(jtu) Der Mangel lässt sich in Prozent ausdrücken: Um 16 - 30 Prozent und stellenweise sogar über 50 Prozent ließe sich die Verständlichkeit der Bundesministerien steigern, wenn die Verfasser ein paar einfache Regeln beachten würden. Für ihre Untersuchung hatten die Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim über 200 Personen die Originaltexte und optimierte Versionen aus vier Bundesministerien vorgelegt. Mit das erstaunlichste Ergebnis: Die Originale werden von Testpersonen aus allen Bildungsschichten ähnlich unverständlich beurteilt. Auch Parteisympathien spielten beim Textverständnis keine Rolle.
Wie schlecht die Texte sind, die Deutschlands Ministerien ins Internet stellen, hat die Kommunikationswissenschaftler selbst überrascht: "Möglichst wenig Fremdwörter, kurze Sätze, einfache Satzstruktur und ein logisch aufgebauter Text mit Zwischenüberschriften - das sollte bei komplexen Inhalten und gerade im Internet Standard sein", so Kommunikationswissenschaftler Jan Kercher. Doch in Berliner Ministerien scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben - unabhängig davon, welche Partei das jeweilige Haus gerade führt.
"Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf einer Formulierungshilfe für einen Änderungsantrag zur Ausweitung der Schutzklausel bei der Rentenanpassung beschlossen." Das ist der Einstiegssatz des Info-Textes Schutz vor Rentenkürzungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. "Alle Klarheiten beseitigt?" fragt Anikar Haseloff, Experte für Usability- und Verständlichkeitsforschung. "Wer diesen Satz liest, hat schon längst weggeklickt. Denn der Satz besteht fast nur aus Substantiven." Ihren Testpersonen legten Kercher und sein Projekt-Team die folgende optimierte Version zum Vergleich vor: "Die Bundesregierung hat heute den Entwurf zu einem Gesetz beschlossen, das die Höhe der Rente schützen soll." Verständnis-Gewinn bei den Testpersonen: in diesem Fall über 50 Prozent.
Durchgeführt wurde die Studie im Rahmen eines Projektes, das sich speziell mit der Verständlichkeit von Parteien und Politikern beschäftigt. Dazu durchforstete Kercher mit seinen Kollegen die Internet-Auftritte aller 14 Bundesministerien und des Bundeskanzleramts und suchte kurze, aber unverständliche Texte aus. Mit einer spezieller Analyse-Software identifizierten die Forscher die schlimmsten sprachlichen Untiefen, um dann die Texte zu optimieren. Im Praxistext baten die Forscher insgesamt 227 Teilnehmer vor den PC, um (in getrennten Gruppen) Original und Optimierung von vier der 16 untersuchten Texte zu lesen. Um 16 bis 49 Prozent sei das Verständnis dabei gegenüber dem Originaltext gesteigert worden, so Kerchers abschließende Auswertung.
Verblüfft hat die Experten ein weiteres Ergebnis der Studie: Der Verständnis-Gewinn war für alle Teilnehmer ähnlich groß. "Ob mit höherer Bildung oder ohne, mit oder ohne Interesse für Politik: Alle untersuchten Wählergruppen profitierten von dem verbesserten Text." Selbst wer sich stark mit einer der Regierungsparteien identifiziert, findet deren Texte nicht automatisch verständlicher. Im Gegenteil, die Regierungsanhänger bewerteten die Texte des Kanzleramts und der Ministerien häufig sogar kritischer als Oppositionsanhänger und Parteiungebundene.
First Solar und Vestas enttäuschen mit Q1-Zahlen. Die RENIXX-Schwergewichte First Solar und Vestas haben die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2011 vorgelegt und dabei die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen können. Beide Aktien geben im frühen Handel nach und ziehen den RENIXX unter die Marke von 520 Punkten.
Fukushima 1: Arbeiter wagen sich in Reaktorgebäude 1. Erstmals seit der Zerstörung am 11. März 2011 haben nun Arbeiter des Betreibers Tepco das Gebäude von Reaktorblock 1 betreten. Sie sollen Filtersysteme einbauen um die radioaktiv verseuchte Luft im Gebäude zu reinigen. Sie dürfen sich jedoch nur jeweils 10 Minuten im Gebäude aufhalten. Drei Gruppen sollen sich mit dem Einbau abwechseln.
Q-Cells Vorstandsmitglied Rauter hat sein Amt auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Aufsichtsrat der Q-Cells hat dem in seiner Sitzung am 4. Mai entsprochen. Gerhard Rauter (53) war seit Oktober 2007 als Chief Operation Officer (COO) für Q-Cells tätig und zuletzt für Produktion und Technologie verantwortlich.
Weltmarktführer: BELECTRIC er- richtet 2010 über 300 MW PV-Leistung und installierte damit weltweit mehr PV-Leistung als jedes andere Unternehmen. Das geht aus einer Analyse des Marktforschungsinstitut IMS Research hervor. In 2011 will das Unternehmen aus dem bayerischen Kolitzheim bis zu 60 Prozent des jährlichen Auftragsvolumens im Ausland realisieren.
Neue Hinweise für eine Virus- Beteiligung bei Prostatakrebs glauben US-Forscher gefunden zu haben. Sie haben das Virus XMRV bei fast jedem dritten untersuchten Prostata-Krebspatienten gefunden. Sollte das Virus der Auslöser sein, könnte man eine Impfung entwickeln wie gegen Gebärmutterhalskrebs.
Im Dschungel von Papua-Neugui- nea entdeckten Wissenschaftler vom Smithsonian Nationalen Museum für Naturkunde in Washington ein Nagetier, das die Größe eines Dackels erreicht. Die Riesenratte misst gut 80 Zentimeter und wird anderthalb Kilogramm schwer.
Der Schwanz, den Geckos auf der Flucht vor Verfolgern abwerfen, kann noch bis zu einer halben Stunde lang tanzende Bewegungen vollführen und den Feind auf diese Weise ablenken, so Zoologen der Clemson University in South Carolina.
Auf Kuba wurden die fossilen Reste eines riesigen Krokodils gefunden, das vor 20 Millionen Jahren gelebt haben soll. Das zehn Meter lange Skelett wurde in der Provinz Sancti Spiritus entdeckt.
In einem erloschenen Vulkan auf der Osterinsel entdeckten Forscher der Universität von Manchester einen Steinbruch. Aus dieser Quelle könnten auch die roten Hüte stammen, die viele der legendären Riesenfiguren tragen, vermuten die Wissenschaftler.
Der deutsche Bundestag hat alle im Zweiten Weltkrieg gegen "Kriegsverräter" ausgesprochenen Urteile mit den Stimmen aller Fraktionen aufgehoben. Die Anlässe für diese Urteile reichten von politischem Widerstand und der Hilfe für verfolgte Juden über kritische Äußerungen über Krieg und Nazis bis hin zu Schwarzmarktgeschäften.
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03.08.2009 - MATHEMATIK Mit am Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin
"Mathematik zählt, weil...du damit fast alles erklären kannst, vielleicht sogar deine gute Note in Sport", meint Mathematik-Professor Matthias Ludwig, Autor des Buches "Mathematik und Sport" und Mathemacher des Monats August der Deutschen Mathematiker Vereinigung. > mehr
wissenswert
17.07.2009 - ANTHROPOLOGIE
EVIDENCE how do we know what we know?
"Evidence" ist eine Web- Ausstellung des Museums Exploratorium in San Francisco. Anhand einer Fallstudie wird erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Hierbei steht die Arbeit des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie zur Erforschung der menschlichen Ursprünge im Mittelpunkt. > mehr