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03.12.2009 - AUSZEICHNUNGEN

Leibniz-Preise 2009 vergeben

(jtu) Die neuen Leibniz-Preisträger stehen fest. Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkannte einer Wissenschaftlerin und neun Wissenschaftlern diesen Forschungspreis zu. Insgesamt haben bislang 303 Nominierte den Preis erhalten, 273 Wissenschaftler und 30 Wissenschaftlerinnen. Verliehen werden die Auszeichnungen am 15. März 2010 in Berlin.

Prof. Jan Born (51), Neuroendokrinologe an der Universität zu Lübeck, erhält den Leibniz-Preis für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Schlafforschung.  Dabei konnte er zeigen, dass im Schlaf nicht nur Gedächtnis gefestigt wird, sondern auch kognitive Prozesse wie Problemlösungsstrategien stattfinden. Der Entwicklungspsychologe Prof. Ulman Lindenberger (48), Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, gilt als Kapazität der kognitiven Alternsforschung. So konnte er nachweisen, wie sehr das geistige Leistungsniveau älterer Menschen nicht durch natürliche Vorgaben wie das Alter festgelegt wird, sondern durch eigenes Handeln verändert und damit auch verbessert werden kann. Der Neurowissenschaftler Prof. Stefan Treue (45), Deutsches Primatenzentrum, Göttingen, wird für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Aufmerksamkeitsforschung ausgezeichnet.Er konnte zeigen, dass und in welchem Maße Aufmerksamkeit die Bewegungsverarbeitung und die Wahrnehmung und Verarbeitung sensorischer Reize beeinflusst.

Prof. Peter Fratzl (51), Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam, gehört zu den international führenden Vertretern der modernen Biomaterialforschung. Er beschäftigt sich mit unterschiedlichsten Fragestellungen natürlicher Materialien wie Knochen und Pflanzen und erforscht insbesondere deren mechanische Eigenschaften. Die Biophysikerin Prof. Petra Schwille (41), Technische Universität Dresden, hat sowohl die Entwicklung als auch die Anwendung der Fluoreszenzspektroskopie zur Lösung von Fragen der Zellbiologie vorangetrieben, insbesondere bei der Fluoreszenzkorrelationsspektroskopie beitragen, einer nichtinvasiven Methoden, um molekulare Vorgänge in biologischen Systemen zu erfassen. Prof. Christoph Klein (45), Medizinische Hochschule Hannover (MHH), arbeitet auf dem Gebiet der pädiatrischen Onkologie. Auf der Grundlage genetischer Analysen konnte er verschiedene Gendefekte identifizieren, die schwere und oft tödliche Erkrankungen des Immunsystems auslösen.

Prof. Frank Neese (41) ist Hochschullehrer für Theoretische Chemie an der Universität Bonn. Unter seinen Spezialgebieten ist die Beschreibung der Elektronenzustände großer, biologisch relevanter und äußerst komplex aufgebauter Metalloproteine zu nennen. Als führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Bildanalyse gilt der Informatiker Prof. Joachim Weickert (44),  Universität des Saarlandes. Er befasst sich mit der Entwicklung mathematisch fundierter Verfahren, unvollständige oder verrauschte Bilddaten zu verbessern und das Originalbild zu rekonstruieren.

Jüngster unter den Preisträgern ist Prof. Roman Inderst (39), Volkswirtschaftslehre an der Universität Frankfurt/Main. Im Bereich der Industrieökonomik ging er unter anderem der Frage nach, welche Folgen der Zusammenschluss von Zwischenproduktherstellern auf den gesamten Produktmarkt hat. Der Historiker Prof. Jürgen Osterhammel (57), Universität Konstanz, hat in Arbeiten zur neuzeitlichen Globalisierung die Verknüpfung zwischen Sozial-, Politik- und Strukturgeschichte einerseits, Ideen-, Wissens- und Kulturgeschichte andererseits vorangetrieben; sein jüngstes Werk über „Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts“ erregte auch außerhalb der Fachwelt Interesse.


Mehr im Internet:
Deutsche Forschungsgemeinschaft

 

 

 

 

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