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15.09.2004 - KOSMISCHE STRAHLEN

Supernova im Milchstraßenzentrum

Carsten Meinke

Bild: MPG

Eine Quelle extrem energiereicher Strahlung hat eine internationale
Forschergruppe im Zentrum der Milchstraße ausfindig gemacht. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine vor 10.000 Jahren explodierte Supernova, berichten die Wissenschaftler demnächst im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics".

Die Gruppe, darunter auch Forscher vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Kernphysik und der Universität Hamburg, nutzte das internationale High Energy Stereoscopic System (H.E.S.S.) in Namibia. Das System besteht aus vier Teleskopen, die Strahlung mit den höchsten in der Astronomie vorkommenden Energien nachweisen können. Diese Gammastrahlung kann billionenmal mehr Energie besitzen als sichtbares Licht, im Bereich bis zu vielen Teraelektronenvolt (TeV).

Bereits im letzten Sommer, als erst zwei der vier Teleskope in Betrieb waren, nahmen die Forscher das Zentrum der Milchstraße unter die Lupe. In dieser Region im Sternbild Sagittarius (Schütze) werden neben einem supermassiven Schwarzen Loch mit etwa 2,6 Millionen Sonnenmassen auch zahlreiche Supernovae-Explosions- wolken und evtl. Ansammlungen Dunkler Materie vermutet - sämtlich Quellen höchstenergetischer Strahlung.

Diese ersten Messungen zeigten, dass es offenbar keine Obergrenze für das Spektrum der Gammastrahlung aus dem galaktischen Zentrum gibt. Die gegenseitige Vernichtung von Teilchen und Antiteilchen der Dunklen Materie sollte theoretisch jedoch Energien weit unterhalb zehn TeV freisetzen. Daher bevorzugen Werner Hofmann vom Heidelberger MPI und seine Kollegen eine
"konventionelle Erklärung, die auch rechnerisch ohne Schwierigkeiten zu den gemessenen Energieflüssen passt: Eine vor etwa 10.000 Jahren explodierte, riesige Supernova."


Mehr im Internet:
MPI für Kernphysik  
H.E.S.S. 
 

 

 

 

 

 

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