In einem Schwarm flitzen hunderte von Fischen blitzschnell durchs Wasser, ohne dass sie aneinanderstoßen. Alle scheinen zu wissen, wo es langgeht. Nähert sich ein Feind, ändern alle schlagartig die Richtung, und zwar absolut gleichzeitig. Das faszinierende Schauspiel sieht so aus, als seien alle Fische Teil eines gemeinsamen Körpers, als seien sie zentral gesteuert. Wie funktioniert diese Choreografie?
Prof. Jens Krause beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit dem Scharmverhalten von Fischen - zunächst an der University of Leeds in England, jetzt als Leiter der Abteilung Biologie und Ökologie der Fische am Leibniz-Institut für Wasserökologie und Binnenfischerei in Berlin. Bei der scheinbar einfachen Frage, wie viele Individuen in einem Schwarm die Richtung vorgeben, stieß er an die Grenze der Fisch-Experimente. Eigentlich lässt sich mit Fisch-Schwärmen gut experimentieren, denn die Bedingungen im Aquarium sind sehr übersichtlich. Bienen- oder Vogel-Schwärme sind viel schwieriger zu beobachten. Allerdings war es nicht möglich, einzelne Fische so zu trainieren, dass sie auf ein bestimmtes Ziel zusteuern, ohne dabei komplett vom typischen Schwarmverhalten abzuweichen. Krause brauchte also intelligentere Wesen für seine Experimente. So kam ihm die Idee, es mit seinen Erstsemestern zu versuchen.
Computersimulationen hatten gezeigt, dass zwischen fünf und zehn Prozent einer Gruppe eine bestimmte Richtung vorgeben müssen, damit die ganze Gruppe folgt. Zunächst konnte Krause seine Versuche mit nur relativ wenigen Personen durchführen. Doch dann kam ein Anruf der Sendung "Quarks & Co" des WDR mit dem Angebot, eine Menschenmenge für das Experiment zu organisieren. So wanderten in Köln 200 Menschen durch eine Halle. Es zeigte sich, dass tatsächlich etwa zehn Personen, also fünf Prozent, ausreichten, um die Menge zu führen. Die Anweisung an alle lautete dabei: Gehen Sie in einer normalen Geschwindigkeit und bleiben Sie in der Gruppe. Die "Führer" hatten die zusätzliche Anweisung, einen bestimmten Punkt anzusteuern. Bemerkenswert ist dabei, dass die übrigen Teilnehmer nicht wussten, dass einige Menschen zusätzliche Informationen hatten. Sie folgten also den Führern, ohne zu wissen, dass es überhaupt welche gab. Krause erinnert sich: "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal über das Verhalten von Menschen forschen würde. Schließlich ist dieses sehr komplex. Es zeigte sich jedoch, dass zur Erforschung des Massenverhaltens keine individuellen Daten nötig sind."
Durch seine Übertragung auf menschliches Verhalten entstand großes öffentliches Interesse an Krauses Forschungen. Erstaunt war er über die vielen Anwendungsmöglichkeiten. So meldete sich beispielsweise die Polizei bei ihm mit der Frage, wie man bei Demonstrationen eine kleine gewaltbereite Gruppe kontrollieren könne, die ansonsten die ganze Menge manipuliert. Architekten nutzen seine Ergebnisse zur Planung von Fußballstadien und U-Bahn-Stationen. Experimente sollten zeigen, wie Gebäude oder Plätze im Notfall schnell evakuiert werden können. Es erwies sich, dass informierte Individuen in der Mitte und am Rand eine Menge recht effektiv leiten können. Historiker können aus dem Schwarmverhalten Erkenntnisse über den Verlauf von Schlachten ableiten.
Dennoch stehen die Fische weiterhin im Mittelpunkt von Krauses Interesse. Da sich ein Führer-Fisch nicht so gut trainieren lässt wie ein Mensch, verwendet Krause einen Roboterfisch. "Auch hier spielen die Zahlenverhältnisse eine Rolle. Wir haben den Robofisch einen Weg schwimmen lassen, auf dem sich ein Räuber befand, obwohl es auch einen sicheren Weg gab. Ein einzelner Fisch folgt dem Robofisch auf dem gefährlichen Weg, ein Schwarm nimmt hingegen den sicheren Weg." Auch die scheinbare Gleichzeitigkeit aller Fische kann Krause erklären: Mit Hochgeschwindigkeitskameras wird deutlich, dass einige Fische zuerst die Richtung wechseln, und die anderen erst ganz kurz danach - für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar - folgen.
