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05.03.2010 - SOLARE MODERNISIERUNG

Frage der Gesamteffizienz

Klaus Oberzig

Fit für die Zukunft: über 30 %
Heizkosteneinsparung durch
solare Modernisierung mit der
SEZ - Bild: scienzz

„Wir haben uns sehr intensiv mit dem Thema befasst“, beschreibt Dr. Rudi Baßel, Vorsitzender der Nauener Wohnungsbaugenossenschaft (NWG), den Entscheidungsprozeß, der zur solaren Modernisierung eines ersten Wohngebäudes in der brandenburgischen Kleinstadt vor den Toren Berlins geführt hat. Dagegen wirkt die 42 qm große Kollektorfläche auf dem Plattenbau, der bereits kurz nach der Wende energetisch saniert worden war, eher unscheinbar und verrät nichts von den Vorarbeiten der Projektbeteiligten. Seit Anfang Januar 2010 versorgen nun fünf Großkollektoren als Teil der Systemlösung Solarenergiezentrale (SEZ) in Kombination mit zwei neuen Gaskesseln die 40 Wohnungen der Kreuztaler Strasse mit Heizenergie und Warmwasser. Damit übernimmt die Nauener Genossenschaft eine Vorreiterrolle im Landkreis, denn im Havelland gab es bisher kein Wohnungsunternehmen, das auf Solarthermie zu Heizzwecken setzt.

Die in Brandenburg entwickelte und gebaute Solarenergiezentrale (SEZ) ist die erste solarthermische Großanlage, die als Hybridsystem hohe Kosteneinsparungen in Mietshäusern erwirtschaftet. Durch ihre große Effizienz kann sie in Gebäuden mit mehr als 10 Wohneinheiten warmmietenneutral eingeführt werden und stellt gegenwärtig in der Wohnungswirtschaft die einzige wirtschaftlich erfolgreiche Alternative für den Kampf gegen explodierende Heiz- und Wärmekosten dar. Bewahrheiten sich die Simulationsrechnungen des Systemanbieters Parabel Energiesysteme, werden Einsparungen beim Endenergieverbrauch wie bei den CO2-Emissionen in einer Größenordnung von über 30 Prozent erreicht. Bei den Heizkosten in Euro und Cent würde dies mit 33 Prozent sogar noch besser ausfallen. Mit einer solarer Investition von 57.300 EUR lassen sich in einem Zeitraum von 20 Jahren Heizkosten von rund 300.000 EUR einsparen.

Mit ihrer neuartigen Technik verbindet sie per Wärmertauscher unterschiedliche Wärmequellen zu einer einheitlichen Heizungsanlage – die Sonnenkollektoren auf dem Dach einerseits und den fossil (Erdgas, Öl) oder mit Pellets betriebenen Kessel bzw. eingespeiste Fernwärme anderseits. Ihr Herzstück ist ein intelligentes Energiemanagement-System, das hydraulisch und regelungstechnisch Kollektor- und Kesselanlage integriert, dabei aber der Sonnenwärme nach dem Prinzip „Verbrauchen geht vor Puffern“ den Vorrang einräumt. Diese wird anforderungsgemäß und entsprechend den Wetterbedingungen dort eingespeist, wo der beste Effekt erzielt wird: das kann die Trinkwasser- oder die Heizwassererwärmung sein – oder die zur Ladung angeschlossene Trinkwasserspitzenlast und der Pufferspeicher.

Erst wenn Solarkreislauf und Pufferspeicher als Wärmelieferanten ausgereizt sind, wird auf den Kessel (bzw. die Fernwärme) zurückgegriffen. Das Ziel ist dabei immer, das System mit der bestmöglichen Gesamteffizienz zu fahren. Bestandteil ist das Online-Monitoring, das dem Betreiber einen Blick auf den aktuellen Kesselwirkungsgrad sowie den solaren Deckungsgrad gestattet und jederzeitige Eingriffe bzw. eine Fernparametrierung ermöglicht. Die SEZ ist flexibel dimensionierbar für Gebäude mit 10 bis 200 Wohneinheiten und erlaubt eine herstellerneutrale Auswahl von Kollektor, Speicher und Kessel. So lassen sich die Komponenten kombinieren, die die jeweils besten Ergebnisse garantieren.


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