Dossier
Theorie und Methode der Literaturwissenschaft

 

Gegen den Scharfrichter - Fortsetzung folgt
Wie der Umgang mit Literatur auch aussehen könnte

Einer erzählt, andere hören zu, zum Beispiel an Heiligabend, damit das Christkind sich derweil im Weihnachtszimmer betätigen kann ... Volker Klotz, emeritierter Literaturwissenschaftler an der Universität Stuttgart, hat versucht, dem Geheimnis dieser elementaren menschlichen Tätigkeit auf die Spur zu kommen - an Beispielen von Homer bis Karl May, von Tausendundeine Nacht bis Cervantes. > mehr



 Kurz gesagt und lang gedacht?
Kleine Formen, kurze Texte, von den Vorsokratikern bis zum Twittern


Ein Haiku umfasst genau 31 Silben, ein Limerick fünf Zeilen, eine SMS, „Short Message“, höchstens 160 Zeichen, ein Tweet höchstens 140. „Kurzformen“ nennen die Philologen dergleichen. In diesen Fällen ist die Quantität sogar in Zahlen gefasst, ansonsten bleibt der Begriff der Kürze eher fließend. Als „kurz“ empfinden wir Texte, die wir in einem einzigen Durchgang aufnehmen können, sozusagen ohne innerlich zwischendurch Atem holen zu müssen, also zum Beispiel Witze, Anekdoten, Rätsel, Aphorismen. „Kürze ist modern“, schreiben der Berliner Literaturwissenschaftler Michael Gamper und seine Hannoveraner Kollegin Ruth Mayer in ihrem neu erschienenen Sammelband zur „Mediengeschichte kleiner Formen“, und sicherlich dachten sie dabei nicht nur an die Aphorismen eines Georg Christoph Lichtenberg oder eben an japanische Haikus, sondern auch an die „Tweets“, über die heutzutage manche Spitzenpolitiker mit der Welt kommunizieren. > mehr