehl des Prinzen Julian – jenes Julian, der später auf dem Kaiserthron die Herrschaft des Heidentums im Römischen Reich wiederherzustellen versuchte – kämpfte seine Armeeeinheit gegen germanische Stämme. Aber eines Tages, es soll in der Nähe von Worms gewesen sein, am Vorabend einer großen Schlacht, wandte sich Martin an Julian und bat um Entlassung: Er sei nicht mehr Soldat des Kaisers, sondern Soldat Christi. Einige Jahrzehnte zuvor wäre das der Anfang einer Märtyrergeschichte gewesen. In diesem Fall kam es anders. Als die Armee den Dienstvertrag nicht auflösen wollte, fügte sich Martin; er blieb Soldat, bis seine fünfundzwanzigjährige Dienstzeit abgeleistet war. > mehr




"wenn das Geld im Kasten klingt ..."
Das Doppelfest Allerheiligen/Allerseelen und Luthers Thesenanschlag am Tag zuvor


Am Tag vor Allerheiligen des Jahres 1517 schlug der Augustinermönch Martin Luther an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg eine Einladung zu einer akademischen Disputation an: 95 Thesen, mit denen er sich gegen den Ablasshandel wandte. So hat sich der Beginn der Reformation ins historische Bewusstsein eingebrannt. Der Thesenanschlag von Wittenberg markiert die Geburtsstunde der Neuzeit – oder jedenfalls eine der möglichen Geburtsstunden, neben etwa der Entdeckung Amerikas durch Columbus. Für den Termin, den Vorabend zum Doppelfest Allerheiligen/Allerseelen, hatte Luther einen guten Grund: Stein des Anstoßes war die Frage, ob und wie die Lebenden für das Seelenheil ihrer toten Angehörigen zu wirken imstande waren und welche Rolle die Heiligen dabei spielten. Die Historiker streiten sich, ob der Thesenanschlag wirklich so stattgefunden hat oder bloß eine Anekdote ist; vielleicht lud der Reformator seine Theologenkollegen ja auch ein, indem er sie persönlich aufsuchte oder durch Boten benachrichtigte. Sicher ist, dass Luther seine Thesen an einige geistliche Würdenträger außerhalb der kleinen sächsischen Residenzstadt gesandt hatte, unter anderem an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, in dessen Auftrag gerade eine große Ablassaktion stattfand. > mehr