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18.09.2011 - URBANITÄT

Post-Oil City

Klaus Oberzig

Die Hälfte der Erdbevölkerung ist inzwischen zu Stadtbewohnern mutiert, eine Entwicklung, die noch lange kein Ende gefunden hat. Die Städte, allen voran die Millionenmetropolen Asiens, gelten seit langem als Inbegriff und Hauptverursacher der Schwierigkeiten, die uns der Klimawandel, sowie die zur Neige gehende Ölvorräte und Ressourcen bereiten. Sie schienen die ökologischen Monster mit einem immensen Verbrauch an Energie, Rohstoffen und Fläche, mit einem gewaltigen Schadstoffausstoß, mit unendlichen Verkehrslawinen, Abwasserströmen und stinkenden Müllbergen. Doch diese Verteufelung der städtischen Ballungsräume bricht mehr und mehr auf. Es macht sich, wenn auch zaghaft, die Erkenntnis breit, dass Städte auch „Möglichkeitsräume einer nachhaltigen Zukunft“ sein können.

Denn bereits heute finden hier soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklungen statt, die sich bewusst den Herausforderungen des postfossilen Zeitalters stellen. Die Stadt von morgen, die Post-Oil City, lautet die optimistische Perspektive, hat engagierte Menschen und energieautarke Gebäude, sie zähmt die Verkehrsströme und räumt der Natur einen bedeutsamen Platz ein. Schon längst laufen unter Architekten, Stadt- und Verkehrsplanerinnen, aber auch Politikern die Diskussionen, wie das System Stadt unter regenerativen Vorzeichen neu zu definieren sei.

In der neuen Ausgabe (Nr. 124) der vom oekom verlag herausgegebenen Reihe Politische Ökologie (Die Zeitschrift für Querdenker und Vordenkerinnen), beschreiben die unterschiedlichsten Autoren ihre Beobachtungen, wie bereits die heutige Peak-Oil City ihr Antlitz verändert. Städte waren und sind gesellschaftliche Laboratorien, in denen soziale, wirtschaftliche und ökologische Veränderungen ihren Ausgangspunkt nehmen. Die Autoren „schauen sich auf den verschiedenen Baustellen der Post-Oil City“ um. Das geht vom Urban Gardening, über die Zukunft von Gewerbegebieten bis zur Frage, wie Menschen sich die Straßen in der Stadt wieder zurückerobern können.

Dabei wird deutlich, dass nachhaltige Stadtentwicklung und gesellschaftliche Veränderungen Hand in Hand gehen müssen und dass sie nicht ohne politische Rahmensetzungen auskommen. So entsteht nicht nur eine Vision, wie die Menschen in der Stadt von morgen leben – sie muss kreativ, bunt, regenerativ und lebenswert sein - sondern eine optimistische Perspektive für die Post-Oil City und die Einsicht, dass sich die Zukunft der Menschheit maßgeblich in der Stadt entscheidet.


Mehr im Internet:
Post-Oil City – Die Stadt von morgen, politische ökologie 124
oekom verlag, München

 

 

 

 

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