First Solar und Vestas enttäuschen mit Q1-Zahlen. Die RENIXX-Schwergewichte First Solar und Vestas haben die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2011 vorgelegt und dabei die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen können. Beide Aktien geben im frühen Handel nach und ziehen den RENIXX unter die Marke von 520 Punkten.
Fukushima 1: Arbeiter wagen sich in Reaktorgebäude 1. Erstmals seit der Zerstörung am 11. März 2011 haben nun Arbeiter des Betreibers Tepco das Gebäude von Reaktorblock 1 betreten. Sie sollen Filtersysteme einbauen um die radioaktiv verseuchte Luft im Gebäude zu reinigen. Sie dürfen sich jedoch nur jeweils 10 Minuten im Gebäude aufhalten. Drei Gruppen sollen sich mit dem Einbau abwechseln.
Q-Cells Vorstandsmitglied Rauter hat sein Amt auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Aufsichtsrat der Q-Cells hat dem in seiner Sitzung am 4. Mai entsprochen. Gerhard Rauter (53) war seit Oktober 2007 als Chief Operation Officer (COO) für Q-Cells tätig und zuletzt für Produktion und Technologie verantwortlich.
Weltmarktführer: BELECTRIC er- richtet 2010 über 300 MW PV-Leistung und installierte damit weltweit mehr PV-Leistung als jedes andere Unternehmen. Das geht aus einer Analyse des Marktforschungsinstitut IMS Research hervor. In 2011 will das Unternehmen aus dem bayerischen Kolitzheim bis zu 60 Prozent des jährlichen Auftragsvolumens im Ausland realisieren.
Neue Hinweise für eine Virus- Beteiligung bei Prostatakrebs glauben US-Forscher gefunden zu haben. Sie haben das Virus XMRV bei fast jedem dritten untersuchten Prostata-Krebspatienten gefunden. Sollte das Virus der Auslöser sein, könnte man eine Impfung entwickeln wie gegen Gebärmutterhalskrebs.
Im Dschungel von Papua-Neugui- nea entdeckten Wissenschaftler vom Smithsonian Nationalen Museum für Naturkunde in Washington ein Nagetier, das die Größe eines Dackels erreicht. Die Riesenratte misst gut 80 Zentimeter und wird anderthalb Kilogramm schwer.
Der Schwanz, den Geckos auf der Flucht vor Verfolgern abwerfen, kann noch bis zu einer halben Stunde lang tanzende Bewegungen vollführen und den Feind auf diese Weise ablenken, so Zoologen der Clemson University in South Carolina.
Auf Kuba wurden die fossilen Reste eines riesigen Krokodils gefunden, das vor 20 Millionen Jahren gelebt haben soll. Das zehn Meter lange Skelett wurde in der Provinz Sancti Spiritus entdeckt.
In einem erloschenen Vulkan auf der Osterinsel entdeckten Forscher der Universität von Manchester einen Steinbruch. Aus dieser Quelle könnten auch die roten Hüte stammen, die viele der legendären Riesenfiguren tragen, vermuten die Wissenschaftler.
Der deutsche Bundestag hat alle im Zweiten Weltkrieg gegen "Kriegsverräter" ausgesprochenen Urteile mit den Stimmen aller Fraktionen aufgehoben. Die Anlässe für diese Urteile reichten von politischem Widerstand und der Hilfe für verfolgte Juden über kritische Äußerungen über Krieg und Nazis bis hin zu Schwarzmarktgeschäften.
scienzz-partner
... LEUTE in scienzz
03.08.2009 - MATHEMATIK Mit am Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin
"Mathematik zählt, weil...du damit fast alles erklären kannst, vielleicht sogar deine gute Note in Sport", meint Mathematik-Professor Matthias Ludwig, Autor des Buches "Mathematik und Sport" und Mathemacher des Monats August der Deutschen Mathematiker Vereinigung. > mehr
wissenswert
17.07.2009 - ANTHROPOLOGIE
EVIDENCE how do we know what we know?
"Evidence" ist eine Web- Ausstellung des Museums Exploratorium in San Francisco. Anhand einer Fallstudie wird erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Hierbei steht die Arbeit des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie zur Erforschung der menschlichen Ursprünge im Mittelpunkt. > mehr