Dossier
Geschichte der Bildung

 

Keine Prügel mehr für die Bildung
Das Mittelalter - Vorbereitung der modernen Zeit


Vor einem Vierteljahrhundert demonstrierte Umberto Ecos Welterfolg "Der Name der Rose", wie gegenwärtig uns das Mittelalter nach wie vor sein kann - eine Epoche, die ansonsten, zweifellos wegen der zentralen Rolle von Kirche und Theologie, doch viel fremder erscheint als das zeitlich weiter zurückliegende Altertum. Das Institut für mittelalterliche Theologie und Philosophie an der Universität München präsentiert einen Streifzug durch diese Epoche, in der die europäische Neuzeit, einschließlich der Aufklärung, ihre Wurzeln hat. > mehr




Die erste deutsche Bildungsreform
Vor 1.150 Jahren starb der "Lehrer Deutschlands"

"Praeceptor Germaniae", "Lehrer Deutschlands": Diesen Ehrentitel gab die Nachwelt einem gelehrten Benediktinermönch, der zur Zeit Karls des Großen die erste deutsche Bildungsreform mit in Angriff genommen hat – 1.200 Jahre vor PISA. Am 11. Februar 856 ist Hrabanus Maurus in Mainz gestorben. > mehr





Die Sünden der Bildung und des Geldes
Der französische Mediävist Le Goff sucht nach dem historischen Franz von Assisi

Zweifellos der populärste Heilige, den die katholische Kirche zu bieten hat, attraktiv auch für Menschen, die der Kirche fern stehen: Franz von Assisi. Dabei wurde der Heilige schon zu Lebzeiten von Legenden überwuchert und seine Gründung, der Franziskanerorden, hat eine ganz andere Richtung genommen als vom Urheber gewollt. Der französische Mediävist Jacques Le Goff hat sich bemüht, dem historischen Franziskus auf die Spur zu kommen. > mehr





Die Gefahren der Bildung und des Geschlechts
Männer, Frauen und Priester im Umbruch vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit

Frauen seien intellektuell minder bemittelt als Männer, man könne sie deshalb für ihre Handlungen schwer zur Verantwortung ziehen – das war im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit, eine weit verbreitete anthropologische Annahme. Eine internationale Forschergruppe um die Historiker der Universität Basel hat die "Geschlechtergeschichte" an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit neu beleuchtet, genauer: die Stellung der Frau im Umfeld jenes welthistorischen Umbruchs, den wir als Reformation und Gegenreformation bezeichnen. > mehr





Bildung in Krähwinkel
Jenaer Wissenschafter forschen über "Kultur um 1800"

Schiller lobte einst die bürgerlichen Tugenden im Lied von der Glocke: "Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis, ehrt den König seine Würde, ehret uns der Hände Preis ..." Ein Sonderforschungsbereich an der Universität Jena befasst sich mit der Region Weimar-Jena als "Laboratorium bürgerlicher Werteproduktion" um 1800. > mehr




Jenseits des Brotstudiums
Vor 200 Jahren nahm in Berlin die Friedrich-Wilhelms-Universität den Lehrbetrieb auf

Es gibt bis heute keinen deutschen Bildungs- oder Hochschulpolitiker, der in Festansprachen öfter beschworen wird als Wilhelm von Humboldt. Oder vielleicht muss man sagen: heute wieder. Vor dreißig oder vierzig Jahren wurde Humboldt gern für tot erklärt. In der Tat, die technischen und sozialen Veränderungen hatten die Universität Humboldtscher Prägung in eine Effizienz- und Legitimationskrise gestürzt. Zum Jubiläum ein Blick auf das Konzept des Ideengebers, der im Grunde doch viel mehr Bildungsphilosoph war als Bildungspolitiker. > mehr