Dossier
Mode

 

Vollbart, Schnauzer & Co.
Zur Geschichte der Gesichtsbehaarung

Den Rekord hält mit 5,33 Meter der 1927 verstorbene Amerikaner Hans Langseth. Seinen Bart trug er um den Körper geschlungen unter der Weste. Eine Zeitlang reiste er mit einem Zirkus durch die USA und präsentierte sich einem zahlenden Publikum, wurde es dann aber leid, dass die Leute immer daran zupften, weil sie prüfen wollten, ob er auch echt sei. Der Bart – der Berner Kunstwissenschaftler Jörg Scheller und der Weimarer Kulturanthropologe Alexander Schwinghammer haben eine Essaysammlung zu Geschichte, Ästhetik und Bedeutung des Bartes zusammengetragen. Das Thema ist aktuell. Seit einigen Jahren ist der Bart wieder in Mode, zunächst als Drei-Tage-Bart, inzwischen in allen möglichen Varianten, vom Vollbart über den Schnauzer und den Goatee (früher auch „Ziegenbart“ genannt) bis zu ausufernden Koteletten. >  mehr




"So hässlich, dass wir sie zu jeder Saison wieder ändern müssen"
Theorien der Mode in Geschichte und Gegenwart


Vor nichts solle man sich mehr hüten, schrieb einst Oscar Wilde, als zu sehr mit der Mode zu gehe; man laufe dann immer Gefahr, plötzlich aus der Mode zu kommen. Denn: „Die Mode ist immer so hässlich, dass wir sie zu jeder Saison wieder ändern müssen.“ „Mode“ ist der Inbegriff des kulturellen Wandels, das gerade Gegenteil zu jenen unwandelbaren Ideen, in deren Erkenntnis Platon und alle seine Nachfolger in zweieinhalb Jahrtausenden Philosophiegeschichte die Aufgabe menschlicher Erkenntnis sahen. Die Missachtung wirkt bis heute nach: Nur an wenigen deutschen Universitäten, konstatiert Gertrud Lehnert, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin an der Universität Potsdam, wird das Fach „Modetheorie“ gelehrt. Gemeinsam mit zwei Kollegen hat Lehnert eine Sammlung „klassischer“ Texte aus der Geschichte der Modetheorie herausgebracht. > mehr