Die kleinere Schwester von Pompeji
Das Berliner Pergamonmuseum zeigt "Die letzten Stunden von Herculaneum"

"Es erhob sich eine Wolke ... sie stieg wie ein Riesenstamm in die Höhe und verzweigte sich dann in eine Reihe von Ästen ... Schon regnete es Asche, doch zunächst nur dünn. Ich schaute zurück: Im Rücken drohte dichter Qualm ... Man hörte Weiber heulen, Kinder jammern, Männer schreien ... Die einen beklagten ihr Unglück, die anderen das der ihren. Manche flehten aus Angst vor dem Tode um den Tod, viele beteten zu den Göttern, andere wieder erklärten, es gebe nirgends noch Götter, die letzte, ewige Nacht sei über die Welt hereingebrochen ..." Aus dem Bericht Plinius des Jüngeren über die Hilfsmaßnahmen, bei denen sein Oheim ums Leben kam. Wir berichten über die Berliner Ausstellung "Die letzten Stunden von Herculaneum". > mehr



Bronzeplastiken, Goldschmuck und Waffen
Etruskische Kunst im Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen

Dass Kunstsammler einer Fälschung aufsitzen, kommt wohl gar nicht so selten vor. Wenn der Schwindel aufgeflogen ist, verschwinden die „falschen Fünfziger“ in der Regel im Depot, schließlich geniert man sich doch ein bisschen. Der Etruskologe Werner Rutishauser, der lange Jahre die Sammlung des 2008 verstorbenen Schweizer Industriellen Marcel Ebnöther mit Kunst aus dem antiken Italien betreut hat, verfährt umgekehrt. Selbstbewusst präsentiert er in der Ausstellung, die jetzt im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen zu sehen ist, auch drei unechte Stücke. Drei Fälschungen oder moderne Nachbildungen neben mehr als 200 Stücken, die wirklich oder sehr wahrscheinlich von den alten Etruskern stammen – das ist eigentlich kein Prozentsatz, dessen sich der Sammler Ebnöther hätte schämen müssen. > mehr




Experimente mit einem kaiserlichen Make-up
Dicht an dicht - mehr als 600 antike Porträts in Berlin

Die Antike war anders, als wir sie uns vorzustellen gewöhnt sind, sie war vor allem farbig. Dass es möglich ist, die ursprünglich farbigen antiken Statuen versuchsweise zu rekonstruieren, gehört zu den Vorteilen einer Abguss-Sammlung. In Berlin sind zur Zeit gleich ein halbes Dutzend solcher Rekonstruktionsversuche des Augustus aus dem Vatikan zu sehen, außerdem mehr als 600 weitere mehr oder weniger berühmte Griechen und Römer - ein Ensemble antiker Porträtkunst, wie es mit den Originalen niemals zusammenzubringen wäre. > mehr




Der schwermütige Gott
Berlins Pergamon-Museum zeigt Antinoos-Portraits - Statuen, Kleinplastik, Münzen

Erinnern Sie sich an Marguerite Yourcenars "Ich zähmte die Wölfin"? Hadrians Beziehung zu seinem Günstling Antinoos hatte ein für uns kaum nachvollziehbares Kapitel antiker Geschichte und Religionsgeschichte zur Folge. Eine Auswahl von Statuen, Kleinkunst und Münzen zeigt bis zum 1. Mai 2005 das Berliner Pergamon-Museum. > mehr




Wunsch nach Wohlstand und Sicherheit
Bonn zeigt eine große Ausstellung über Rom und die Barbaren

Vor 1.600 Jahren, am 22. August 408, ließ der weströmische Kaiser Honorius seinen General Stilicho erschlagen; Intriganten hatten ihm glaubhaft gemacht, der gebürtige Vandale, längst integriert, wolle ihm seinen Thron streitig machen. Vielleicht war mit Stilichos Ende die letzte Chance vertan, die Westrom noch hatte. Aber die Ausstellung über "Rom und die Barbaren", die jetzt in Bonn zu sehen ist, bezeugt die Ausstrahlung römischer Kultur bis weit in jene Länder hinein, die niemals ein römischer Legionär betreten hat. > mehr




EVandalen ohne Vandalismus
Karlsruhe präsentiert Zeugnisse eines verfemten Volkes

Im Jahr 1798 nahm die Académie francaise einen neuen Begriff in ihr Wörterbuch auf, der heute in allen Weltsprachen geläufig ist. Er ist das Einzige, was unsere Gegenwart von den Vandalen im Gedächtnis behalten hat: Sie haben gehaust wie – ja, eben "wie die Vandalen". Aber die historische Erinnerung verfährt nun einmal nicht gerecht. Dass die Vandalen auch eine andere Seite hatten, zeigt jetzt eine Ausstellung in Karlsruhe: "Erben des Imperiums in Nordafrika – Das Königreich der Vandalen". > mehr