Dossier
Thomas Mann

 

"Unglaublich souveräne Mache"
Zum 50. Todestag des Schriftstellers Thomas Mann

"... bemächtigte sich seiner der abscheuliche Zustand, den die Seeluft zusammen mit dem Scirocco hervorbringen kann ... Peinlicher Schweiß brach ihm aus." Gustav Aschenbach im "Tod in Venedig", so realistisch geschildert, wie der Leser das bei Thomas Mann eben gewöhnt ist – sofern er nicht zufällig Nietzsches "Fall Wagner" gelesen hat: "Wie nachteilig ist mir dieser Wagnersche Orchesterklang! Ich heiße ihn Schirokko. Ein verdrießlicher Schweiß bricht mir aus." Venedig und Richard Wagner ... Ein Beispiel für die Zitierkunst Thomas Manns, dessen Todestag sich am 12. August zum 50. Male jährt. > mehr




Gleichgewichtsausgleich im überlasteten Kahn
Über Thomas Manns Äußerungen zur Politik

"Ich bekenne mich tief überzeugt, dass das deutsche Volk die politische Demokratie niemals wird lieben können ..." So Thomas Mann 1918. Vier Jahre später endete der Romancier eine Rede mit dem Ausruf „Es lebe die Republik!“ Hat sich da jemand um 180 Grad gedreht? Der Autor selbst wollte es nicht so sehen: „Ich weiß von keiner Sinnesänderung, ich habe vielleicht meine Gedanken geändert – nicht meinen Sinn." Ein Zürcher Historiker und Germanist hat Thomas Manns Haltung zur Politik über fast ein halbes Jahrhundert hinweg einer gründlichen Analyse unterzogen. > mehr




Goethe steigt vom Sockel
Zur kommentieren Neuausgabe von "Lotte in Weimar" - Interview mit dem Herausgeber Werner Frizen

Wussten Sie schon, dass ein Elefant ein "Kloß" ist? So jedenfalls liest man es in den meisten Ausgaben von Thomas Manns Roman "Lotte in Weimar". Ein ganz trivialer Setzfehler (es muss "Koloss" heißen), der sich seit dem Erstdruck von 1939 unkorrigiert fortgeschleppt hat. Und ebenso steht es mit hunderten anderer Versehen in diesem amüsanten (und übrigens politisch sehr aufregenden) Buch ... Jetzt ist eine Neuausgabe erschienen, in der die Fehler nach der Handschrift des Autors berichtigt sind. Wir sprachen mit dem Herausgeber Werner Frizen. > mehr




Man wird Bücher über uns schreiben"
Die Familie Mann im Exil

„Was für eine sonderbare Familie sind wir!“, wunderte sich Klaus Mann einmal. „Man wird später Bücher über uns schreiben.“ Über „uns“, die Familie – „nicht über einzelne von uns“, wie er gleich betonte. Marcel Reich-Ranicki erklärte die Manns zur bedeutendsten deutschen Familie des 20. Jahrhunderts; Heinrich Breloer untertitelte seine Fernsehtrilogie mit „Ein Jahrhundertroman“. Eine repräsentative deutsche Familie... Der Germanist und Historiker Dieter Strauss hat zu einem wichtigen Abschnitt dieser Familiengeschichte jetzt eine Sammlung vergleichender Lebensläufe vorgelegt: Zitate aus Schriften, Briefen und Tagebüchern der Brüder Thomas und Heinrich Mann sowie von Thomas’ Kindern über die Jahre des Exils ab 1933. > mehr