Dosser
Poesie der Kultur

 

Dohlen im Pfauenkleid
Eine Literatur- und Kulturgeschichte des Plagiats

Die ganze Geistesgeschichte der Menschheit sei eine Geschichte von Diebstählen, behauptete Egon Friedell vor achtzig Jahren in seiner bis heute viel gelesenen "Kulturgeschichte der Neuzeit". Soweit geht der Literatur- und Kulutrhistoriker Philipp Theisohn nicht. Im Gegenteil, er glaubt, für die Geburt des Plagiats recht präzise Ort und Zeit nennen zu können: das Athen des späten 5. Jahrhunderts vor Christus. Und ist für die Gegenwart, wo jeder per „Copy/Paste“ in Sekundenschnelle alles übernehmen kann, womöglich das Ende dieses Phänomens abzusehen? > mehr





Die Sirenen wollten nicht singen
Ein Sammelband zur "Korrektur" überlieferter Mythen

Der junge Ödipus ist nicht etwa ahnungslos zum delphischen Orakel gegangen, nein, er wusste, dass er als Findelkind nach Korinth gekommen war ... Friedrich Dürrenmatt 1976 in seiner Erzählung vom "Sterben der Pythia". Eine einschneidende (und befremdliche) Änderung der Geschichte, wie sie uns seit Schultagen vertraut ist. Dürrenmatts Korrektur, analysiert vom dem Berliner Germanisten Mark-Georg Dehrmann, findet sich in dem Sammelband "Mythenkorrekturen": zwei Dutzend literaturhistorische Aufsätze zu dieser – manchmal befremdlichen – Umgangsart mit der Tradition. > mehr





ELicht auf die Entstehung eines Mythos
Die Medici in Dichtung und Kunst des 15. JahrhundertsEi

ner Florentiner Kaufmannsfamilie gelang der frappanteste Fall eines sozialen Aufstiegs in der frühen Neuzeit: Binnen fünf Generationen erwarben die Medici sich den erblichen Fürstentitel. Ihren legendären Ruf bei der Nachwelt verdankt die Familie jedoch ihrer Förderung von Kunst und Literatur. Wie beides zusammengehört, Machtplanung und Mäzenatentum, ist eine hochumstrittene Frage. Wie politisch war die Kunst, die im Umkreis und oft im Auftrag der Medici entstand? Kann man von einer mediceischen Kulturpolitik sprechen? > mehr




Das Himmelreich als Käsemarkt
Oder das Aufgehen der Kunst in Fun, Reklame und Kommerz

"Das Leben der meisten", heißt es bei Joseph von Eichendorff, "ist eine immerwährende Geschäftsreise vom Buttermarkt zum Käsemarkt; das Leben der Poetischen dagegen ein freies, unendliches Reisen nach dem Himmelreich." Die Opposition zwischen der Kommerzwelt des Bürgertums und der freien Kreativität des Dichters ist ein Hauptthema romantischer und moderner Dichtung. Ein Klagenfurter Literaturwissenschaftler hat die Entwicklung des Künstlerromans vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zu seiner Auflösung im späten 20. Jahrhundert nachgezeichnet. > mehr




Fußball als Lebenschiffre
Sport und Literatur - zwei keineswegs unvereinbare Welten

"Der Tormann überlegt, in welche Richtung der andere schießen wird. Wenn er den Schützen kennt, weiß er, welche Ecke er sich in der Regel aussucht. Möglicherweise rechnet aber auch der Elfmeterschütze damit, dass der Tormann sich das überlegt. Also überlegt sich der Tormann weiter, dass der Ball heute einmal in die andere Ecke kommt ..." Literaturfreunde werden es längst bemerkt haben: Diese Sätze stammen nicht aus irgendeiner Fußballreportage, sondern aus einem der Erfolgsbücher der deutschen Nachkriegsliteratur, aus Peter Handkes Erzählung "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter". Zur Fußballweltmeisterschaft ein Blick auf das manchmal recht schwierige Verhältnis zwischen Sport und Literatur. > mehr




Goethe steigt vom Sockel
Zur kommentieren Neuausgabe von "Lotte in Weimar" - Interview mit dem Herausgeber Werner Frizen

Wussten Sie schon, dass ein Elefant ein "Kloß" ist? So jedenfalls liest man es in den meisten Ausgaben von Thomas Manns Roman "Lotte in Weimar". Ein ganz trivialer Setzfehler (es muss "Koloss" heißen), der sich seit dem Erstdruck von 1939 unkorrigiert fortgeschleppt hat. Und ebenso steht es mit hunderten anderer Versehen in diesem amüsanten (und übrigens politisch sehr aufregenden) Buch ... Jetzt ist eine Neuausgabe erschienen, in der die Fehler nach der Handschrift des Autors berichtigt sind. Wir sprachen mit dem Herausgeber Werner Frizen. > mehr




Teufel, Bombe und Statistik
Physiker und Dichter - zum 50. Todestag am 18. April

Über Albert Einstein ist 50 Jahre nach seinem Tod doch längst alles gesagt? Und der Kalauer, den alle Jubiläumsredner bringen, dass eben alles "relativ" ist, hängt uns doch längst zum Hals raus? Schauen wir einmal auf das, was die Dichter - Bert Brechtn, Friedrich Dürrenmatt, Heiner Kipphardt - aus dieser repräsentativen Physikerfigur des 20. Jahrhunderts gemacht haben. > mehr