Dossier
Byzantinische Kunst

 

Byzanz - so nach und doch so fremd
Bilanz von tausend Jahren Kunst und Kultur in der Ausstellungshalle Bonn

"Eine tausendjährige Reihe von fortwährenden Verbrechen, Schwächen, Niederträchtigkeiten und Charakterlosigkeit, das schauderhafteste und deswegen uninteressanteste Bild." Hegels vernichtendes Urteil über das Byzantinische Reich entspricht sicherlich nicht dem, was das historisch interessierte Publikum von heute denkt. Aber es fällt uns schwer, dem Phänomen "Byzanz" gerecht zu werden. Diese Kultur ist uns fremd geworden – viel fremder als das gleichzeitige Mittelalter in Westeuropa, in dem wir doch Ansätze für die Neuzeit zu erkennen glauben. Eine Gelegenheit, unser Urteil zu korrigieren, bietet jetzt die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn mit über 500 Exponaten aus aller Welt. > mehr





Mit Vollbart und langem Haar
Die Entstehung des Christusporträts am römischen und byzantinischen Kaiserhof

Jesus trug Vollbart und langes Haar, so kennen wir es von Hunderten und Tausenden frommer Bilder, so präsentieren es auch die Bibelfilme aus Hollywood ihrem Publikum. Ausgerechnet von einer Person, die zu Lebzeiten sicherlich niemals porträtiert worden ist, haben wir eine recht festumrissene, quasi porträthafte Vorstellung. Ein Frankfurter Kunsthistoriker ist der Frage nachgegangen, wie dieses "Christusporträt" entstanden ist. > mehr

 



Vom Meler Lukas zum Priester Raffael
Als die Bilder noch verehrt wurden - und manchmal in den Krieg zogen


Der byzantinische Krieg gegen die Normannen im Jahre 1107 stand unter einem unguten Stern. Kaiser Alexios verließ die Stadt voll Unruhe: Das Madonnenbild in der Blachernen-Kirche, wo der Mantel Mariens aufbewahrt wurde, hatte das übliche Wunder verweigert. Sonst pflegte sich während der Freitagsvesper der Vorhang vor der Ikone von selbst zu heben ... Wir blicken zurück auf die Zeit, wo Bilder nicht "bloß" Kunst waren. > mehr