Dossier
Wissenschaftspraxis heute

 

Geist, Sprache, Geschichte, Kultur, was auch immer
Ein Ministerium und sein aktuelles Wissenschaftsjahr

2007 ist das "Jahr der Geisteswissenschaften", so hat es das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufen. Eine Pflichtübung, nach einem halben Dutzend Jahren für einzelne naturwissenschaftliche Disziplinen? Und was meint das Ministerium eigentlich mit dem Wort "Geisteswissenschaften"? Steht dahinter eine Wissenschaftstheorie oder bloß der Einfall einer Public-relations-Agentur? > mehr




ABC der Bilder - oder auch XYZ
Ausstellung zum "Jahr der Geisteswissenschaften" im Berliner Pergamon-Museum

Mittelalterliche Prophetenfiguren mit einem Spruchband über der Schulter und ein Frauenkopf, dessen Mund als Vagina gestaltet ist; altgriechische Vasen, deren Beschriftung offenkundig das Werk von Analphabeten ist, und ein chinesisches Landschaftsbild, das ganz und gar aus Schriftzeichen zusammengesetzt ist: Zum Jahr der Geisteswissenschaften präsentieren die Berliner Museen einige Einblicke in das weitläufige Thema Bild und Sprache, Bild und Schrift. > mehr




Affären, Weissagungen, explodierende Mikrowellen
Wissenschaft und Öffentlichkeit, ein schwieriges Verhältnis

Wenn die beiden Moderatoren von „Clever“, der „Show, die Wissen schafft“, irgendwann demnächst ihre Memoiren schreiben – welchen Titel werden sie sich einfallen lassen? Vielleicht „Hundert Methoden, eine Mikrowelle zur Explosion zu bringen“? Gewiss, nur ein Running gag, aber nicht untypisch für das Bemühen, der Wissenschaft öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat das aktuelle Heft ihres Magazins „Gegenworte“ dem Thema gewidmet, Überschrift: „Wissen schafft Publikum“. > mehr




Wenn Stechmücken aus Staub hervorgehen
Erst seit dem 19. Jahrhundert gilt die Entstehung von einfachem Leben als göttlicher Schöpfungsakt

Es ist beinahe schon reflexhaft: Wenn etwa vom Craig Venter Institute, das durch die erste vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms bekannt wurde, neue Fortschritte gemeldet werden, finden sich auf den Titelseiten unserer Zeitungen, von der „Bild“ über die „Welt“ und den „Spiegel“ bis zur FAZ und zur „Zeit“, regelmäßig Überschriften wie „Schöpfung im Labor“ oder „Spielen die Forscher Gott?“. Und in den Kommentaren wird den Wissenschaftlern mit Berufung auf die Bibel dann gern vorgeworfen, dem Schöpfergott ins Handwerk pfuschen zu wollen. „Gott spielen“ ... Der Philosoph und Chemiker Joachim Schummer, Wissenschaftsforscher an der Universität Bielefeld, ist der Geschichte dieses Vorwurf gegen die „Synthetische Biologie“ nachgegangen. > mehr




Wissenschaftler an die Macht?
Das schwierige Geschäft der Politikberatung

Seit ein paar Jahren verfolgt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften das Projekt, sich auf diesem Feld zu engagieren, am besten über eine neu einzurichtende „nationale“ Akademie der Wissenschaften. Die Redaktion der von der Akademie herausgegebenen Zeitschrift "Gegenworte" hat fast zwei Dutzend Beiträge zur Problemanalyse zusammengestellt. Das Themenspektrum reicht von den Ethikkommissionen über McKinsey bis zu einem berühmten Politikberater in der klassischen deutschen Literatur, dem Astrologen Seni in Schillers "Wallenstein". > mehr